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Fabio | August 11, 2021

Die VCT Challengers Playoffs EMEA im Preview

Die Challengers Playoffs der EMEA-Region stehen an. G2, NaVi, Liquid… die Liste an hochkarätigen Teams könnte kaum größer sein. Aber nur vier von den 12 Teams können sich auch tatsächlich zu den Masters in Berlin durchspielen.

Das Teilnehmerfeld hat sich im Vergleich zu den Playoffs der Stage 1 stark verändert. Die zusätzlichen vier Slots haben Teams wie Natus Vincere und forZe eine Chance gegeben, sich reinzuspielen. Einige alte Favoriten haben den Sprung aber nicht geschafft. Fnatic und BBL sind beispielsweise nicht durch ihre lokalen Challengers-Event gekommen. Für fnatic ist das eine ganz besondere Schande, denn schließlich standen sie noch vor nicht allzu langer Zeit im großen Finale in Reykjavik. Daraus kann jetzt nichts mehr werden.

Die Struktur der EMEA Finals wurde ebenfalls umgeschrieben. Im April gab es noch eine GSL-Gruppenphase, jetzt treten die Teams sofort in einem Double-Elimination Bracket an. Vier Teilnehmer sitzen mit besserem Seeding bereits ein Match weiter.

DIE ERÖFFNUNGSSPIELE

Team Liquid kriegen mit Natus Vincere eine ordentliche Breitseite ab. Die CIS-Teams sind für ihr Upset-Potenzial bekannt. In der Stage 1 konnten Gambit einen großen Überraschungssieg gegen FunPlus Phoenix einfahren, und das gleiche könnte jetzt Liquid mit NaVi widerfahren. Guild müssen ebenfalls gegen Osteuropäer ran, aber wenigstens sind forZe das eindeutig schwächere Team der Region. Sie konnten sich erst in den CIS Challengers 2 durchkämpfen – und das auch nur knapp!

Die türkischen Teams bewiesen beim letzten Mal, dass sie keine weiteren Slots in den Playoffs benötigen. Zwei der drei Teilnehmer landeten auf den letzten Gruppenplätzen und nur Oxygen konnten sich in die Top 4 spielen. Sie sind wieder von der Partie und werden Giants Gaming ordentlich einheizen. Das europäische Team besteht unter anderem aus FPX- und G2-Veteranen, also sollten sie nicht zu unterschätzen sein. Jedoch schafften sie genau wie Liquid erst in Challengers 2 den Durchbruch. FunPlus Phoenix kamen dagegen relativ leicht durch und haben mit Fire Flux Esports einen der leichtesten Gegner der EMEA Playoffs.

DIE HÖCHSTEN SEEDS

Acend und G2 Esports hatten sich durch den Finaleinzug in den Challengers 1 einen höheren Seed verdient. Sie starten also nicht in den Eröffnungsspielen, sondern warten im Upper Bracket auf ihre erste Gegner. Dass sie in ihren regionalen Ligen besser performt haben als der Rest ist natürlich ein positives Zeichen. Jedoch ist der Vergleich zwischen den Regionen so schwer, dass sie kaum als Favoriten gelten sollten. Klar, Acend konnten Challengers 1 gegen G2 gewinnen… aber rüstet sie das auch für ein Duell gegen Natus Vincere? Das gleiche gilt für G2 Esports, die möglicherweise gegen Oxygen ran müssen.

Gambit treffen mit forZe vielleicht sogar auf nationale Konkurrenz. SuperMassive Blaze, das neueste Super-Team aus der Türkei, hat vielleicht noch die besten Karten gegen seine Gegner. Auch wenn sie vielleicht auf FunPlus Phoenix treffen, haben sie mit Melih “pAura” Karaduran einen der Leistungsträger aus dem alten Heretics-Lineup an Bord.

Jedes Team möchte sich hier in Richtung Sieg schießen. Dass nur die wenigsten auch wirklich eine Chance haben, ist klar. Aber der erste Platz ist gar nicht notwendig, denn die Top 4 zieht nach Berlin. Seeding und Preisgeld sind also die einzigen Gründe, um den ersten Platz der Challengers Playoffs EMEA zu erreichen. Das sollte eigentlich Motivation genug sein, aber sicherlich steht der Einzug in das Masters-Event im Vordergrund.