Nach dem Sieg von Team Spirit bei The International 2026 hat die heißeste Phase des Jahres begonnen. Innerhalb weniger Wochen haben mehrere Spitzenteams ihre Kader auseinandergenommen, zwei prägende Spieler ihren Rücktritt erklärt und eine Organisation den Ausstieg aus Dota bekannt gegeben.
Am 17. September startet mit PGL Wallachia Season 9 das erste Tier-1-Turnier der neuen Saison. Bis dahin muss vieles geklärt sein, das derzeit offen ist.
Die größten Umbrüche
Xtreme Gaming hat den vielleicht härtesten Schnitt gemacht. Der chinesische Verein setzte praktisch die komplette Mannschaft auf die Bank, einzige Ausnahme ist Ame. Für ein Team, das jahrelang zur Weltspitze zählte, ist das eine Kernsanierung.
Team Falcons stehen ebenfalls vor dem Umbau. Cr1t hat nach zehn Jahren Profikarriere seinen Rücktritt angekündigt, TI 2026 war sein letztes Turnier. Gerüchten zufolge verlassen auch skiter und Sneyking das Team, andere Berichte gehen sogar davon aus, dass Falcons vorerst gar keinen Dota-Kader stellen. Bestätigt ist davon nur der Rücktritt.
OG haben mehrere Abgänge angekündigt, darunter TIMS. Das Team war bei The International auf Rang 14 bis 15 ausgeschieden.
REKONIX ziehen sich vollständig aus Dota 2 zurück, der komplette Kader ist frei. Für Südostasien ist das ein weiterer Verlust in einer Region, die ohnehin unter Druck steht.
Die begehrtesten freien Spieler
Auf dem Markt gibt es derzeit zwei Namen, die alles überstrahlen: Malr1ne und ATF. Beide gelten als die stärksten verfügbaren Spieler dieses Transferfensters.
Interessant ist ein Detail, das die Spekulation dämpft. In der Szene wurde erwartet, dass sich die beiden trennen und zu verschiedenen Teams gehen. Malr1ne hat dem in einem Stream widersprochen und erklärt, man bleibe ein Paket.
Sollte das halten, verschiebt das die Rechnung erheblich. Ein Verein, der beide will, braucht entsprechend Platz und Budget.
Der Fall SumaiL
Die emotionalste Meldung des Transferfensters ist zugleich die widersprüchlichste.
Syed Sumail Hassan erklärte nach dem Ausscheiden von Nigma Galaxy auf Rang fünf bis sechs im Ausstiegsinterview, TI 2026 sei vermutlich sein letztes Turnier gewesen. Der Pakistaner gewann 2015 mit 16 Jahren The International und ist bis heute der jüngste Champion des Turniers.
Kurz darauf tauchte sein Name in Insiderberichten zum Kader von PlayTime auf, gemeinsam mit Davai und KJ. PlayTime hat als erstes Team die Teilnahme an PGL Wallachia bestätigt, allerdings ohne Kaderaufstellung.
Bestätigt ist keine der beiden Richtungen. Sollte SumaiL tatsächlich antreten, wäre das die Rücknahme eines Rücktritts binnen weniger Wochen.
Ein Trainer schreibt Geschichte
Weniger beachtet, aber bemerkenswert: Aui_2000 ist der erste Mensch, der den Aegis of Champions sowohl als Spieler als auch als Trainer gewonnen hat. Insgesamt steht er bei drei Titeln, 2015 als Spieler mit Evil Geniuses, 2022 als Trainer von Tundra Esports und 2025 als Trainer von Falcons.
Was noch unbestätigt ist
Bei BC.Game kursiert eine vollständige Aufstellung mit Nightfall, lorenof, TORONTOTOKYO, OneJey und kaori unter Trainer KuroKy. Das stammt aus Insiderkreisen und ist nicht offiziell.
Ohnehin gilt für dieses Transferfenster mehr als sonst: Der Unterschied zwischen Bericht und Bestätigung ist derzeit groß. Viele der genannten Wechsel stammen aus Andeutungen in Streams, Ausstiegsinterviews und Insiderposts.
Warum der 17. September der Stichtag ist
PGL Wallachia Season 9 läuft in Bukarest mit 16 Teams und einer Million US-Dollar Preisgeld. Es ist das erste große Turnier der Saison 2026/27 und damit die erste Gelegenheit, die neuen Kader gegeneinander zu sehen.
Genau daran hakt es allerdings. Bislang hat mit PlayTime nur ein einziges Team seine Teilnahme öffentlich bestätigt, und selbst dort ist der Kader unbekannt. Berichten zufolge hatte PGL Schwierigkeiten, das Feld überhaupt zu füllen, weil mehrere Organisationen ihre Mannschaften noch nicht abgeschlossen haben und Spieler aus Regionen außerhalb der EU Visa für Rumänien benötigen.
Für Zuschauer heißt das: Die interessanteste Information der kommenden Tage ist nicht, wer wohin wechselt, sondern wer es rechtzeitig nach Bukarest schafft.

