Die Gruppenphase des Dota 2-Turniers im Rahmen des Esports World Cup 2025 in Riad neigt sich dem Ende zu – und mit ihr verdichtet sich das Teilnehmerfeld für die heiß ersehnte K.-o.-Phase. Nach drei intensiven Spieltagen, taktischen Überraschungen und einzelnen Glanzleistungen zeichnet sich langsam ein klareres Bild davon ab, welche Teams in den kommenden Playoff-Runden den Ton angeben könnten – und wer schon jetzt mit dem Rücken zur Wand steht.
Am 10. Juli wurden die ersten beiden Gruppen abgeschlossen, und auch wenn sich bislang keine großen Sensationen ereigneten, war die Gruppenphase alles andere als langweilig. Ungewöhnliche Drafts, einzelne Comebacks und starke Einzelaktionen prägten die bisherigen Matches und machen Lust auf mehr.
Die Bedeutung der Gruppenphase: Kein Aus – aber entscheidende Weichenstellung
Im Gegensatz zu klassischen Formaten kommt es in dieser Gruppenphase noch nicht zu Eliminierungen. Dennoch ist sie von zentraler Bedeutung: Die Platzierungen entscheiden darüber, ob ein Team direkt in die fortgeschrittenen Runden einzieht oder bereits in der ersten K.-o.-Phase um das Überleben im Turnier kämpfen muss.
Die vier besten Teams aus jeder Gruppe qualifizieren sich, jedoch in unterschiedlicher Ausgangsposition – was in einem Turnier mit dem Prestige und Preisgeld des Esports World Cups entscheidend sein kann.
Gruppe A: Team Spirit in Topform – NaVi solide, Xtreme schwächelt
Die vielleicht dominanteste Performance der bisherigen Gruppenphase zeigte Team Spirit, das nach einem eher holprigen Auftakt gegen Xtreme Gaming eindrucksvoll zurückkam. Der amtierende TI10-Champion ließ anschließend nichts mehr anbrennen: In den folgenden Matches spielte sich das Team souverän zurück an die Spitze und demonstrierte einmal mehr, warum es zu den besten Dota 2-Kadern der Welt zählt.
Besonders das klare 2:0 gegen Natus Vincere war ein Ausrufezeichen – ein Match, das nicht nur tabellarisch, sondern auch psychologisch wichtig war. Mit präzisen Drafts, starker Lane-Kontrolle und exzellenter Teamkoordination schob sich Team Spirit mit Nachdruck auf den ersten Platz und übersprang somit die erste K.-o.-Runde.
| Abschlusstabelle – Gruppe A |
|---|
| 1. Team Spirit |
| 2. Natus Vincere |
| 3. Xtreme Gaming |
| 4. Talon Esports |
Gruppe B: BetBoom glänzt – Hoodwink als X-Faktor
In Gruppe B war von Beginn an Spannung garantiert. Mit BetBoom Team und den Gaimin Gladiators standen sich zwei Topfavoriten gegenüber – und lieferten sich bereits am ersten Spieltag ein intensives Duell, das mit einem 1:1 endete. Danach jedoch setzten beide Teams zu Siegeszügen an, bevor BetBoom mit einem finalen 2:0-Erfolg seine Ambitionen zementierte.
Besonders ins Auge fiel dabei die unkonventionelle, aber wirkungsvolle Nutzung von Hoodwink, die sich in den Drafts des Teams als flexibler Game-Changer erwies. Ob als Roaming-Support oder Damage-Dealer mit hoher Mobilität – Hoodwink war in mehreren Spielen ein entscheidender Baustein für den Erfolg von BetBoom.
| Abschlusstabelle – Gruppe B |
|---|
| 1. BetBoom Team |
| 2. Gaimin Gladiators |
| 3. Team Falcons |
| 4. Execration |
Execration komplettierte die Top vier dank eines späten Turnaround-Spiels, in dem man den entscheidenden Sieg holte – ein verdienter Lohn für ein Team, das unter dem Radar segelte, aber mit klugen Drafts und aggressivem Early Game überzeugte.
Zwischenfazit: Favoriten setzen sich durch – aber Überraschungen bleiben möglich
Mit Team Spirit und BetBoom führen zwei der meistgenannten Titelkandidaten ihre Gruppen an. Doch die bisherigen Spiele zeigen auch: In einem Turnier mit derart dichtem Leistungsfeld entscheiden oft Kleinigkeiten – ob ein verpatzter Roshan-Fight, ein überraschender Counterpick oder ein einzelner Base-Rush.
Teams wie NaVi, Gaimin oder sogar Execration besitzen das nötige Potenzial, in der K.o.-Phase große Namen zu ärgern. Hinzu kommen strategische Unwägbarkeiten wie der zunehmende Einsatz seltener Helden, z. B. Techies oder Vengeful Spirit, die das Drafting unberechenbarer machen.
Blick nach vorne: Gruppen C und D – Wer zieht nach?
Am 11. Juli geht es weiter mit den verbleibenden Gruppen C und D, in denen sich weitere Hochkaräter wie PSG.LGD, Tundra Esports, Shopify Rebellion oder Team Liquid beweisen müssen. Besonders gespannt darf man auf das Abschneiden von Liquid sein, das nach einem inkonstanten Frühjahr wieder auf der Suche nach Stabilität ist.
Die Ausgangslage für den weiteren Turnierverlauf ist klar: Die Top-Teams aus A und B haben sich stark positioniert – doch wer die Playoffs gewinnen will, muss sich auch gegen die Schwergewichte aus C und D behaupten.
Dota 2 beim EWC 2025 ist ein Turnier auf Augenhöhe – mit wachsender Spannung vor der K.o.-Phase
Die Gruppenphase hat geliefert: starke Duelle, clevere Drafts und eine Meta, die zunehmend vielfältiger wird. Mit Team Spirit und BetBoom an der Spitze, aber zahlreichen hungrigen Herausforderern dahinter, steuern die Dota 2 Playoffs beim Esports World Cup auf ein echtes Highlight zu. Wer triumphiert, wer überrascht – und wer scheitert unerwartet? Die Antworten gibt es in den kommenden Tagen, wenn die besten Teams der Welt im K.o.-Modus aufeinandertreffen.


