Eintracht Frankfurt könnte 2027 dauerhaft auf der großen VALORANT-Bühne vertreten sein. Nach Informationen des Insider-Accounts „valohabercisi“ gehört die deutsche Organisation zu den Finalisten im Auswahlverfahren für Riots neuen VCT-Partnerschaftszyklus. Eine endgültige Entscheidung soll noch nicht gefallen sein. Besonders interessant aus deutscher Sicht: Frankfurt soll im aktuellen Auswahlprozess vor FOKUS liegen, das sich ebenfalls um einen der begehrten Plätze bewirbt. Riot Games und Eintracht Frankfurt haben den Bericht bislang nicht bestätigt.
Entsprechend sollte die Meldung derzeit ausdrücklich als Leak beziehungsweise Insiderbericht behandelt werden. Dass Riot tatsächlich neue Partner auswählt, steht dagegen fest: Mit der Saison 2027 beginnt ein neuer, auf zwei Jahre ausgelegter VCT-Partnerschaftszyklus.
Eintracht Frankfurt soll Finalrunde erreicht haben
Der aktuelle Bericht stammt vom VALORANT-Insider „valohabercisi“.
Demnach befindet sich Eintracht Frankfurt in der finalen Auswahlphase für einen VCT-Partnerplatz in EMEA. Noch sei allerdings keine endgültige Entscheidung gefallen.
Der Leak behauptet zudem, dass Frankfurt derzeit bessere Chancen besitzen soll als FOKUS.
Interessanterweise gibt es parallel auch Berichte, wonach FOKUS selbst die finale Phase des Riot-Auswahlprozesses erreicht habe. Beide Meldungen schließen sich entsprechend nicht aus: Mehrere Organisationen können sich in der letzten Auswahlrunde befinden, während Riot anschließend über die endgültigen acht Partner entscheidet.
Auch innerhalb der internationalen VALORANT-Community wird der mögliche Eintracht-Einstieg inzwischen intensiv diskutiert. Ein entsprechender Thread auf r/ValorantCompetitive erreichte innerhalb weniger Stunden mehr als 150 Upvotes.
Riot sucht nur noch acht Partner für VCT EMEA
Der Partnerstatus wird 2027 noch wertvoller als bislang.
Riot reduziert die International Leagues in EMEA, Americas und Pacific auf jeweils acht Partnerorganisationen. Dazu kommen zu Saisonbeginn vier Teams, die sich über offene Qualifier für das Kickoff qualifizieren.
Damit besteht das Kickoff jeder dieser Regionen aus insgesamt zwölf Mannschaften:
| VCT Kickoff 2027 | Teams |
|---|---|
| Partnerorganisationen | 8 |
| Open-Qualifier-Teams | 4 |
| Gesamt | 12 |
Partner erhalten dabei weiterhin erhebliche Vorteile.
Dazu gehören eine garantierte jährliche Basisvergütung von Riot, zusätzliche Leistungsboni, eigene Team-Capsules im Spiel und bessere Ausgangspositionen innerhalb des Qualifikationssystems.
Ein permanenter Freifahrtschein für sämtliche Wettbewerbe ist der Partnerstatus allerdings nicht mehr.
Nach dem Kickoff müssen auch Partnerteams ihre Plätze in späteren Cups, Masters und bei Champions zunehmend über sportliche Ergebnisse verdienen.
Frankfurt erfüllt einige von Riots wichtigsten Auswahlkriterien
Riot hat bereits öffentlich gemacht, wonach die neuen Partner ausgewählt werden.
Bewertet werden unter anderem:
- Engagement für die VALORANT-Community
- Reichweite und Verbindung zur eigenen Fanbase
- wirtschaftliche Stabilität
- verantwortungsvolle Unternehmensführung
- Infrastruktur und operative Fähigkeiten
- sportlicher Erfolg und Entwicklung des Teams
Gerade aus wirtschaftlicher und organisatorischer Sicht könnte Eintracht Frankfurt hier ein ungewöhnlich starkes Gesamtpaket darstellen.
Hinter dem VALORANT-Team steht schließlich kein reines E-Sport-Startup, sondern einer der bekanntesten deutschen Fußballvereine mit professioneller Infrastruktur, großer bestehender Fanbasis und langfristig aufgebauter E-Sport-Abteilung.
Dazu kommt inzwischen auch die sportliche Komponente.
Eintracht Frankfurt schrieb 2026 bereits VCT-Geschichte
Der ursprüngliche Bericht unterschätzt den Saisonverlauf der Eintracht sogar etwas.
Frankfurt erreichte 2026 nicht lediglich die Play-Ins von VCT EMEA Stage 2, sondern schaffte anschließend tatsächlich den Sprung in die Playoffs der höchsten europäischen VALORANT-Spielklasse.
Damit wurde die SGE nach eigener Darstellung zum ersten deutschen Team überhaupt, dem dieser Schritt gelang.
Der Weg dorthin begann allerdings mit einer Niederlage.
Im ersten Play-In-Match verlor Frankfurt mit 1:2 gegen GIANTX. Danach folgte jedoch ein bemerkenswerter Lower-Bracket-Lauf:
| Gegner | Ergebnis |
|---|---|
| GIANTX | 1:2 |
| Gentle Mates | 2:0 |
| Team Heretics | 2:0 |
| Eternal Fire | 2:0 |
Damit qualifizierte sich Eintracht Frankfurt für die eigentlichen Stage-2-Playoffs.
Dort war anschließend gegen Team Liquid Schluss. Frankfurt gewann zunächst Lotus mit 13:6, verlor danach aber Split und Ascent deutlich und damit die Serie mit 1:2.
Trotzdem war allein das Erreichen dieser Phase ein wichtiger sportlicher Nachweis gegenüber Riot.
2026 war erstmals der Weg von Challengers in die VCT geöffnet
Dass Frankfurt überhaupt gegen etablierte VCT-Organisationen antreten konnte, war Teil von Riots Übergangssystem für 2026.
In Stage 2 erhielten vier Challengers-Teams aus EMEA die Möglichkeit, sich über Play-Ins und Playoffs bis in Richtung Champions vorzuarbeiten.
Eintracht Frankfurt gehörte zu diesen Herausforderern und zeigte dabei, dass das Team auch gegen etablierte Partner konkurrenzfähig sein kann.
Genau diese Entwicklung könnte bei der neuen Partnerauswahl eine Rolle spielen. Riot nennt „Wettbewerbserfolg und Leistungsentwicklung“ ausdrücklich als eines seiner Kriterien.
FOKUS dürfte der wichtigste deutsche Konkurrent sein
Falls der aktuelle Leak stimmt, könnte es innerhalb der finalen Auswahl auf ein deutsches Duell hinauslaufen.
Auch FOKUS soll laut separaten Berichten die letzte Phase des Partnerprozesses erreicht haben.
Dass Riot am Ende sowohl Eintracht Frankfurt als auch FOKUS auswählt, ist zwar theoretisch möglich, aufgrund der lediglich acht verfügbaren EMEA-Plätze aber keineswegs selbstverständlich.
Hinzu kommen zahlreiche große europäische Organisationen, die ebenfalls um einen Platz kämpfen.
In der Community kursieren Berichte über deutlich mehr Finalisten als tatsächlich verfügbare Partnerplätze. Eine endgültige Liste hat Riot bislang nicht veröffentlicht.
Der angebliche Vorsprung von Eintracht Frankfurt gegenüber FOKUS stammt deshalb ausschließlich aus dem aktuellen Insiderbericht und lässt sich derzeit nicht unabhängig bestätigen.
VCT 2027 funktioniert auch ohne Partnerplatz
Eine Absage durch Riot würde gleichzeitig nicht mehr bedeuten, dass Frankfurt aus der VCT verschwindet.
Das ist einer der größten Unterschiede gegenüber dem bisherigen System.
Ab November beginnen erstmals offene Qualifier für das VCT Kickoff 2027. In Europa, der Türkei und MENA werden eigene Qualifikationswege angeboten.
Vier Open-Qualifier-Mannschaften schaffen es anschließend zusätzlich zu den acht Partnerteams ins Kickoff.
Auch danach können Nicht-Partner weiter zu Cups, Masters und letztlich sogar VALORANT Champions vorstoßen. Riot bezeichnet den neuen Ansatz deshalb selbst als System ohne garantierte Wege: Partner besitzen Vorteile, müssen ihre sportliche Position anschließend aber ebenfalls verteidigen.
Für Eintracht Frankfurt bedeutet das: Selbst ohne Partnerstatus könnte die Organisation weiterhin sportlich in die VCT gelangen.
Finanziell und strategisch wäre ein fester Platz trotzdem erheblich wertvoller.
Ein deutsches Partnerteam wäre für VCT EMEA bemerkenswert
Ein Erfolg der Eintracht hätte zudem besondere Bedeutung für den deutschen VALORANT-E-Sport.
Die europäische VCT wurde über Jahre in Berlin ausgetragen, trotzdem existierte bislang kein klassisches deutsches E-Sport-Team als fester regionaler Partner.
Genau dieser Punkt wird auch in der aktuellen Reddit-Diskussion häufig hervorgehoben.
Eintracht Frankfurt würde zudem einen anderen Typ Organisation in die Liga bringen: einen traditionsreichen europäischen Sportverein, der sein Engagement im E-Sport zunehmend professionalisiert hat.
Riot hat für die Auswahl ausdrücklich angekündigt, nicht nur rein sportliche Ergebnisse, sondern auch Community-Verbindung, wirtschaftliche Stabilität und langfristige Infrastruktur zu bewerten.
In all diesen Bereichen könnte die Eintracht Argumente vorweisen.
Noch bleibt allerdings der wichtigste Satz dieser Meldung: Riot hat nichts bestätigt.
Der aktuelle Stand ist ein Leak, wonach Eintracht Frankfurt die letzte Auswahlphase erreicht hat und momentan bessere Chancen als FOKUS besitzen soll. Nach der starken VCT-Saison 2026 wäre ein Partnerplatz zumindest sportlich keine völlig überraschende Entwicklung mehr.
Sollte Riot den Zuschlag tatsächlich erteilen, hätte Deutschland 2027 erstmals einen der begehrten festen Startplätze im neuen VCT-EMEA-System.

