EA Sports FC 27 ist auf dem Rasen das bessere Fußballspiel als sein direkter Vorgänger. Das Tempo wurde reduziert, Angriffe wirken intelligenter, Verteidigen verlangt mehr Eigenleistung und der Authentic-Modus kommt einer echten Fußballsimulation näher. Trotzdem bleibt nach vielen guten Ansätzen eine unangenehme Frage hängen: Ist das wirklich genug für einen neuen Vollpreistitel? Denn außerhalb des eigentlichen Spiels auf dem Platz fühlt sich FC 27 an vielen Stellen erstaunlich vertraut an – und die große diesjährige Neuerung The Grounds überzeugt längst nicht so eindeutig, wie es EA gerne hätte.
EA Sports befindet sich mit seiner Fußballreihe in einer schwierigen Situation. Jedes Jahr soll ein neues Spiel erscheinen, jedes Jahr erwartet die Community sichtbare Veränderungen und gleichzeitig darf das Grundgerüst nicht so stark verändert werden, dass Millionen bestehende Spieler plötzlich wieder bei null anfangen.
FC 26 hatte dieses Problem überraschend elegant gelöst. Mit Competitive und Authentic Gameplay entstanden zwei unterschiedliche Ansätze, die Arcade-orientierte Online-Spieler und Freunde eines langsameren Fußballspiels zumindest theoretisch unter einen Hut bringen konnten.
EA Sports FC 27 revolutioniert dieses Konzept nicht. EA verfeinert es.
Und genau darin liegt sowohl die größte Stärke als auch die größte Schwäche des Spiels.
EA Sports FC 27 im Überblick
| Entwickler | EA Vancouver / EA Romania |
| Publisher | EA Sports |
| Release | 25. September 2026 |
| Genre | Fußball / Sportsimulation |
| Plattformen | PC, PS5, PS4, Xbox Series X/S, Xbox One, Switch 2 |
| Getesteter Schwerpunkt | Gameplay, Karriere, Online-Modi, The Grounds |
| Fragster-Wertung | 7,5/10 |
Der erste Eindruck: Das ist schon wieder FC
Wer FC 26 intensiv gespielt hat, benötigt in FC 27 keine große Eingewöhnungsphase.
Menüführung, Präsentation, Bewegungsabläufe und die grundsätzliche Struktur wirken sofort vertraut.
Das ist einerseits gut.
Die Serie besitzt mittlerweile ein solides spielerisches Fundament, und EA hat vernünftigerweise nicht versucht, funktionierende Mechaniken nur um der Veränderung willen komplett umzubauen.
Andererseits entsteht schon nach den ersten Partien dieses Gefühl, das jährlich über der Reihe schwebt:
Ist das wirklich ein neues Spiel oder ein sehr großes Saison-Update?
FC 27 beantwortet diese Frage nicht eindeutig zu seinen Gunsten.
Auf dem Platz sind Unterschiede vorhanden. Teilweise sogar wichtige.
Abseits davon fällt der Fortschritt jedoch erheblich kleiner aus.
FC 27 spielt sich langsamer – und das tut ihm gut
Die vielleicht angenehmste Veränderung ist das leicht reduzierte Grundtempo.
EA Sports FC war in den vergangenen Jahren immer wieder in eine Richtung gerutscht, in der Geschwindigkeit nahezu jedes taktische Problem lösen konnte.
Ball nach vorne.
Sprint.
Dribbling.
Abschluss.
Wiederholen.
FC 27 zwingt zumindest häufiger dazu, einen Angriff tatsächlich aufzubauen.
Kurze Pässe durch das Mittelfeld funktionieren gut. Das Verschieben der Mannschaft wird wichtiger und gerade in der eigenen Hälfte lohnt es sich, einen Moment länger auf die richtige Lücke zu warten.
Dadurch entstehen Spielsituationen, die tatsächlich etwas mehr nach Fußball aussehen.
Das ist keine Revolution.
Es ist aber eine sinnvolle Verbesserung.
Die Offensive denkt endlich besser mit

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Besonders deutlich wird die Überarbeitung bei den Laufwegen.
Mitspieler erkennen freie Räume besser und versuchen wesentlich häufiger, sich sinnvoll zwischen den gegnerischen Linien anzubieten.
Stürmer bewegen sich näher an der Abseitsgrenze und starten ihre Läufe intelligenter.
Natürlich funktioniert das nicht immer perfekt.
Gelegentlich steht der Angreifer genau in dem Moment einen halben Meter im Abseits, in dem der entscheidende Pass kommen soll.
Grundsätzlich ist die offensive KI jedoch stärker als im Vorgänger.
Das verändert den Spielfluss.
Man wartet weniger darauf, dass ein KI-Mitspieler endlich versteht, welche offensichtliche Lücke sich vor ihm geöffnet hat.
Kurvenläufe bringen neue Möglichkeiten
Neu sind unter anderem die sogenannten Kurvenläufe.
Statt einen Spieler einfach stumpf vertikal nach vorne zu schicken, könnt ihr ihm einen Laufweg geben, bei dem er sich zunächst seitlich bewegt und anschließend in die Tiefe startet.
Das klingt nach einer Kleinigkeit.
In engen Partien kann diese Bewegung allerdings extrem wirkungsvoll sein.
Ein Innenverteidiger muss plötzlich entscheiden, ob er dem Stürmer folgt oder seine Position hält. Dadurch entstehen Räume, die klassische gerade Läufe nicht geöffnet hätten.
Gerade gegen menschliche Gegner kann das sehr effektiv werden.
Vielleicht sogar zu effektiv.
Denn hier zeigt sich erneut ein grundsätzliches Problem der Reihe: Sobald die Community eine besonders starke Mechanik entdeckt, dauert es häufig nicht lange, bis praktisch jede Partie davon geprägt wird.
Ob die Kurvenläufe langfristig Bestandteil einer abwechslungsreichen Offensive bleiben oder zur nächsten Pflichtmechanik werden, dürfte stark davon abhängen, wie EA nach dem Release an der Balance arbeitet.
„Passen & Folgen“ funktioniert – vielleicht sogar zu gut
Ähnlich sieht es beim neuen Passen & Folgen aus.
Im Grunde handelt es sich um eine weiterentwickelte Variante des Doppelpasses.
Nach dem Zuspiel sucht der abspielende Spieler automatisch einen freien Raum und bietet sich erneut an.
Dadurch entstehen schöne Kombinationen.
Insbesondere vor dem Strafraum lassen sich mit wenigen Aktionen überraschend gefährliche Situationen erzeugen.
Das Problem liegt auch hier bei der KI.
Die Laufwege sind teilweise so gut, dass der eigentliche Spieler am Controller gar nicht mehr besonders viel leisten muss.
Man aktiviert die Bewegung und wartet anschließend auf den richtigen Zeitpunkt für den Rückpass.
EA möchte den menschlichen Einfluss erhöhen.
Ausgerechnet einige der neuen Offensivmechaniken nehmen dem Spieler aber wieder Entscheidungen ab.
Das wirkt widersprüchlich.
Verteidigen ist endlich wieder eure Aufgabe
Die vielleicht wichtigste Veränderung betrifft die Defensive.
Die KI verteidigt nicht mehr so aggressiv für euch.
In FC 26 konnte man teilweise darauf vertrauen, dass computergesteuerte Verteidiger Zweikämpfe übernehmen, Passwege schließen und Angriffe praktisch selbstständig entschärfen.
Das reduzierte den Unterschied zwischen guten und durchschnittlichen Spielern.
FC 27 schraubt diese Unterstützung zurück.
Verteidiger halten weiterhin ihre Positionen, greifen aber deutlich weniger eigenständig ein.
Wer einen Angreifer stoppen möchte, muss häufiger selbst den richtigen Spieler auswählen und den Zweikampf führen.
Das ist grundsätzlich die richtige Entscheidung.
Manuelles Verteidigen erhöht den Anspruch
Gerade im Online-Spiel entsteht dadurch ein stärkerer Unterschied zwischen Spielern, die defensive Situationen lesen können, und Spielern, die darauf warten, dass die KI das Problem löst.
Falsches Wechseln wird bestraft.
Wer den Innenverteidiger im falschen Moment herauszieht, öffnet einen riesigen Raum.
Wer mit dem Sechser zu spät zurückkommt, lässt eine Lücke zwischen Mittelfeld und Abwehr entstehen.
Das fühlt sich zunächst hart an.
Es ist aber fairer.
Ein Fußballspiel sollte nicht überwiegend dadurch entschieden werden, wie gut die KI für den Spieler verteidigt.
Die defensive KI schlägt manchmal ins andere Extrem aus
Leider hat EA das Problem nicht vollständig gelöst.
Denn weniger KI-Unterstützung bedeutet in FC 27 gelegentlich einfach:
Die Verteidiger tun gar nichts.
Teilweise beobachten Mitspieler einen Angreifer erstaunlich passiv.
Besonders zwischen Mittelfeld und Abwehr entstehen Lücken, die bei einer echten Mannschaft kaum erklärbar wären.
Mehr Eigenverantwortung ist gut.
Dass ein virtueller Innenverteidiger deshalb seine taktische Ausbildung vergessen muss, ist es nicht.
Hier muss EA die Balance finden.
Ein KI-Verteidiger sollte nicht eigenständig jeden Angriff stoppen.
Er sollte aber trotzdem wie ein professioneller Fußballer reagieren.
Schnelle Spieler bleiben ein Problem
Das geringere Spieltempo hätte eigentlich eine gute Gelegenheit geboten, die enorme Bedeutung schneller und wendiger Spieler einzuschränken.
Das gelingt nur teilweise.
Sobald ein explosiver Angreifer etwas Raum bekommt, kann er weiterhin extrem schwer zu stoppen sein.
Das fällt sogar besonders auf, weil der Rest des Spiels etwas langsamer geworden ist.
Ein technisch starker Spieler mit hohem Tempo hebt sich dadurch noch deutlicher von seiner Umgebung ab.
Gerade im Competitive-Modus kann daraus schnell wieder eine sehr bekannte Meta entstehen:
Tempo schlägt vieles.
Das ist nicht mehr ganz so extrem wie in einigen früheren Teilen.
Verschwunden ist das Problem aber keineswegs.
Manche Pässe bleiben völlig unerklärlich
Beim Passspiel zeigt FC 27 zwei Gesichter.
Kurze Kombinationen können hervorragend aussehen.
Der Ball läuft flüssig durch die eigenen Reihen, Spieler bewegen sich sinnvoll und mit etwas Geduld lässt sich eine gegnerische Defensive tatsächlich auseinanderziehen.
Dann versucht man einen völlig normalen Pass über zehn Meter.
Und der Ball landet irgendwo.
Diese Situationen treten nicht permanent auf.
Aber häufig genug, um zu nerven.
Besonders bitter wird es online, wenn ein eigentlich sauber aufgebauter Angriff durch einen unverständlichen Fehlpass endet und daraus unmittelbar ein Konter entsteht.
Mehr manuelle Präzision ist grundsätzlich begrüßenswert.
Der Spieler sollte aber verstehen können, warum ein Pass nicht funktioniert hat.
Das gelingt FC 27 nicht immer.
Schüsse wirken etwas natürlicher
Beim Abschluss hat EA ebenfalls nachgebessert.
Schüsse besitzen etwas mehr Variation und wirken nicht mehr ganz so häufig wie dieselbe wiederholte Animation.
Flugbahnen unterscheiden sich stärker und Abschlüsse sehen insgesamt natürlicher aus.
Gleichzeitig wurden angeschnittene Schüsse offenbar abgeschwächt.
Das ist willkommen.
In FC 26 gab es Situationen, in denen bestimmte Schussarten so zuverlässig funktionierten, dass kaum noch ein Grund bestand, andere Varianten zu nutzen.
FC 27 versucht hier wieder etwas mehr Vielfalt hineinzubringen.
Ganz verschwunden ist die Suche nach der perfekten Meta natürlich nicht.
Das wird bei einem kompetitiven Fußballspiel wahrscheinlich auch nie passieren.
Die neuen Ecken sind überraschend gut
Eine der unscheinbarsten Neuerungen gehört tatsächlich zu den gelungensten.
Eckbälle funktionieren anders.
Nach der Hereingabe beziehungsweise während ihrer Vorbereitung übernimmt man stärker die Kontrolle über einen Spieler im Strafraum.
Dort kann man versuchen, sich vom Verteidiger zu lösen und die optimale Position für den Kopfball zu erreichen.
Eine spezielle Ausweichbewegung hilft dabei, durch das Gedränge zu kommen.
Das macht aus der früher häufig eher lästigen Unterbrechung ein kleines spielerisches Duell.
Es ist nicht besonders tief.
Aber es macht Spaß.
Und manchmal sind genau solche kleinen Änderungen besser als irgendein riesiges Feature, das vor allem für Trailer entwickelt wurde.
Competitive und Authentic bleiben zwei verschiedene Spiele
Die Aufteilung aus FC 26 bleibt grundsätzlich bestehen.
Und das ist weiterhin eine gute Idee.
Im Competitive Gameplay steht das direkte Duell gegen andere Spieler im Vordergrund.
Das Spiel reagiert schneller, Mechaniken sind klarer auf Wettbewerb ausgelegt und Tempo sowie individuelle Fähigkeiten besitzen eine größere Bedeutung.
Der Authentic-Modus verfolgt eine andere Richtung.
Hier wirkt Fußball langsamer, physischer und taktischer.
Schnelle Spieler haben weiterhin Vorteile, können aber nicht mehr jede Situation allein über Tempo lösen.
Zweikämpfe spielen eine größere Rolle, Laufwege müssen besser geplant werden und das gesamte Spiel wirkt weniger hektisch.
Authentic Gameplay 2.0 ist keine Revolution
EA nennt die neue Variante Authentic Gameplay 2.0.
Das klingt größer, als die tatsächlichen Veränderungen sind.
Spielerbewegungen wurden verbessert.
Physische Duelle wirken besser.
Das CPU-Verhalten wurde angepasst.
Das Grundprinzip bleibt aber dasselbe.
Wer FC 26 im Authentic-Modus gerne gespielt hat, bekommt hier eine bessere Version davon.
Wer damit vorher nichts anfangen konnte, wird durch FC 27 kaum plötzlich bekehrt.
PlayStyles sind immer noch viel zu wichtig
Eines der schwierigsten Systeme der vergangenen Jahre sind die PlayStyles.
Sie sollten eigentlich dafür sorgen, dass unterschiedliche Fußballer auch tatsächlich unterschiedlich funktionieren.
Das ist grundsätzlich sinnvoll.
Das Problem beginnt, sobald bestimmte PlayStyles wichtiger werden als die eigentlichen Spielerwerte.
Genau das war in FC 26 häufig der Fall.
Manche Karten wurden allein aufgrund bestimmter Spielstile zur Meta, während nominell hervorragende Fußballer praktisch ignoriert wurden.
FC 27 versucht dieses Verhältnis zu verbessern.
Teilweise funktioniert das.
Einzelne dominante PlayStyles wurden abgeschwächt, andere gewinnen dagegen an Bedeutung.
Das grundlegende Problem verschwindet dadurch nicht.
Die Macht wurde eher neu verteilt.
The Grounds ist die große Neuerung – aber brauchen wir das wirklich?
Der sichtbarste neue Modus heißt The Grounds.
EA baut einen sozialen Treffpunkt, in dem Spieler zusammenkommen und verschiedene Aktivitäten nutzen können.
Die Idee erinnert zwangsläufig an die virtuellen Städte und Nachbarschaften anderer Sportspiele.
Und genau deshalb waren wir zunächst skeptisch.
Wer NBA 2K gespielt hat, kennt das Problem solcher Systeme.
Statt einfach ein Sportspiel zu starten, läuft man plötzlich durch einen digitalen Freizeitpark voller Menüs, Shops und anderer Spieler.
The Grounds ist grundsätzlich besser integriert, als die schlimmsten Befürchtungen vermuten ließen.
Aber die zentrale Frage bleibt:
Warum muss das in einem Fußballspiel sein?
Viel Aufwand für wenig echten Fußball
Als sozialer Treffpunkt kann The Grounds funktionieren.
Andere Spieler sehen.
Aktivitäten starten.
Gemeinsam herumhängen.
Für eine bestimmte Zielgruppe dürfte das durchaus interessant sein.
Aber The Grounds fühlt sich nicht nach der Neuerung an, auf die EA Sports FC dringend gewartet hat.
Die Serie hat genügend Baustellen:
- Spielerkarriere
- Online Seasons
- KI-Verhalten
- Server
- Präsentation
- Animationen
- langfristige Balance
Vor diesem Hintergrund wirkt ein virtueller Treffpunkt eher wie ein Feature, das sich gut vermarkten lässt, aber nicht unbedingt das eigentliche Fußballspiel verbessert.
Ultimate Team bleibt Ultimate Team
Natürlich ist auch Ultimate Team wieder dabei.
EA verändert einzelne Systeme, führt neue Kartenvarianten ein und vereinfacht Teile des Seltenheitssystems.
Spielerisch profitiert FUT stark von den Verbesserungen des Competitive-Gameplays.
Das manuellere Verteidigen sorgt für anspruchsvollere Partien.
Neue Laufwege geben der Offensive zusätzliche Möglichkeiten.
Gleichzeitig bleibt Ultimate Team aber der Modus, in dem Balance-Probleme am schnellsten sichtbar werden.
Schnelle Spieler, starke PlayStyles und besonders effektive Mechaniken verbreiten sich innerhalb kürzester Zeit.
Was am ersten Wochenende abwechslungsreich wirkt, kann wenige Wochen später bereits von wenigen optimalen Spielweisen dominiert werden.
Hier wird entscheidend sein, wie vorsichtig EA mit den ersten großen Patches umgeht.
Bitte nicht wieder FC 26 kaputtpatchen
Denn genau das ist ein wichtiger Punkt.
FC 26 startete spielerisch durchaus überzeugend.
Im Laufe des Jahres veränderten mehrere Aktualisierungen das Spielgefühl teilweise deutlich.
Das ursprüngliche Gleichgewicht ging verloren.
EA hat für FC 27 signalisiert, dass die grundlegenden Gameplay-Systeme diesmal möglichst nicht durch aggressive Änderungen umgebaut werden sollen.
Das wäre die richtige Strategie.
FC 27 benötigt Feinarbeit.
Es benötigt aber keinen Patch, der nach sechs Wochen aus einem guten Fußballspiel wieder eine völlig andere Version macht.
Managerkarriere bekommt endlich sinnvolle Änderungen
Deutlich mehr Mühe ist in die Managerkarriere geflossen.
Das Transfersystem wurde überarbeitet.
Statt der altbekannten und inzwischen reichlich angestaubten Büro-Sequenzen laufen Verhandlungen nun anders ab und können sich über mehrere Phasen erstrecken.
Zusätzliche Vertragsoptionen wie Rückkaufklauseln erhöhen die Flexibilität.
Die Zusammenarbeit mit TransferRoom soll außerdem für eine realistischere Darstellung des Transfermarkts sorgen.
Das wirkt sinnvoll.
Vor allem laufen Transfers strukturierter und teilweise schneller ab.
Dynamische Spielerwerte sind eine gute Idee
Interessanter ist das neue dynamische Bewertungssystem.
Die Gesamtstärke eines Spielers wird stärker durch aktuelle Faktoren beeinflusst.
Dazu gehören:
- Form
- Fitness
- Moral
- Einsatzzeit
Dadurch soll ein Spieler über eine Saison hinweg nicht einfach immer exakt dieselbe Bewertung besitzen.
Das klingt hervorragend.
In der Praxis entfaltet dieses System seinen Wert allerdings vermutlich erst nach mehreren Spielzeiten.
In kurzen Testphasen fällt die Veränderung entsprechend wenig auf.
Für Langzeitspieler könnte daraus aber eine der sinnvollsten Neuerungen von FC 27 werden.
Die Karriere erschlägt Einsteiger
Gleichzeitig bleibt der Manager-Modus ein Menümonster.
Neue Spieler werden mit Informationen, Tutorials und Systemen bombardiert.
Wer einfach seinen Lieblingsverein übernehmen, zwei Spieler kaufen und anschließend um die Meisterschaft spielen möchte, könnte sich schnell erschlagen fühlen.
Das ist nicht zwingend ein Fehler.
Eine Managerkarriere darf Tiefe besitzen.
EA müsste allerdings stärker zwischen Einsteigern und Spielern unterscheiden, die sich tatsächlich intensiv mit sämtlichen Statistiken beschäftigen möchten.
Der Football Manager muss daraus schließlich trotzdem nicht werden.
Spielerkarriere ist wieder das Stiefkind
Deutlich enttäuschender fällt die Spielerkarriere aus.
Hier fehlen die großen Neuerungen.
Rivalitäten mit KI-Spielern sollen zusätzliche kleine Ziele schaffen.
Mal geht es um Tore.
Mal um Vorlagen.
Mal um andere Leistungswerte.
Das ist nett.
Mehr aber auch nicht.
Wer die Spielerkarriere aus FC 26 kennt, wird sich sofort zu Hause fühlen.
Vielleicht ein bisschen zu sehr.
Gerade dieser Modus hätte eine grundlegende Überarbeitung verdient.
Online Seasons könnten aus FC 26 stammen
Ähnlich ernüchternd ist Online Seasons.
Der Modus funktioniert.
Man wählt einen Verein und spielt gegen andere Nutzer.
Das macht weiterhin Spaß.
Aber nach wenigen Partien stellt sich erneut die Frage:
Was ist hier eigentlich wirklich neu?
Natürlich wirken die allgemeinen Gameplay-Anpassungen auch in Seasons.
Abgesehen davon scheint der Modus für EA allerdings weiterhin keine besonders hohe Priorität zu besitzen.
Das ist schade.
Nicht jeder Spieler möchte Ultimate Team spielen.
Ein klassischer Online-Modus mit echten Mannschaften hätte durchaus Potenzial für deutlich mehr Aufmerksamkeit.
Grafisch sieht FC 27 gut aus – meistens
Auf dem Platz sieht das Spiel weiterhin stark aus.
Stadien sind detailliert.
Trikots wirken hochwertig.
Viele bekannte Spieler werden hervorragend dargestellt.
Neue Animationen sorgen gelegentlich sogar für kleine Details, die Atmosphäre schaffen.
Beispielsweise sitzen Spieler anderer Vereine auf der Tribüne.
Solche Dinge fallen nicht sofort auf, machen die Spielwelt aber glaubwürdiger.
Manche Gesichter stammen gefühlt aus einer anderen Generation
Dann sieht man ein Einlaufkind.
Und fragt sich kurz, welches Jahr wir haben.
Einige Gesichtsmodelle sehen schlicht nicht zeitgemäß aus.
Auch bestimmte Pokalfeiern und Animationen kennt man gefühlt seit Jahren.
Das ist eines der größten Präsentationsprobleme der Serie.
FC 27 sieht in den richtigen Momenten hervorragend aus.
Dann taucht plötzlich eine alte Animation auf und zerstört die Illusion.
Bei Frauenmannschaften wurden zudem mehrfach auffällige Bewegungs- und Torwartanimationen beobachtet.
Das bedeutet nicht, dass diese Partien grundsätzlich schlechter funktionieren.
Aber die fehlende Einheitlichkeit fällt auf.
Auf dem PC macht FC 27 einen guten technischen Eindruck
Die PC-Version gehört technisch zu den positiven Aspekten.
Die Darstellung wirkt sauber und die Performance fällt in den bisherigen Tests stabil aus.
Auch visuell kann die PC-Fassung gegenüber den Konsolenversionen Vorteile ausspielen.
Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.
Nach mehreren Jahren, in denen Sportspiele am PC teilweise wie zweitrangige Versionen behandelt wurden, ist es trotzdem erwähnenswert.
Die Server bleiben das jährliche Fragezeichen
Ein gutes Online-Spiel kann nur so gut sein wie seine Verbindung.
Und bei EA Sports FC ist das jedes Jahr ein wunder Punkt.
Gerade weil FC 27 stärker auf präzises manuelles Verteidigen setzt, können Verzögerungen besonders problematisch werden.
Wenn der Spielerwechsel einen Moment zu spät reagiert, entsteht sofort eine Lücke.
Wenn ein Tackling verzögert ausgelöst wird, ist der Angreifer bereits vorbei.
Bei einem Spiel, das mehr Verantwortung an den Menschen vor dem Controller abgibt, wird eine stabile Netzwerkverbindung noch wichtiger.
Hier muss FC 27 langfristig beweisen, dass die Infrastruktur mitspielt.
Was sagen die ersten Wertungen?
Interessant ist die Diskrepanz zwischen Fachpresse und Spielern.
Die ersten internationalen Kritiken bewegen sich überwiegend im Bereich zwischen 70 und 90 Prozent.
Der Metacritic-Durchschnitt liegt bei ungefähr 78 Punkten.
Damit setzt sich ein erstaunlicher Trend fort:
| Spiel | Metacritic |
|---|---|
| EA Sports FC 24 | 75 |
| EA Sports FC 25 | 76 |
| EA Sports FC 26 | 77 |
| EA Sports FC 27 | 78 |
Rein mathematisch verbessert sich EA also jedes Jahr um einen Punkt.
Bei den Steam-Nutzern sieht die Situation weniger freundlich aus.
Dort liegt FC 27 aktuell bei ungefähr 58 Prozent positiven Bewertungen.
Das ist immerhin besser als die unmittelbaren Vorgänger, zeigt aber erneut, wie groß die Distanz zwischen Testwertungen und Community-Wahrnehmung sein kann.
EA Sports FC 27: Pro und Contra
Das gefällt uns
+ Das langsamere Spieltempo
Der Spielaufbau bekommt mehr Gewicht und Partien wirken weniger hektisch.
+ Bessere offensive Laufwege
Mitspieler erkennen Räume zuverlässiger und verhalten sich intelligenter.
+ Mehr manuelle Verteidigung
Gute Spieler werden stärker dafür belohnt, Situationen selbst richtig zu lösen.
+ Authentic Gameplay 2.0
Für Freunde eines etwas realistischeren Fußballspiels weiterhin die bessere Variante.
+ Neue Eckballmechanik
Kleine Neuerung, überraschend unterhaltsam.
+ Verbesserte Managerkarriere
Transfers und dynamische Spielerbewertungen sind sinnvolle Ergänzungen.
+ Stabile Grundlage
FC 27 spielt auf dem Platz schlicht gut.
Das gefällt uns nicht
– Zu wenig Fortschritt gegenüber FC 26
Vieles wirkt eher wie Verfeinerung als wie ein neuer Vollpreistitel.
– Defensive KI teilweise zu passiv
Manuelle Kontrolle ist gut, komplette Arbeitsverweigerung nicht.
– Tempo bleibt zu mächtig
Schnelle, wendige Angreifer sind weiterhin schwer zu kontrollieren.
– PlayStyles bestimmen noch immer zu viel
Das Problem wurde verschoben, nicht beseitigt.
– The Grounds wirkt nicht zwingend notwendig
Viel Aufwand für ein Feature, das das eigentliche Fußballspiel kaum verbessert.
– Spielerkarriere stagniert
Hier hätte EA deutlich mehr investieren müssen.
– Online Seasons nahezu unverändert
Ein weiterer Modus, der offenbar nur noch mitläuft.
– Alte Animationen und schwankende Gesichtsqualität
Die Präsentation braucht dringend eine konsequentere Modernisierung.
Fragster-Wertung
| Bereich | Wertung |
|---|---|
| Gameplay | 8,5/10 |
| Steuerung | 8/10 |
| KI | 7,5/10 |
| Spielmodi | 7,5/10 |
| Karriere | 8/10 |
| The Grounds | 6,5/10 |
| Präsentation | 8/10 |
| Technik | 8/10 |
| Neuerungen | 6,5/10 |
| Preis-Leistung für FC-26-Besitzer | 6,5/10 |
| Gesamt | 7,5/10 |
Fazit
EA Sports FC 27 ist ein gutes Fußballspiel. Das Problem ist nur, dass ein gutes Fußballspiel im Jahr 2026 nicht automatisch ein guter neuer Jahresableger ist.
Auf dem Platz hat EA viele vernünftige Entscheidungen getroffen.
Das geringere Tempo tut dem Spiel gut.
Offensivspieler bewegen sich intelligenter.
Die Defensive verlangt mehr Eigenleistung.
Authentic Gameplay entwickelt sich in die richtige Richtung.
Und selbst vermeintliche Kleinigkeiten wie die neue Eckballmechanik zeigen, dass EA das eigentliche Fußballspielen weiterhin verbessern kann.
Genau deshalb fällt der Rest des Pakets teilweise so enttäuschend aus.
Online Seasons tritt praktisch auf der Stelle.
Die Spielerkarriere braucht dringend mehr Aufmerksamkeit.
PlayStyles besitzen weiterhin zu viel Einfluss.
Einige Präsentationselemente wirken seit Jahren unangetastet.
Und ausgerechnet The Grounds, die größte vermarktete Neuerung, gehört nicht zu den Dingen, die wir uns für ein besseres EA Sports FC ganz oben auf die Wunschliste geschrieben hätten.
Auch die Managerkarriere macht Fortschritte, doch selbst dort reden wir über sinnvolle Detailverbesserungen und nicht über einen grundlegenden Neustart.
Damit landet FC 27 in einer merkwürdigen Situation.
Wer jedes Jahr ohnehin Ultimate Team spielt, bekommt wahrscheinlich die derzeit beste Grundlage der aktuellen FC-Generation.
Wer FC 26 besitzt und hauptsächlich Karriere, Seasons oder gelegentliche Offline-Partien spielt, hat dagegen deutlich weniger Gründe für einen sofortigen Wechsel.
Denn die wichtigste Erkenntnis unseres Tests lautet nicht, dass FC 27 schlecht wäre.
Ganz im Gegenteil.
Es ist wahrscheinlich das spielerisch rundeste EA Sports FC seit der Trennung vom FIFA-Namen.
Aber es fühlt sich trotzdem nicht überall wie ein Spiel an, für das man nach nur zwölf Monaten erneut den vollen Preis bezahlen müsste.
Vielleicht ist genau das das größte Problem der jährlichen Veröffentlichungsstrategie.
EA verbessert inzwischen viele Dinge in kleinen Schritten. Doch je besser das Fundament wird, desto schwerer wird es zu erklären, warum daraus jedes Jahr zwingend ein komplett neues Produkt werden muss.
Fragster-Wertung: 7,5/10
Gut – auf dem Platz besser als FC 26, außerhalb davon aber viel zu häufig FC 26.5.



