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fabio | September 29, 2020

EPL EU Playoffs: Complexity überzeugen mit Stand-In

Der erste Tag der ESL Pro League EU Season 12 Playoffs belieferte uns mit so einen spannenden Matches. BIG hatten gegen Spirit wie erwartet die Oberhand, Natus Vincere quetschten sich an mouz vorbei und Complexitys Ersatz, NaToSaphiX, konnte auf der letzten Map eine MVP-würdige Performance abliefern.

BIG STARTEN MIT LOCKEREM 2-0

Spirit’s größter Gegner in diesem Eröffnungsduell war definitiv die Zeit. BIG hatten zwischen dem Ende der Gruppenphase und dem Beginn der EPL-Playoffs genügend Möglichkeiten, sich auf dieses Match-Up vorzubereiten. Und das haben sie offensichtlich getan.

BIG waren auf Inferno perfekt aufgestellt. Sie schnappten sich ein lockeres 10-1 und schlossen die Hälfte trotz eines kleinen Comebacks von Nikolay “mir” Bityukov und Co. mit einem 10-5 ab. Spirit konnten die ersten CT-Runden gewinnen, danach zogen BIG aber mit den verbleibenden Runden davon und sicherten sich ein entschiedenes 16-9. Florian “syrsoN” Rische kam dabei fast auf 30 Kills und toppte damit jeden anderen Spieler auf dem Server.

Auf Nuke lief es für Spirit dann marginal besser. Sie konnten früher in der Hälfte ansetzen, doch die 9 T-Runden der Deutschen waren zu viel. Als BIG dann auf die CT-Seite wechseln konnten, hielten sie die Spots unter Dach und Fach. Erneut fielen Spirit mit einem 9-16 gegen BIG, die von syrsoN und Johannes “tabseN” Wodarz angetrieben wurden.

BIG sind damit einen Schritt weiter zum Großen Finale. Mit Astralis oder Heroic stellt sich ihnen aber in jedem Fall ein starker Gegner entgegen, gefährlicher als Spirit. Die Russen müssen nun erstmal ins Lower Bracket runter.

NATUS VINCERE 2-1 MOUSESPORTS

Diese Niederlage muss wirklich wehtun. Das Team rund um Finn “karrigan” Andersen hatte das Match gegen NaVi in der Hand. Aurimas “Bymas” Pipiras fuhr zwischenzeitlich das höchste Rating seiner Karriere ein – ein 2.12 mit 29 Kills und 9 Toden. Mit einem 16-5 auf Nuke starteten sie souverän in die Partie und sicherten sich direkt den Mapvorteil gegen Oleksandr “s1mple” Kostyliev und Co., wonach die Teams sich auf Dust 2 trafen.

Dort war dann erneut Showtime für mousesports. Die Spieler verschafften sich eine weitere 10-5 Führung zur Halbzeit, nach der s1mple leider einen Gang höher schaltete. Auf ihrer T-Seite konnten mouz nicht überzeugen und mussten zusehen, wie NaVi sich Runde um Runde schnappten. Am Ende stand es 16-14 für das russische Team und mousesports waren gebrochen.

Das zeigte sich besonders auf der dritten Map. Dort fanden sie überhaupt nicht ins Spiel. Bymas war nach zwei überragenden Performances ausgelaugt und lieferte auf Inferno nicht mehr nach. Auf der anderen Seite war s1mple aber endlich warm gespielt und fegte mouz mit einer 13-2 Hälfte vom Server. Das sollte es eigentlich gewesen sein, aber das Mix-Team um karrigan zeigte doch noch Kampfgeist. Mit dem Beginn ihrer T-Hälfte holten sie 9 Runden in Folge. Es sah wirklich so aus, als ob mousesports das perfekte Comeback umsetzen könnten. Leider geschah aber das Unfassbare – ein technisches Problem bei karrigan, mitten im Clutch gegen s1mple. Er hätte das Duell gewinnen können, stattdessen musste er aber im CT-Spawn zusehen, wie die Runde dahinfloss. Das gab Natus Vincere dann endlich den Schub, um die letzten Punkte zusammenzukratzen. Ein 16-13 verhalf ihnen zur Weiterfahrt in den EPL Playoffs. Leider bedeutet das für mousesports den Abstieg ins Lower Bracket.

DAS COMPLEXITY-WUNDER

Complexity haben vor weniger als einer Woche einen ihrer Star-Spieler, Owen “oBo” Schlatter, verloren. Das hätte eigentlich ihre Playoffs-Chancen zerstören müssen. Der Ersatzspieler, Niels Christian “NaToSaphiX” Sillassen, war bei Nordavind bislang eher ein Durchschnittsspieler. Als AWPer passte er eigentlich auch gar nicht ins Bild, schließlich sind Complexity mit Valentin “poizon” Vasilev schon großartig versorgt.

Umso mehr Lob gilt also Benjamin “blameF” Bremer, dem In-Game-Leader der Truppe. Denn wer er schafft, mit so wenig Zeit und einem so suboptimalen Setup mal kurzerhand ein Top-Team wie ENCE umzunieten, hat definitiv Applaus verdient. Auf Train scheiterten Complexity zwar noch mit einem 6-16, danach übernahmen sie aber das Ruder im Duell gegen die Finnen.

Auf Mirage kam das Mix-Team gut ins Spiel und sicherte sich ein 8-7 zur Halbzeit. Das reichte dann auch aus, um auf der CT-Seite ein 16-13 zu aufzustellen. Während Miikka “suNny” Kemppi auf Seiten der Finnen sein Bestes tat, knackte poizon die 30er-Bombe für sein Team. Im Anschluss konnte NaToSaphiX auf Overpass eine exzellente Show abliefern. Der Däne nietete die ENCE-Spieler mit einer Selbstverständlichkeit um, die man sonst nur von den ganz großen Talenten kennt. Ein 10-5 zur Halbzeit sicherte Complexity einen Vorteil, den sie auf ihrer CT-Seite zur Perfektion ausspielten. Die Calls von blameF saßen und NaTo stellte sicher, dass die ENCE-Spieler kein einziges Mal zum Plant kamen. Mit einem 16-6 schnappten sich Complexity das Eröffnungsmatch und kündeten somit an, dass sie auch mit Ersatzspieler nicht zu unterschätzen sind.

Heute geht’s also weiter mit dem letzten Match der Viertelfinalspiele zwischen Heroic und Astralis. Das Siegerteam muss dann später gegen BIG ran, vorher liefern sich aber mousesports und ENCE noch das Eliminations-Duell im Lower Bracket.