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leni | März 30, 2022

ESIC wird wahrscheinlich demnächst wieder Coaches bannen

Anscheinend wird die ESIC bzw. Esports Integrity Commission demnächst noch mehrere Coaches wegen dem Missbrauch des In-Game-Coaching-Bugs bannen. Die Untersuchungen sollen demnächst abgeschlossen werden.

Das Problem an der Untersuchung ist, abgesehen von dem Coaching Bug selbst, dass viele dieser Coaches, die evtl. gesperrt werden könnten, im Mai am PGL Major in Antwerpen teilnehmen werden. Werden die Sperren also kurz vorher verhängt, stehen jede Menge Teams ohne Coaches da. Deshalb eilt die Angelegenheit und die ESIC muss die Untersuchungen schnell zu Ende bringen.

Gründe für die Verzögerung

Im September 2020 kam es zum ersten mal zu einer Untersuchung wegen dem Coaching Bug. Mehrere der Fälle reichen bereits Jahre zurück, weshalb es nicht ganz einfach ist, herauszufinden, wer wann welchen Bug benutzt hat. Außerdem sind mehrere Leute bzw. Coaches involviert und deshalb ist das Ausmaß der Untersuchung ziemlich groß. Anscheinend gab es auch mehrere Bugs im Spiel, die es den Coaches ermöglichten, sich einen unfairen Vorteil auf den Maps zu verschaffen.

Sie führten zwar zum gleichen Ergebnis, funktionierten aber auf leicht unterschiedliche Weise. Als der Bug entdeckt wurde, wurde aber nur einer dieser Bugs entdeckt. Später kam dann raus, dass es mehrere solche Bugs gab (die trotzdem alle das gleiche Ergebnis brachten). Trotzdem verkomplizierte das die Untersuchung und es kam zu Verzögerungen.

Die Bugs unterscheiden sich darin, wie viele Informationen erfasst werden können. Einer davon ist eine Ansicht aus der dritten Person, die den Spielern folgt und es dem Coach ermöglicht, die Maus zu bewegen, um möglicherweise Blickwinkel freizugeben oder Informationen zu sehen, die sich außerhalb des Blickfelds des Spielers befinden. Ein anderer, sehr viel seltenerer Glitch erlaubt es dem Coach, sich völlig frei auf der Map zu bewegen, als wäre er im NoClip-Modus.

Mehrere Bugs über mehrere Jahre

Ein weiteres Problem bei den Ermittlungen war die Bewertung der verschiedenen Bugs und wie sie in jedem einzelnen Fall genutzt wurden. Einige Aufnahmen von Demos zeigen eine eindeutige und offensichtliche Nutzung, mit weit ausholenden Bewegungen, die der Informationsgewinnung dienen.

Andere Beispiele zeigen keine Bewegung oder finden nur während einer Runde statt, was durchaus bedeuten könnte, dass der Bug eingesetzt wurde, ohne dass der Coach davon wusste. Gleichzeitig hagelte es Einsprüche von den Coaches, die den Bug angeblich benutzt hatten und dann mussten manche Fälle nochmal doppelt geprüft werden. Insgesamt ist viel Zeit vergangen und mehrere Coaches, die immer noch untersucht werden, durften in der Zwischenzeit trotzdem mit ihren Teams an Turnieren teilnehmen, während andere direkt gesperrt wurden. Viele fragen sich, wo da die Gerechtigkeit ist.

Ein endgültiger Termin für die Ankündigung der restlichen Coaches, die den Bug missbraucht haben, steht noch nicht fest, aber man geht davon aus, dass es noch vor dem 9. Mai, dem Start des Majors in Antwerpen, passieren soll.