Diese Esportler verdienen mehr als klassische Berufe

Wer einen Beruf lernt, denkt nicht nur über die Freude der Tätigkeit nach, sondern auch über das spätere Gehalt. Wie viel werde ich in meinem gewählten Beruf verdienen? Reicht es zum Leben? Ist der Beruf solide und zukunftssicher? Wenn Teenager ihren Plan offenbaren, Esportler zu werden, heben die meisten Eltern nur eine Augenbraue. Doch wie sieht es realistisch aus? Kann der Beruf des Esportlers mit den klassischen Berufen mithalten auf finanzieller Ebene? Wir verraten es Ihnen.

Verdienst klassischer Berufe

Bei der Berufswahl kommt es unter anderem auf die Leidenschaft, aber auch auf den Verdienst an. Blicken wir auf den reinen Jahresverdienst, dann gibt es Besserverdiener und Berufe mit weniger Einkommen. Dazwischen ist die Spanne ebenfalls sehr groß, sodass wir uns an der Stelle das Minimum und Maximum ansehen wollen.

Am schlechtesten bezahlte traditionelle Berufe

Die Statistik stammt aus dem Jahr 2007 vom Statistischen Bundesamt. Das ist natürlich eine ganze Weile her, doch noch immer gehören diese Berufsfelder zu den am schlechtesten bezahlten Berufen.

Beträge pro JAHR und in BRUTTO:

  • Friseure/Friseurinnen: 15.800 Euro, etwa 3 bis 8 Euro pro Stunde
  • Textilreiniger/innen: 20.600 Euro, etwa 8 bis 14 Euro pro Stunde
  • Glas- und Gebäudereiniger/innen: 21.400 Euro, ab 6,58 Euro pro Stunde
  • Raumpfleger/innen: 21.800 Euro, etwa 4 bis 8 Euro pro Stunde
  • Hauswirtschaftliche/r Betreuer/innen: 21.950 Euro, etwa 5 bis 10 Euro pro Stunde
  • Wächter/innen: 22.300 Euro, etwa 4 bis 10 Euro pro Stunde
  • Aufseher/innen: 22.300 Euro, etwa 4 bis 10 Euro pro Stunde
  • Gästebetreuer/innen: 23.050 Euro, etwa 5 bis 10 Euro pro Stunde
  • Fleisch- und Wurstwarenhersteller/innen: 23.350 Euro, etwa 4 bis 9 Euro pro Stunde
  • Kellner/innen: 24.300 Euro, etwa 5 bis 11 Euro pro Stunde
  • Stewards/Stewardessen: 24.300 Euro, etwa 5 bis 11 Euro pro Stunde
  • Köche/Köchinnen: 24.650 Euro, etwa 5 bis 10 Euro pro Stunde

Zusammengefasst: In den am schlechtesten bezahlten Jobs verdienen Sie etwa 3 bis höchstens 14 Euro pro Stunde. Die jährliche Brutto-Spanne reicht von ca. 15.800 bis 24.650 Euro, also monatlich um die 1.300 bis 2.000 Euro – allerdings brutto und nicht netto, was bei Ihnen auf dem Konto landet.

Am besten bezahlte traditionelle Berufe

Kommen wir zu den Jobs, in denen die Verdienstmöglichkeiten deutlich höher liegen. Sie zählen zu den am besten bezahltesten Berufsfeldern.

Beträge pro JAHR und in BRUTTO:

  • Manager/innen und Geschäftsführer/innen: Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei 92.500 Euro, wobei die tatsächliche Höhe von vielen Faktoren abhängig ist.
  • Rechtsvertreter/innen und Rechtsberater/innen: In Rechtsberufen verdienen Personen mit durchschnittlich 82.100 Euro über dem Durchschnitt. Dazu gehören unter anderem Notare, Rechtsanwälte und auch Datenschutzbeauftragte. Zu den Top-Verdienern zählen vor allem Rechtsanwälte im wirtschaftlichen Sektor.
  • Berufe der Luftverkehrsbranche: In diesem Bereich arbeiten beispielsweise Piloten, Fluglotsen und Flugzeugmechaniker. Im Durchschnitt verdienen sie 77.800 Euro pro Jahr.
  • Ärzte/Ärztinnen: Auch hier gibt es natürlich große Unterschiede, aber im Durchschnitt verdienen Ärzte etwa 75.900 Euro pro Jahr.
  • Chemiker/innen und Chemieingenieure/Chemieingenieurinnen: In der Chemiebranche verdienen Sie im Durchschnitt 75.500 Euro.

Abgesehen von den genannten Branchen verdienen auch leitende Verwaltungsfachleute sowie verschiedene Ingenieurberufe mit etwa 71.500 Euro pro Jahr sehr gut. Wer Astronaut wird, schafft es später auf ein Gehalt von etwa 90.000 Euro brutto. Als Kommandant einer Raumstation können Sie bis zu 110.000 Euro brutto verdienen. Mit der Erfahrung steigt in den Top-Berufen auch die Chance auf höhere Gehälter.

In den Führungsetagen sind noch höhere Gehälter möglich sowie auch in Berufen, wo es stark auf die Erfahrung ankommt. Ein Fondsmanager mit viel Erfahrung könnte beispielsweise bis zu 146.000 Euro brutto pro Jahr verdienen.

Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass für alle diese Jobs definitiv Abitur, ein Studium sowie außergewöhnliche Fähigkeiten vorausgesetzt sind. Ingenieure, Ärzte, Fondsmanager – all das klingt finanziell gesehen sehr lukrativ. Wer mit den Jobs aber wenig anfangen kann, wird auch mit der passenden Ausbildung dort nicht glücklich.

Doch was ist die Alternative?

Digitale Jobs und Esport Verdienstmöglichkeiten

Kommen wir zu den Jobs der Neuzeit. Wer in einem traditionellen Beruf mit schlechtem Verdienst nicht arbeiten möchte und auch mit den Top-Verdienern der Spitzenbranchen nicht viel anfangen kann, schaut sich nach Alternativen um. Hier kommt die digitale Branche ins Spiel.

Es gibt Digital Designer, Marketing Manager, Web Developer Digital, Media Planner, Key Account Manager, Business Analysten und viele weitere Berufsfelder der Digitalbranche. Am schlechtesten verdienen mit etwa 40.000 Euro jährlich die Affiliate Manager. Bereits bei über 70.000 Euro sind die Business Analysten oder die Mobile Web Developer angekommen. Top-Verdienste sind unter anderem als Innovationsmanager mit über 100.000 Euro pro Jahr möglich.

Wie Sie sehen: In der Digitalbranche sind bereits ganz andere Werte möglich.

Gehälter für junge Stars

Die digitale Branche sorgt aber nicht nur bei den Erwachsenen für viele Möglichkeiten. Auch die junge Generation nutzt die Chance, sodass sich verschiedene weitere Berufsfelder etabliert haben. Wo Eltern und Erwachsene teils nur müde lächeln, wenn ein YouTuber oder Esportler von seinem Beruf berichtet, so staunen sie spätestens bei dem Jahresumsatz nicht schlecht.

  • YouTube-Stars: Allein im Jahr 2017 lag die Spanne des Verdienstes bei den Top 10 YouTubern bei ca. 350.000 bis zu einer Million Euro pro Jahr. Diese Beträge sind mit keinem anderen Berufsfeld aus den traditionellen Berufen vergleichbar. Natürlich sind hierfür eine enorme Fangemeinde sowie harte Arbeit nötig. Das Geld liegt auch in der digitalen Branche nicht auf der Straße, sondern muss mit Fleiß, Disziplin, aber auch kreativen Ideen erarbeitet werden. YouTube-Stars zeigen jedoch, dass es möglich ist. Zu beachten ist aber, dass es natürlich unzählige YouTube-Kanäle und Menschen gibt, die ebenfalls zum Star werden wollen. Statistisch knacken gerade mal ein paar Hundert Kanäle die Grenze für 10.000 Euro Jahreseinnahmen. Der Weg nach oben ist also durchaus als schwer zu bezeichnen.
  • Instagram Influencer: Ein weiteres Berufsfeld ist Influencer, die vor allem auf Instagram agieren. Hierbei kommt es wie so oft in den sozialen Medien vor allem auf die Follower-Anzahl, aber auch auf die Interaktionsrate der Fans an. Es kommt natürlich auch darauf an, in welchem Segment der Influencer aktiv ist und wie der Bekanntheitsgrad allgemein ist. Das Model Cara Delevigne hat über 20 Millionen Follower und kriegt für einen Instagram-Post über 100.000 US-Dollar. Schauen wir auf die „Normalsterblichen“, dann bekommen Accounts mit über 500.000 Followern aber im Durchschnitt noch um die 40.000 Euro pro Post. Micro-Influencer, die weniger als 30.000 Follower aufweisen, könnten bis zu 30.000 US-Dollar erhalten pro Beitrag. Natürlich stehen diese Anfragen nicht täglich in der Schlange, aber das Jahresgehalt hat nach oben keine Grenzen, wenn eine gewisse Bekanntheit erreicht ist.

Esport Gehälter und Preisgelder

Beim Thema Esport ist es ähnlich wie bei Instagram, nur dass die Beträge nicht in der Post-Anzahl fließen, sondern in gewonnenen Turnieren. Dabei muss allerdings unterschieden werden, denn nicht nur Preisgelder füllen die Geldbörse, sondern auch klassische Gehälter.

Wie hoch das Gehalt bei einem Profi Esportler ausfällt, hängt aber von vielen Faktoren ab. Als Profi Esportler bei FIFA können es aber durchaus bis zu 10.000 Euro im Monat sein. Zum Vergleich. 10.000 Euro im Monat bedeutet etwa 120.000 Euro im Jahr, was sonst nur digitale Top-Positionen oder auch Kommandanten der Raumstation schaffen.

Noch weitaus höhere Gehälter sind möglich, wenn der Esportler auch international spielt. Hier kann das Jahresgehalt auch durchaus im hohen fünfstelligen Bereich liegen. Handelt es sich um einen herausragenden Gamer, kann es sein, dass Verträge mit Gehältern von bis zu 2,5 Millionen US-Dollar unterzeichnet werden. Möglich ist alles und bereits in der Vergangenheit passiert.

Zusätzlich zu den Gehältern sind Preisgelder eine weitere Einnahmequelle. Hier liegen die Gelder für den ersten Platz bei einigen Hunderttausend Euro oder gar in Millionenhöhe. Der Profi-Gamer KuroKy, ein deutscher Dota 2 Spieler, stand früher in Sachen Bezahlung im Esport auf Platz 1. Er hat mittlerweile über 4 Millionen US-Dollar mit seinem Esport verdient. Mittlerweile hat ihm der Däne NOtail mit über 7 Millionen US-Dollar den Rang abgelaufen. Derzeit ist er der reichste und erfolgreichste Esport Spieler weltweit.

Wenn es um ein globales Ranking der reichsten Esport Spieler geht, dann sind drei von 40 Sportlern Fortnite Spieler und der Rest spielt Dota 2. Nicht ohne Grund, denn gerade bei Dota 2 sind die Preisgelder oft immens.

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