EPL Playoffs: FURIA, G2, Complexity und VP ziehen weiter!

Die ersten vier Teams mussten sich bereits aus dem Turnier verabschieden, wogegen aber auch vier Lineups weiterziehen dürfen. In der ersten Phase der Playoffs kam es zu so einigen Überraschungen.

In der Round of 12 durften die ersten acht Teams gegeneinander antreten. Dort haben sich nun schon vier verabschiedet und der Rest darf um die letzten Plätze in der Top 6 kämpfen. Ab diesem Punkt kommen nämlich die Gruppensieger dazu, die sich in den Play-Ins bereits für das Halbfinale qualifizieren können.

NEUES G2 ZIEHT KNAPP AN LIQUID VORBEI

Seitdem Kenny “KennyS” Schrub auf die Ersatzbank versetzt wurde, geht es G2 Esports deutlich besser. In der Gruppenphase der ESL Pro League hielten sie sich beeindruckend lange auf dem ersten Platz und nur eine Upset-Niederlage am letzten Tag kostete sie tatsächlich den Thron. Seitdem haben sie sich aber nur noch weiter verbessert und konnten gegen Team Liquid überzeugen.

Auf Dust2 starteten die Nordamerikaner aber erst einmal mit einem 16-11 Sieg. Nikola “NiKo” Kovač konnte sich zwar stark präsentieren, aber Gabriel “Fallen” Toledo erreichte mit 23 Kills ein 1.35er Rating. Auf Vertigo war er dann abwesend. Jonathan “ELiGE” Jablonowski versuchte sein Bestes, aber Nemanja “huNter-” Kovač holte 35 Kills und eine unfassbare ADR von 131 ran.

Mit einem 16-12 konnten G2 auf die letzte Map weiterziehen. Dort gingen Liquid aber schnell in Führung und waren zur Halbzeit mit einem 10-5 vorne. Die CT-Seite und vor allem das Spiel von François “AmaNEk” Delauney machte Fallen und Co. aber einen Strich durch die Rechnung. Der Franzose holte ein Ace in der zweiten Pistolenrunde und verhalf seinem Team bald zum Ausgleich. Doch da hörten G2 nicht auf, denn sie zogen zum 15-14 weiter. In der letzten Runde versuchte Keith “NAF” Markovic ein beeindruckendes 1v4, aber ihm fehlten ein paar Sekunden, um das Match noch in die Overtime zu bringen. Damit gingen G2 Esports mit einem knappen 16-14 aus der Partie raus und sind einen Schritt näher ans Finale der ESL Pro League Season 13 gerückt. Dieses Match hat gezeigt, wie viel individuelles Talent im G2-Roster steckt.

FURIA LASSEN SICH VON FPX EINHEIZEN

Es ist kein Geheimnis mehr, dass das FPX-Lineup der ESL Pro League so nicht fortbestehen wird. Chris “ChrisJ” De Jong ist im Begriff, seinen Vertrag zu unterschreiben und wird damit zu der Organisation dazustoßen, mit der er bereits einen Turniersieg verbuchen konnte. Miikka “sunny” Kemppi wusste vor dem Match also schon, dass er bald wieder weg ist – und genau so hat er auch gespielt. Martin “STYKO” Styk versuchte sein Bestes, gegen FURIA anzukommen, und war damit auch wirklich erfolgreich.

Mit einem 1.36er Rating riss er FPX zum Sieg auf Nuke. Ein 16-14 ließ sie auf die zweite Map weiterziehen, wo den Spielern aber bald die Luft ausging. Kaike “KSCERATO” Cerato zeigte sein individuelles Talent auf Vertigo und Vinicius “VINI” Figueiredo setzte auf Inferno nach. Zwei schnelle Maps später waren FunPlus Phoenix geschlagen. Ihr Erfolg auf der ersten Map konnte sich leider nicht auf den Rest des Matches übertragen und so gaben sie das Best-of-Three am Ende doch noch entschieden ab.

Für FURIA ist das schon einmal ein gutes Zeichen. Ihr letztes Aufeinandertreffen mit G2 endete in einer 1-2 Niederlage, doch seitdem haben sie sich stärker präsentiert. Auf der anderen Seite sind G2 mit NiKo an der AWP aber auch weiter gewachsen. Das Match könnte also einen ähnlichen Verlauf nehmen und FURIA erneut ihren Platz im Turnier kosten.

COMPLEXITY SCHOCKEN NAVI

In den vergangenen Turniere haben Benjamin “blameF” Bremer und Co. nicht wirklich gezeigt, dass sie es mit der Top 5 der Welt aufnehmen können. Sie haben es zwar in die Playoffs der EPL geschafft, aber das auch nur, weil BIG und OG sich wirklich schlecht angestellt hatten. Als sie für ihr erstes Match im Bracket dann auch noch Natus Vincere als Gegner bekamen, hätte ihr Schicksal besiegelt sein sollen.

Aber so funktionieren Complexity anscheinend nicht. Auf Dust2 drehte Will “RUSH” Wierzba zehn Gänge höher, erspielte sich mal eben ein 1.66er Rating und stampfte damit sogar Oleksandr “s1mple” Kostyliev in den Boden. Ein schnelles 16-8 schickte das überraschte NaVi-Lineup auf Mirage, wo sie plötzlich um ihr Überleben kämpfen mussten. Dort war RUSH dann wieder ruhiger und NaVi konnten sich eine 8-2 Führung erarbeiten. Endlich sah es so aus, als könnten sie den Spieß umdrehen und sich zu einer dritten Map durchspielen. Mit einem 9-6 zur Halbzeit hatten sie dafür gute Karten.

Aber in der zweiten Hälfte fanden sie plötzlich keine Runden mehr. Justin “jks” Savage, Valentin “poizon” Vasilev und blameF wurden zu den neuen Leistungsträgern für ihr Team und rissen das Spiel plötzlich an sich. Complexity endeten das Match mit einem 16-11 und ziehen jetzt nach diesem eindeutigen 2-0 weiter gegen Virtus.pro, die nach ihrem letzten Match sicherlich Angstzustände bei blameF und Co. verursachen werden.

VP SCHREIBEN GESCHICHTE

In ihrem Match gegen ENCE konnten Dzhami “Jame” Ali und seine Männer etwas erreichen, was in fast einem Jahrzehnt an CS:GO-Matches noch nie geschehen ist. Dafür tauschten sie jedoch erst einmal einseitige Maps mit der finnischen Organisation, um auf die dritte Map, Dust2, zu gelangen. Dort konnten die Finalisten der IEM Katowice plötzlich nicht mehr überzeugen.

Virtus.pro mussten zusehen, wie ENCE ohne große Probleme zu einer 12-3 Hälfte gelangten. Mit einem Sieg in der zweiten Pistolenrunde waren sie plötzlich beim 15-3 angekommen. Alleine durch diese Punktedifferenz hätten sie gewinnen müssen, denn seit dem Release von CS:GO hatte es ein Comeback dieser Art noch nicht gegeben. Aber Jame und Co. waren in Kämpferlaune.

Ihre Defensive war unschlagbar. Jame, Alexey “Quikert” Golubev und Mareks “YEKINDAR” Gaļinskis hielten die Bombenspots sicher und ließen es oft gar nicht zu, dass ENCE zum Plant kamen. Plötzlich hatten Virtus.pro zweistellige Rundenpunkte und wenig später waren sie beim 15-15 angelangt. In der Overtime war es dann Jame, der mit einem 1v2-Clutch das größte Comeback der CS:GO-Geschichte erreichen konnte.

Doch auch dieses historische Ereignis kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei VP nicht alles rund läuft. Es muss schon einiges schief gehen, damit solch ein Team in einem 3-15 Defizit rennt. Selbst wenn ihr Comeback am Ende alles richtig gestellt hat, sind diese Schwankungen für das Match gegen Complexity gefährlich.

Denn blameF und seine Leute haben echte Chancen, sich an VP vorbeizuspielen. Das gleiche gilt für FURIA und ihr Rematch mit G2 Esports. Die Sieger dieser Spiele werden die Top 6 der ESL Pro League Season 13 erreichen und dort gegen die Erstplatzierten der vier Gruppen antreten müssen.