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donk erreicht als Erster 5.000 Elo in Saison 9

Armin Schwarz
Armin Schwarz Redakteur & Themenexperte

Danil Kryshkovets, in der Szene als donk bekannt, führt die Rangliste von FACEIT mit 5.026 Elo an. Gebraucht hat der Spieler von Team Spirit dafür 114 Partien in der laufenden neunten Saison. Seine Siegquote liegt bei 65,8 Prozent.

5.026 Elo nach 114 Partien

Begonnen hat donk die Saison bei 4.483 Elo. Dieser Wert ergab sich aus der üblichen Zurücksetzung zwischen zwei Spielzeiten. Alle Spieler starten dadurch näher beieinander als am Saisonende.

Seitdem sammelte er über 500 Punkte. Damit steht er als bislang einziger Spieler dieser Saison jenseits der Marke von 5.000. Erreicht hat er das am 24. September 2026. Gemeldet wurde der Sprung über die Rangliste der Plattform. Eine offizielle Mitteilung seines Teams gab es dazu nicht.

WertAngabe
Aktuelle Wertung5.026 Elo
Partien in der Saison114
Startwert nach der Zurücksetzung4.483 Elo
Siegquote65,8 Prozent
PlatzierungErster der Rangliste

Die Zahlen beziehen sich auf den Stand der letzten Aktualisierung der Rangliste. Da täglich gespielt wird, verändern sie sich laufend. Eine Momentaufnahme sagt deshalb wenig über den Saisonverlauf aus. Maßgeblich bleibt am Ende der Stand zum Abschluss der Spielzeit.

Was diese Wertung überhaupt bedeutet

FACEIT betreibt eine eigene Rangliste außerhalb der offiziellen Server von Valve. Gespielt wird dort im Fünf-gegen-fünf, häufig gegen andere Profis. Viele Spieler nutzen die Plattform als tägliche Trainingsumgebung. Zuschauer verfolgen die Partien teilweise über Übertragungen.

Wichtig ist dabei die Unabhängigkeit vom Spiel selbst. Aktualisierungen von Valve setzen diese Wertung nicht zurück, weshalb die Szene sie als aussagekräftigen Einzelmaßstab betrachtet. Eine offizielle Bedeutung für Turniere hat sie dennoch nicht. Wertungen dieser Art dienen vor allem als Vergleichsmaßstab unter Spielern. Für Ergebnisse auf der Bühne sagen sie wenig aus.

Erster in dieser Saison, nicht der Erste überhaupt

An dieser Stelle lohnt eine Klarstellung, denn manche Meldung verkürzt den Sachverhalt. Die Marke von 5.000 Elo fiel keineswegs zum ersten Mal.

Bereits in der achten Saison lagen mehrere Spieler darüber. donk selbst beendete diese Spielzeit mit 5.494 Elo und stellte damit einen historischen Bestwert auf. Zuvor hielt der Schwede Liam Tügel, bekannt als MaiL09, die Marke bei 5.415 Elo.

Neu ist also etwas anderes. In der laufenden neunten Saison hat bislang niemand sonst diese Grenze erreicht. Nach jeder Zurücksetzung beginnt die Jagd von vorn, weshalb der frühe Zeitpunkt zählt. Wer zuerst oben ankommt, setzt den Maßstab für alle anderen. Offen bleibt, wie weit der Wert bis zum Saisonende steigt.

Der Lauf der vergangenen Wochen

Getragen wird der Anstieg von einer ungewöhnlich dichten Serie. In seinen letzten 30 Partien sammelte donk 269 Elo.

Seine Bilanz lag dabei bei 21 Siegen und 9 Niederlagen. Bemerkenswert ist das durchschnittliche Niveau dieser Begegnungen, das bei 3.572 lag. Gegner aus der Spitzengruppe bringen entsprechend mehr Punkte, kosten bei Niederlagen aber auch mehr. Auf diesem Niveau treffen fast ausschließlich Profis und ambitionierte Spieler aufeinander. Leichte Gegner gibt es dort praktisch nicht.

Innerhalb von fünf Tagen kam er zudem auf 24 Partien. Achtzehn davon gewann er, sechs gingen verloren. Eine derart dichte Folge verlangt vor allem Ausdauer. Profis spielen in solchen Wochen mehrere Partien pro Tag. Konzentration über diese Dauer zu halten, gelingt längst nicht allen.

Einzelne Partien mit 43 Abschüssen

Aus dieser Serie stechen mehrere Begegnungen heraus:

  • 43 Abschüsse in einer Partie auf Ancient
  • 34 Abschüsse auf Mirage
  • 25 Abschüsse bei einem Sieg mit 13:1 und einer Bewertung von 2,12

Gerade der letzte Wert verdient Beachtung. Eine Bewertung über zwei gilt selbst bei Profis als Ausnahme. Erst recht gilt das in einer kurzen Partie mit wenigen Runden.

Solche Ergebnisse erklären den schnellen Anstieg. Punkte gibt es nicht allein für Siege, sondern abhängig vom Niveau der Beteiligten. Eine knappe Niederlage gegen ein starkes Team kostet daher wenig. Wer gegen starke Gegner derart deutlich gewinnt, sammelt Punkte in großen Schritten.

Der Abstand zur Verfolgung

Deutlich wird die Lage beim Blick auf die Plätze dahinter. Rund 200 Elo trennen donk vom Zweitplatzierten.

Auf Platz zwei steht Dmytro Myroshnychenko, in der Szene als dem0n bekannt. Dahinter folgt Andrii Kukharskyi mit 4.729 Elo unter dem Namen npl. Beide zählen ebenfalls zur erweiterten Spitze der Plattform.

Ein Vorsprung dieser Größe ist innerhalb einer Saison schwer aufzuholen. Nötig wären dafür zahlreiche Siege gegen starke Gegner, während der Führende möglichst wenig spielt.

Die Spitze bleibt dünn besetzt

Auffällig ist die Lücke zwischen den Plätzen. Zwischen dem ersten und dem dritten Rang liegen fast 300 Punkte.

In früheren Spielzeiten fielen diese Abstände ähnlich deutlich aus. Ein enges Rennen an der Spitze gab es auf dieser Plattform zuletzt selten.

Dritte Saison in Folge über 5.000

Als Ausrutscher nach oben lässt sich dieser Lauf kaum abtun. Zum dritten Mal hintereinander überschreitet donk diese Marke. Konstanz über mehrere Spielzeiten unterscheidet ihn von vielen Verfolgern.

SaisonErgebnis
Saison 8Abschluss mit 5.494 Elo, historischer Bestwert
Saison 9 (laufend)5.026 Elo nach 114 Partien
Bisheriger Rekord davor5.415 Elo von MaiL09

Über mehrere Spielzeiten hinweg an der Spitze zu stehen, verlangt vor allem Beständigkeit. Einzelne starke Wochen schaffen viele, ein ganzes Jahr auf diesem Niveau dagegen kaum jemand. Die Zurücksetzung zwischen den Spielzeiten verhindert zudem, dass sich alte Erfolge einfach fortschreiben lassen. Jede Saison beginnt praktisch bei null.

Einordnen lässt sich das auch über seine Erfolge bei Turnieren. donk gilt seit Jahren als einer der stärksten Einzelspieler der Szene. Zum Spieler des Jahres gewählt wurde er bereits 2024. Mit Team Spirit gewann er seitdem mehrere große Turniere.

Warum der Lauf ausgerechnet jetzt passt

Zufällig fällt der Zeitpunkt nicht. Team Spirit befindet sich derzeit in einer Pause zwischen offiziellen Turnieren.

Profis nutzen solche Phasen für Training in öffentlichen Partien. Wer kaum reist und wenig auf der Bühne steht, kommt schlicht auf mehr Spielzeit. Genau daraus erklärt sich die hohe Zahl von 114 Partien. Andere Profis kommen in derselben Zeit auf einen Bruchteil davon. Vergleiche zwischen einzelnen Spielern hinken deshalb häufig.

Umgekehrt bedeutet das auch eine Einschränkung. Sobald die Turniere wieder laufen, sinkt die Zahl der Partien deutlich. Frühere Spielzeiten zeigten bereits, dass Wertungen in solchen Phasen stagnieren. Reisen, Zeitverschiebung und Vorbereitung lassen schlicht wenig Raum. Ein Absturz in der Rangliste folgt daraus allerdings nicht.

Eine Bestmarke mit begrenzter Aussagekraft

Beeindruckend bleibt dieser Lauf zweifellos. Eine Siegquote von 65,8 Prozent über 114 Partien gegen Gegner dieses Niveaus erreicht fast niemand.

Vorsicht ist trotzdem angebracht, wenn solche Zahlen als Beleg für die beste Form der Welt gelten sollen. Öffentliche Partien laufen ohne Absprachen, ohne Vorbereitung auf einen bestimmten Gegner und ohne Druck eines Turniers. Genau diese Faktoren entscheiden aber Titel. Ein Spieler mit starker Wertung ist deshalb nicht automatisch der beste in einem Halbfinale.

Als Gradmesser für individuelles Können taugt die Wertung dennoch. Wer über drei Spielzeiten hinweg oben steht, schlägt nicht zufällig ein paar starke Wochen an. Ob donk seinen eigenen Bestwert von 5.494 Elo noch einmal angreift, hängt vor allem vom Turnierkalender ab. Viel Zeit bleibt ihm in dieser Saison ohnehin nicht mehr.

 

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Armin Schwarz

Über den Autor

Armin Schwarz

Armin Schwarz schreibt für Fragster über Gaming und Esports.

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