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ESL zieht Co-Streamern die Daumenschrauben an: Kein YouTube, keine Sponsoren, kein eigenes Overlay

Autoren-Bild Jonas Teichmann April 11, 2026

ESL hat für 2026 neue Co-Streaming-Richtlinien veröffentlicht – und die haben es in sich. Wer bei ESL-Events offiziell mitstreamen will, muss sich einem Regelwerk unterwerfen, das kommerzielle Eigenständigkeit weitgehend eliminiert und die Interessen des Veranstalters konsequent über die der Content-Ersteller stellt.

Twitch oder gar nicht

Die erste harte Grenze: Co-Streams sind ausschließlich auf Twitch erlaubt. YouTube, TikTok, Facebook – alle anderen Plattformen sind ohne ausdrückliche schriftliche Ausnahmegenehmigung verboten. Das trifft besonders Creator, die ihr Publikum plattformübergreifend aufgebaut haben oder auf wachstumsstarken Kanälen außerhalb von Twitch aktiv sind.

Wer streamen darf, muss das Material außerdem über einen dedizierten Feed via Discord beziehen. Das direkte Abgreifen des öffentlichen Twitch- oder YouTube-Streams von ESL ist nicht mehr gestattet.

Die 5-Prozent-Regel und das Ende des eigenen Overlays

Um sicherzustellen, dass ESL-Sponsorenlogos jederzeit vollständig sichtbar bleiben, gilt eine strikte Flächenbeschränkung: Die Webcam darf während des laufenden Spiels maximal fünf Prozent des Bildschirms einnehmen. Chat-Feeds sind auf unter drei Prozent begrenzt, Social-Media-Handles auf unter zwei Prozent. Eigene digitale Overlays oder persönliche Sponsorenelemente während der Übertragung sind vollständig verboten.

Verboten ist außerdem, während der offiziellen Übertragung auf „Just Chatting“ umzuschalten oder andere Spiele zu streamen.

Sponsorenverbot trifft Einnahmen direkt

Den härtesten wirtschaftlichen Einschnitt stellen die kommerziellen Einschränkungen dar. ESL hat eine Blacklist von Kategorien veröffentlicht, in denen Co-Streamer keine eigenen Partner aktivieren dürfen – darunter Wettanbieter, Energy-Drinks, PC-Hardware und Skin-Websites. Das Verbot gilt nicht nur für den Stream selbst, sondern auch für Chatbots und Social-Media-Posts rund um die Veranstaltung.

Ohne vorab eingeholte schriftliche Genehmigung ist jede kommerzielle Eigenintegration ausgeschlossen. Für Creator, deren Einkommen maßgeblich auf Sponsorendeals in genau diesen Kategorien basiert, bedeutet das: Co-Streamen bei ESL ist faktisch unbezahlte Arbeit.

Daten, Stimme, Gesicht – auf Dauer

Wer trotzdem mitmacht, gibt mehr ab als Sendezeit. ESL fordert nach Abschluss der Veranstaltung vollständige Zuschauerdaten und erhält eine unbefristete, kostenfreie Lizenz zur Nutzung von Stimme und Gesicht des Streamers für Marketingzwecke. Wer auch nur eine Regel bricht, dem können die Übertragungsrechte in Echtzeit entzogen werden.

Verständlich, aber einseitig

ESL hat ein legitimes Interesse daran, seine Sponsoren zu schützen – ohne deren Investitionen würde der Turnierbetrieb in dieser Form nicht existieren. Das sagen die Richtlinien auch explizit. Trotzdem ist das Gleichgewicht deutlich verschoben: Creator bringen Reichweite, Publikum und Produktionsaufwand mit, erhalten dafür aber weder Vergütung noch die Möglichkeit, ihre eigenen Einnahmequellen zu aktivieren. Ob das genug Creator davon abhält, ESL-Events zu co-streamen, wird sich zeigen – die Regeln machen die Entscheidung dafür jedenfalls nicht leichter.

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Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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