Die Esports Integrity Commission hat Coach „Vintage“ und Spieler „DarkMago“ vorläufig gesperrt. Während die Ermittlungen laufen, wurde das Dota-2-Team komplett aus dem Turnier genommen. Ein Schuldnachweis steht bislang aus.
Zwei Mitglieder des Dota-2-Teams PlayTime sind vom Esports World Cup suspendiert worden. Die Esports Integrity Commission (ESIC) teilte mit, dass Coach Juan „Vintage“ Angulo und Spieler Oswaldo „DarkMago“ Herrera vorerst nicht weiter am Turnier teilnehmen dürfen, solange Verdachtsmomente rund um die Integrität geprüft werden.
„Die vorläufigen Suspendierungen wurden nach ESICs vorläufiger Bewertung von Informationen über mutmaßliche Verstöße gegen den ESIC Anti-Corruption Code und den Player Code of Conduct verhängt“, heißt es in einem Statement der Kommission. Ein Nachweis eines tatsächlichen Fehlverhaltens liegt damit noch nicht vor – die Prüfung dauert an.
Als Folge der Ermittlung wurde PlayTimes Serie gegen Vici Gaming in der Survival Stage zunächst ausgesetzt, ehe das Team aufgab. Die Esports Foundation bestätigte anschließend, dass PlayTime aus dem Wettbewerb entfernt wurde.
Team mit Glücksspiel-Marke verbunden
PlayTime, auch bekannt als PTime und PT Sports, ist eine auf den Philippinen ansässige Organisation, die Anfang des Jahres von der gleichnamigen Glücksspielmarke gegründet wurde.
Nachdem das Team zunächst philippinische Spieler wie Kim „Gabbi“ Villafuerte Santos und Armel Paul „Armel“ Tabios verpflichtet hatte, blieb der Erfolg aus. Im Mai holte die Organisation dann peruanische Spieler von paiN Gaming ins Roster – darunter Vintage und DarkMago. Im selben Monat hatte die ESIC bereits ein anderes peruanisches Dota-2-Team, Clown Crew, gesperrt.
Mit dem neuen Aufgebot sicherte sich PlayTime einen Top-6-Platz bei der DreamLeague Season 29 und sammelte damit genug Punkte, um sich direkt für den Dota 2 Esports World Cup zu qualifizieren.
PTime verlor die letzten beiden Gruppenspiele
Beim World Cup spielte das Team seine ersten beiden Gruppenpartien unentschieden, ehe ein Sieg gegen Level Up folgte. Die letzten beiden Matches gegen Aurora Gaming und Nigma Galaxy verlor PTime jedoch.
Welche Partien konkret auf mögliche Integritätsverstöße untersucht werden, gab die ESIC nicht bekannt. Auffällig ist allerdings: In PTimes Spielen gegen Nigma Galaxy und Aurora wurden auf den „Game Winner“-Märkten von Polymarket über eine Million US-Dollar umgesetzt.
Die ESIC betonte, dass der Fall weiter offen sei und man „keine weiteren öffentlichen Kommentare abgeben wird, es sei denn, die Ermittlungen kommen wesentlich voran oder es werden weitere Sanktionen ergriffen“.
PlayTime sorgte schon bei Miss Universe für eine Razzia
PlayTime war bereits im vergangenen Jahr bei einem anderen Event in einen Skandal verwickelt: Die thailändische Polizei führte damals eine Razzia beim Miss-Universe-Wettbewerb durch.
Online war ein Foto aufgetaucht, auf dem Miss Philippines für die Online-Glücksspielmarke warb. Das thailändische Recht verbietet Online-Glücksspiel und dessen Bewerbung strikt. In der Folge durchsuchte die Polizei das Veranstaltungshotel und beschlagnahmte Werbematerialien – darunter ein PlayTime-Kissen und Filmausrüstung.
Der Esports World Cup lässt Glücksspiel-Sponsoren zwar zu, verbietet Spielern und Coaches aber ausdrücklich, auf Matches zu wetten oder Insider-Informationen für Wettzwecke weiterzugeben.
