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Epic Games erzielt Vergleich mit ehemaligem Contractor hinter Fortnite-Leaks

Autoren-Bild Jonas Teichmann Juli 4, 2026

Epic Games hat sich mit einem ehemaligen Contractor auf einen Vergleich im Rechtsstreit um Fortnite-Leaks geeinigt. Das Unternehmen hatte Hayden Cohen im März verklagt und behauptet, er habe unter dem Namen AdiraFN vertrauliche Informationen zu kommenden Fortnite-Inhalten und Crossovern veröffentlicht. Der vorgeschlagene Vergleich soll Cohen künftig dauerhaft daran hindern, vertrauliche Epic-Informationen zu besitzen, zu nutzen oder weiterzugeben.

Epic warf dem Contractor massive Fortnite-Leaks vor

Der Fall begann im März 2026, als Epic Games Klage gegen Hayden Cohen einreichte. Laut Epic arbeitete Cohen als externer Contractor an Fortnite-Projekten und hatte im Rahmen dieser Tätigkeit Zugang zu vertraulichen Informationen. Gleichzeitig soll er unter den Namen AdiraFN beziehungsweise AdiraFNInfo auf X und Discord Leaks zu kommenden Fortnite-Inhalten verbreitet haben.

Epic argumentierte, Cohen habe eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben und trotzdem interne Informationen öffentlich gemacht. Dabei soll es unter anderem um unveröffentlichte Kooperationen, Partner-IP und künftige Content-Releases gegangen sein.

Für Epic war der Fall besonders brisant, weil Fortnite stark von Überraschungen, Crossovern und Marketing-Zeitplänen lebt. Wenn Inhalte vorab leaken, kann das nicht nur die eigene Kommunikation stören, sondern auch Partnerunternehmen betreffen.

Vergleich setzt auf dauerhafte Unterlassung

Der nun vorgeschlagene Vergleich konzentriert sich vor allem auf eine klare Unterlassungsregel. Cohen soll dauerhaft daran gehindert werden, vertrauliche Informationen oder Geschäftsgeheimnisse von Epic zu besitzen, darauf zuzugreifen, sie zu nutzen oder offenzulegen. Auch das Unterstützen anderer Personen bei solchen Handlungen soll untersagt werden.

Epic bestätigte gegenüber PC Gamer, dass man das Gericht um Zustimmung zu dieser Unterlassungsanordnung gebeten habe. Laut Epic gehe es darum sicherzustellen, dass der frühere Contractor keine vertraulichen Informationen des Unternehmens mehr veröffentlichen oder weitergeben kann.

Auffällig ist, dass der Vergleich laut Bericht keine konkrete Geldzahlung erwähnt. In der ursprünglichen Klage hatte Epic noch Schadensersatz, mögliche Gewinne aus den Leaks, Anwaltskosten und weitere Auslagen gefordert.

Richter muss den Vergleich noch bestätigen

Der Vergleich ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Ein Gericht muss die vorgeschlagene Vereinbarung zunächst genehmigen. Erst danach wäre die Unterlassungsanordnung rechtlich endgültig wirksam.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Epic und Cohen haben sich offenbar auf einen Weg geeinigt, den Streit ohne längeren Prozess zu beenden. Formal hängt der Abschluss aber noch von der Zustimmung des Gerichts ab.

Sollte der Vergleich bestätigt werden, wäre der Fall für Epic trotzdem ein deutliches Signal. Das Unternehmen zeigt damit, dass es nicht nur gegen Cheater oder Betrüger vorgeht, sondern auch gegen Personen mit internem Zugriff, die vertrauliche Inhalte weitergeben sollen.

Fortnite-Leaks sind für Epic besonders sensibel

Fortnite ist längst mehr als ein Battle-Royale-Spiel. Die Plattform lebt von Kooperationen mit Marken, Filmen, Serien, Musikern, Anime-Franchises und anderen Spielen. Viele dieser Inhalte werden über lange Marketingpläne vorbereitet und sollen zu einem bestimmten Zeitpunkt enthüllt werden.

Leaks können diese Pläne beschädigen. Wenn Skins, Events oder Crossover früh bekannt werden, verlieren Ankündigungen an Wirkung. Noch wichtiger: Partner können verärgert reagieren, wenn ihre Inhalte vorab öffentlich werden.

Genau deshalb ist der Unterschied zwischen Datamining und internem Leak relevant. Dataminer durchsuchen öffentliche Builds nach Hinweisen. Epic wirft Cohen dagegen vor, Informationen genutzt zu haben, die ihm nur wegen seiner Arbeit für das Unternehmen zugänglich gewesen seien.

Ein klares Warnsignal an interne Leaker

Der Fall zeigt, wie ernst Epic vertrauliche Informationen behandelt. Wer als Mitarbeiter oder Contractor Zugriff auf interne Systeme hat, bewegt sich in einem völlig anderen rechtlichen Rahmen als normale Spieler, die öffentlich verfügbare Daten analysieren.

Für die Fortnite-Leaker-Szene dürfte der Vergleich daher eine abschreckende Wirkung haben. Epic muss nicht jeden Leak verhindern können, aber das Unternehmen will offensichtlich deutlich machen, dass interne Verstöße gegen NDAs Konsequenzen haben.

Ob der Fall am Ende ohne Geldstrafe endet, ändert wenig an der Botschaft. Wenn das Gericht den Vergleich bestätigt, darf Cohen künftig keine vertraulichen Epic-Informationen mehr nutzen oder teilen. Für Epic wäre das vor allem ein Präzedenzfall in einer Zeit, in der Fortnite-Crossover und geheime Partnerinhalte zu den wichtigsten Bausteinen des Spiels gehören.

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Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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