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EA Sports FC 27: Was der offene Modus The Grounds tatsächlich bietet

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Drei Stadtviertel, Partyspiele mit Ball, Profis als Mentoren und ein Fortschrittssystem mit verbrauchbaren Boostern: EA hat ausführliche Details zum neuen sozialen Modus veröffentlicht – und dabei auch einen Punkt, der Diskussionen auslösen dürfte.

Als EA Ende Juli den neuen Modus The Grounds ankündigte, blieb es bei Schlagworten: sozialer Bolzplatz, Straßenfußball, Treffpunkt für Freunde. Inzwischen hat der Publisher nachgelegt und beschreibt den Modus deutlich konkreter. Das Ergebnis ist ambitionierter als erwartet – The Grounds ist keine Menü-Erweiterung, sondern eine begehbare Onlinewelt, in der sich Spielmodi, Fortschritt und Anpassung bündeln.

Paris, Buenos Aires und der englische Vorort

Die Welt gliedert sich in drei Distrikte, die jeweils einer realen Fußballkultur nachempfunden sind. Montclair orientiert sich am urbanen Käfigfußball von Paris, Zeiza greift die argentinische Potrero-Tradition auf und mischt europäische mit lateinamerikanischer Architektur, Parkside bildet den britischen Vorortfußball ab und ist entsprechend die Heimat der klassischen Elf-gegen-elf-Partien. Jedes Viertel bekommt eigene Bauten, Wandbilder und interaktive Punkte, an denen sich Informationen zu Spielern und Orten der Fußballgeschichte abrufen lassen.

Verbunden sind die drei Bereiche über die Terrace, ein zentraler Treffpunkt, von dem aus sich das eigene Clubhaus, die Mitspieler und die umliegenden Distrikte erreichen lassen. Nach Angaben von EA sollen sich dort bis zu hundert Spieler gleichzeitig aufhalten können.

Die Architektur folgt dabei einer erkennbaren Logik: Welche Art von Fußball hinter einer Tür wartet, soll sich am Gebäude ablesen lassen. Ein Backsteinstadion beherbergt die vollen Partien, ein moderner Bau den schnellen Rush-Modus.

Kleinfeld, Käfig und vier Partyspiele

Spielerisch bringt The Grounds zunächst die üblichen Kleinfeldformate mit: Eins gegen eins, Zwei gegen zwei, Drei gegen drei sowie Rush im Fünf-gegen-fünf, verteilt über die offene Welt.

Interessanter sind die Kickabouts, die eher an Partyspiele erinnern als an Fußball. Bei Goal Control stehen acht Tore in einer Arena, gewertet wird, wer die Mehrheit davon kontrolliert. The Big Race verwandelt Dribbling in einen Hindernisparcours mit beweglichem Trainingsgerät. Bucket Ball kombiniert Fußball mit Basketball, zwei Zweierteams versuchen, den Ball in erhöhte Körbe zu befördern. Und Balloon Ball funktioniert wie Völkerball: Über jedem Spieler schweben drei Ballons, die die Gegenseite mit Schüssen zum Platzen bringen muss.

Weitere Kickabouts sollen im Jahresverlauf folgen. Verteilt in den Distrikten finden sich zudem Zielscheiben, die sich in Fensterrahmen, hinter Parkzäunen oder auf offenen Flächen verstecken und nebenbei bespielt werden können.

Profis als Wegweiser

Statt Menüs übernehmen bekannte Fußballer die Einführung in die einzelnen Bereiche. Zum Start sind Kylian Mbappé, Paulo Dybala, Chloe Kelly und Alex Hunter aus der früheren Story-Reihe The Journey dabei, jeweils mit eigenem Zuständigkeitsbereich. Mbappé deckt Kleinfeldspiel, Beweglichkeit und Kreativität ab und knüpft dabei an seine Anfänge auf den Plätzen von Bondy an. Kelly ist für den englischen Breitenfußball und die Kickabouts zuständig, Hunter begleitet die Weiterentwicklung des eigenen Profis.

Die Mentoren sind damit mehr als Dekoration: Sie verbinden konkrete Aktivitäten mit dem Fortschritt der selbst erstellten Figur.

Archetypen, Amps – und ein bekanntes Muster

Beim Fortschrittssystem wird es interessant. Der eigene Spieler entwickelt sich über sogenannte Archetypen und Herausforderungen weiter, abgeschlossene Aktivitäten bringen dauerhafte Werteverbesserungen. Erfreulich: Ein Zurücksetzen der Verteilung soll kostenlos möglich sein.

Daneben stehen die Amps, verbrauchbare Gegenstände, die die Leistung vorübergehend verändern. Bis zu drei lassen sich gleichzeitig ausrüsten. Standardvarianten geben zeitlich begrenzte Wertesteigerungen, die Signature Amps orientieren sich an realen Profis und deren Eigenheiten. Als Beispiel nennt EA einen Mbappé-Amp, der Schusskraft und Stärke um jeweils vier Punkte anhebt, dazu den Spielstil Akrobatisch und einen Bonus für Eins-gegen-eins-Abschlüsse liefert; die Wirkung soll fünf Partien anhalten.

Amps lassen sich über Aufgaben, Live-Events, Kampagnen und den Saisonfortschritt verdienen. Sie werden allerdings auch im Ingame-Shop erhältlich sein – ein Detail, das angesichts der ohnehin laufenden Debatte um Monetarisierung in der FC-Reihe nicht unbemerkt bleiben dürfte. Zeitlich begrenzte Werteboni, die sich kaufen lassen, sind in einem kompetitiven Onlinemodus ein empfindlicher Punkt, selbst wenn sie parallel erspielbar sind.

Trikots, Marken und Straßenmode

Die Anpassung reicht über die Werte hinaus. Geplant sind Freizeit- und Sportbekleidung, District Collections mit Bezug zu Fußballgemeinschaften weltweit, Matchday-Kleidung, Replika-Trikots sowie Markenartikel von Nike, Adidas, Puma und New Balance. Dazu kommen die erwähnten interaktiven Punkte in den Distrikten, an denen sich Hintergründe zu Vereinen, Spielern und Orten abrufen lassen.

Zehn Saisons und wechselnde Themen

The Grounds soll sich über das Jahr verändern. EA plant zehn saisonale Aktualisierungen, die jeweils ein eigenes Thema mitbringen und Teile der Welt umgestalten. Im Oktober steht European Nights im Zeichen der Champions League, parallel bringt Screaming Grounds Halloween-Inhalte. Im November folgt Thunder Struck rund um den Black Friday, im Dezember verwandelt Frozen Grounds die Distrikte in eine Winterlandschaft, und der Januar dreht sich um das Team of the Year.

Die Umgestaltung betrifft nicht nur die Optik: Auch Aufgaben und Belohnungen sollen dem jeweiligen Thema folgen. Für die Champions-League-Saison kündigt EA entsprechende Beflaggung, Ballons und Dekoration im gesamten Areal an.

Verfügbarkeit und offene Fragen

EA Sports FC 27 erscheint am 25. September 2026. Wichtig für die Kaufentscheidung: The Grounds läuft ausschließlich auf PC, PlayStation 5, Xbox Series X und S sowie Nintendo Switch 2. Wer das Spiel für PlayStation 4, Xbox One oder die erste Switch kauft, bekommt den Modus nicht.

Neben The Grounds bleiben die etablierten Bereiche Ultimate Team, Karrieremodus, Clubs und Rush erhalten. Ob der neue Modus mehr wird als eine aufwendig gestaltete Menüalternative, hängt vor allem davon ab, wie tief die Kickabouts tragen und wie aggressiv die Amps im Shop platziert werden. Beides lässt sich vor dem Erscheinen nicht beurteilen.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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