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Drei neue Klagen gegen Epic Games und Roblox in Kalifornien

Autoren-Bild Jonas Teichmann Juni 9, 2026

In Kalifornien wurden drei neue Klagen gegen Epic Games und Roblox eingereicht. Die nahezu identischen Beschwerden werfen den Unternehmen vor, bewusst süchtig machende Spiele zu entwickeln und dabei Mechaniken einzusetzen, die an Glücksspiel erinnern sollen. Ziel sei es laut den Klagen, die Nutzungsdauer und die Ausgaben der Spieler zu erhöhen.

Die drei neuen Klagen übernehmen laut Bericht mehr als 80 Prozent des Textes aus einer früheren Klage gegen Gaming-Unternehmen, die bereits im März eingereicht wurde. Diese ältere Beschwerde richtete sich neben Epic Games und Roblox auch gegen Microsoft. Die neuen Verfahren in Kalifornien nennen dagegen nur Epic Games und Roblox.

Copy, Paste und Klage

Alle drei Klagen beginnen mit demselben Wortlaut. Darin heißt es sinngemäß, dass moderne Videospiele Spaß machen und spannende Abenteuer bieten können. Gleichzeitig betonen die Kläger, dass es in dem Verfahren nicht um einen Kampf gegen Unterhaltung oder gegen die Entwicklung von Videospielen gehe.

Anschließend wiederholen die Beschwerden weitgehend das zentrale Argument der Klage aus dem März. Demnach sollen die Unternehmen schädliche Abhängigkeiten durch sogenannte operante Konditionierung fördern.

Operante Konditionierung beschreibt einen Lernprozess, bei dem Verhalten durch Belohnungen und Bestrafungen verändert wird. In den Beschwerden heißt es, Minderjährige würden damit psychologischen Techniken ausgesetzt, die auch in Casinos genutzt werden, ohne dass es ausreichende Warnhinweise gebe.

Der Fokus liegt nicht direkt auf Glücksspiel

Die neuen Klagen unterscheiden sich in einem wichtigen Punkt von anderen Verfahren gegen Gaming-Unternehmen. Sie konzentrieren sich nicht ausdrücklich auf den Vorwurf, dass die Spiele Minderjährige zum Glücksspiel verleiten würden.

Stattdessen steht die Behauptung im Mittelpunkt, dass Epic Games und Roblox ihre Spiele gezielt so gestalten würden, dass sie abhängig machen. Damit geht es weniger um klassische Glücksspielvorwürfe und stärker um die Frage, ob bestimmte Designentscheidungen in Spielen bewusst auf zwanghaftes Verhalten abzielen.

Ähnliche Diskussionen gab es zuletzt auch bei anderen Unternehmen der Branche, unter anderem im Zusammenhang mit Mechaniken rund um digitale Käufe, Belohnungssysteme und langfristige Spielerbindung.

Drei junge Kläger aus verschiedenen Bundesstaaten

Die drei neuen Kläger heißen Joshua Tucker, Dylan Kaiser und Andrew Lawrence. Sie sind zwischen 20 und 22 Jahre alt und leben in New York, Ohio und Florida.

In den Beschwerden heißt es, dass sie bereits im Alter zwischen fünf und sieben Jahren angefangen hätten, Videospiele zu spielen. Seitdem hätten sie laut Klageverlauf in einem zunehmend unkontrollierbaren, zwanghaften oder süchtigen Tempo weitergespielt.

Auch die Klage aus dem März wurde im Namen eines jungen Mannes eingereicht. Dieser war 18 Jahre alt, stammt aus Michigan und soll ebenfalls in einem zunehmend unkontrollierbaren, zwanghaften oder süchtigen Ausmaß gespielt haben.

Haben die Klagen eine Chance?

Die Erfolgsaussichten solcher Verfahren sind offen. Im März dieses Jahres konnten Kanzleien mit einer ähnlichen Argumentation bereits ein wichtiges Urteil gegen Social-Media-Unternehmen erzielen.

Meta und Google mussten 6 Millionen US-Dollar Schadensersatz an ein Mädchen zahlen, das den Unternehmen vorwarf, ihre Plattformen bewusst süchtig machend aufgebaut zu haben.

Bei Videospiel-Publishern gibt es bislang jedoch noch kein vergleichbares Urteil, bei dem ein Kläger auf Basis von Suchtvorwürfen erfolgreich Schadensersatz erhalten hat. Mehrere Klagen gegen Spiele wie Fortnite, Roblox und Call of Duty haben frühe Abweisungsanträge überstanden, doch nur wenige Verfahren führten bisher zu größeren Urteilen zugunsten der Kläger.

Sollte eine der Beschwerden erfolgreich sein, könnte das eine neue Welle ähnlicher Klagen gegen Gaming-Unternehmen auslösen.

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Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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