Die besten CS:GO-Teams aller Zeiten

Counter-Strike: Global Offensive existiert nun seit über sieben Jahren. Das Spiel hat sich eine beachtliche Fanbasis erarbeitet und vor allem auch eine weltumfassende Esports-Szene hochgezogen. In den Jahren haben sich so einige Legenden etabliert. Manche der Profiteams und -spieler konnten sich über Monate oder sogar Jahre hinweg an der Spitze halten. Wir nehmen alle Top-Lineups unter die Lupe und finden die besten CS:GO-Teams aller Zeiten!

DAS ORIGINALE NIP

87 Offline-Maps in Folge blieben Christopher “GeT_RiGhT” Alesund und seine Kollegen ungeschlagen. 2012, zum Release des Spiels, machten GeT_RiGhT, Richard “Xizt” Landström, Patrik “f0rest” Lindberg, Robin “Fifflaren” Johansson und Adam “friberg” Friberg den Sprung von Counter-Strike 1.6 und Source. Als die ‘Ninjas in Pyjamas’ zogen sie in die ersten Turniere ein und konnten in den frühen Monaten mehr Erfolg feiern, als jedes andere Team vor ihnen. Auf LAN-Events gewannen sie 87 Maps in Folge und etablierten sich als das beste CS:GO Team der Welt.

Doch es dauerte, bis sie ihren ersten Major-Sieg einfahren konnten. 2013 verloren sie gegen fnatic in einem knappen Finale und in Kattowitz mussten sie sich gegen Virtus.pro geschlagen geben (die auch ihre Win-Streak beendet hatten). Bei der ESL One Cologne geschah dann endlich das Wunder – die Schweden konnten sich im nationalen Derby gegen die Favoriten, fnatic, durchsetzen. GeT_RiGhT konnte endlich die wichtigste Trophäe seiner Karriere in die Hand nehmen und bleibt mit diesem Moment für immer in Erinnerung.

Doch alles muss irgendwann ein Ende finden. Mit der Verpflichtung von Aleksi “allu” Jalli anstelle von Fifflaren schafften sie es zwar noch in ein Major-Finale, doch die “NiP-Magic” ließ nach. Jahrelang versuchten die vier Kernspieler, einen perfekten fünften Mann an Land zu ziehen. In dieser Zeit stürzte der Roster ab, bis die Ninjas zwischenzeitlich noch nicht einmal mehr in der Major Top 8 standen.

FNATIC IN 2015

Wer könnte jemals den vierfachen AWP-Peek auf Dust2 vergessen? Auf der alten Map wurde er noch verewigt und wird auch gerne herangezogen, wenn es um den Ausdruck “Disrespect” geht. Vielleicht ist das auch die beste Weise, um das Team zu beschreiben, denn sie wurden oft als arrogant und überheblich bezeichnet – auch wenn der Erfolg ihnen durchaus Recht gab. Fnatic bestand in 2015 aus Jesper “JW” Wecksell, Olof “olofmeister” Kajbjer, Freddy “KRiMZ” Johansson, Robin “flusha” Rönnquist und Markus “pronax” Wallsten.

Sie waren bereits 2014 stark unterwegs. Doch im DreamHack Winter Major geschah der große Skandal. Als sie kurz davor standen, das Match gegen LDLC zu verlieren, holten sie kurzerhand einen illegalen Boost raus. Die Franzosen verstanden gar nicht, was ihnen geschah, aber olofmeister konnte über die Map hinweg schauen und Headshot um Headshot verteilen. Damit drehten fnatic das Match um. Diese Aktion wurde im Nachhinein jedoch als regelwidrig deklariert und die Spieler entschieden sich, das Match aufzugeben.

2015 griffen sie jedoch richtig an. Nach der ESL One Cologne 2014 schafften sie bei der ESL One Katowice 2015 ihren nächsten Major-Finaleinstieg. Dort konnten sie sich dank einer MVP-würdigen Performance von olofmeister durchsetzen und holten die zweite Major-Trophäe für die Organisation. Sie blieben weiterhin eine dominante Macht und hielten sich bis zum nächsten Major an der Spitze. Zur ESL One Cologne 2015 waren sie bereits das Favoritenteam und konnten sich auch wie erwartet ins Finale spielen. Jeder kennt das berühmte 4-Mann-Todessquadron mit der AWP, das im T-Spawn von Dust2 auf den ersten Envy-Spieler wartete, der sich zu peeken traute. Mit einem dritten Major-Sieg erspielten sich fnatic eine Vormachtsposition und einen Rekord, der erst einige Jahre später gebrochen werden konnte.

LUMINOSITY/SK GAMING

Eines der Teams, die fnatic’s Titel als erfolgreichstes CS:GO-Team aller Zeiten angreifen wollten, war Luminosity Gaming. Die Spieler rund um Gabriel “Fallen” Toledo waren zwar ab und an bei größeren Turnieren vertreten und konnten auch schon bei der ESL One Cologne 2015 im Viertelfinale aufschlagen, aber sie waren nie Titelfavoriten. Im Winter desselben Jahres änderte sich das schlagartig.

Nach der Verpflichtung von Lincoln “fnx” Lau und Epitacio “TACO” De Melo zogen die Spieler in die FACEIT Stage 3 Finals ein und verloren auf der ersten Map ein 0-16 gegen fnatic. Für den Roster war das natürlich ein herber Rückschlag, doch sie griffen in den darauffolgenden Matches umso mehr an. EnVyUs, NiP und TSM fielen gegen die Brasilianer, die sich anschließend im Finale gegen fnatic wiederfanden. Plötzlich hatten sie eine echte Chance auf eine bedeutungsvolle Trophäe, doch fnatic ließ sie nicht vorbei. Die Schweden holten das 2-1, aber trotzdem konnten Fallen und Co. sich international ankündigen. Im Frühjahr 2016 holten sie zwei Silbermedaillen. IEM Katowice war das letzte Turnier, bei dem LG gegen fnatic verlieren würden.

Während der MLG Columbus kam dann endlich der finale Durchbruch. Auch wenn sie dort nicht gegen fnatic spielen mussten, dezimierten sie mousesports, NiP, Virtus.pro und Team Liquid auf dem Weg zum Finale. Auf der ersten Map holten sie das 19-17 in der Nachspielzeit und konnten Natus Vincere brechen, die die zweite Map mit einem 16-2 abgaben. Der erste Major-Sieg war somit erreicht und bei der ESL One Cologne 2016 folgte unter SK Gaming ein noch dominanterer Sieg. SK fielen danach leider dem Regelwerk zum Opfer. Beim ELEAGUE Major Atlanta 2017 mussten sie mit Ersatz erscheinen, weil ihr neuer Spieler nicht antreten durfte. Als sie dann endlich mit ihrem vollständigen Lineup bei einem Major auftreten konnten, waren sie schon nicht mehr das beste Team der Welt.

ASTRALIS

Seit fast drei Jahren befindet sich die Counter-Strike-Szene dem festen Griff eines bestimmten dänischen Teams. Astralis waren (und sind) das beste Team der Welt, was sie sogar zu Zeiten des Coronavirus beweisen können. Ihre Reise durch die CS:GO-Welt wurde begleitet von zahllosen Trophäen und, vor allem, vier Major-Siegen. Damit stehen sie sogar besser als fnatic da, doch diesen Status mussten sie sich hart erkämpfen.

Denn bevor sie zu einer Weltmacht aufsteigen konnten, standen sie jahrelang im Schatten von fnatic und NiP. Sie waren als Choker bekannt, spielend leicht kamen sie in die Playoffs und versagten dort auf ganzer Linie. Dieses Problem zog sich durch so einige Turniere und Majors, bis 2017 endlich der große Durchbruch geschah. Mit Lukas “gla1ve” Rossander hatten sie einen In-Game-Leader gefunden, der nicht nur taktisch, sondern auch individuell stark war. Das hatten sie in Finn “karrigan” Andersen leider bis zuletzt vermisst. Beim ELEAGUE Atlanta Major fanden sie sich plötzlich im Großen Finale gegen Virtus.pro wieder. Dort ordnete gla1ve am Ende der letzten Map einen agressiven A-Push auf Train an, mit dem sie sich die Trophäe erspielen konnten.

Danach wurde es ruhiger um Astralis. Markus “Kjaerbye” Kjærbye, der sich beim Major noch die MVP-Medaille verdient hatte, stürzte individuell ab. Am Ende des Jahres suchte er den Ausweg und die Dänen mussten notgedrungen Emil “Magisk” Reif verpflichten. Für viele Fans und Experten war das ein großes Risiko, denn der junge Spieler hatte noch nicht beweisen, dass er auf diesem Level mithalten kann. Doch die Meinungen zu ihm änderten sich schlagartig.

Magisk wurde bald zu einem kritischen Bestandteil von Astralis. Mit ihm an Bord gewannen sie den FACEIT London Major in 2018 und holten beide Majors in 2019. Damit steht ihnen der Titel des erfolgreichsten Teams aller Zeiten zu – doch macht sie das auch automatisch zu dem besten?

WAS IST DAS BESTE TEAM ALLER ZEITEN?

Als fnatic die CS:GO Szene dominierten, konnte niemand ihnen das Wasser reichen. Sie holten Trophäe um Trophäe und demütigten ihre Gegner regelmäßig mit Über-Performances. Drei schwedische Lineups konnten unter der fnatic-Flagge zur Spitze aufsteigen. Freddy “KRiMZ” Johansson und Robin “flusha” Rönnquist gehören nach all den Jahren immer noch zu den besten Spielern der Welt – das können nur die wenigsten von sich behaupten. Bei den DreamHack Masters Malmö 2019 schalteten sie NiP, Astralis und Team Vitality aus um den Turniersieg zu erreichen. Doch in den Jahren seit ihren Major-Siegen knickten sie ein und mussten so einige Spielerwechsel vollziehen, um überhaupt wieder in die Top 20 zu gelangen.

In dieser Hinsicht sind Astralis ihnen voraus. Selbstverständlich haben sie auch zu ihren besten Zeiten das ein oder andere Turnier abgegeben, doch sie sind nie auf so eine Art und Weise eingebrochen. Rechnet man die Online-Phase der letzten Monate raus, dann halten Astralis sich seit April 2018 in der Top 5. Diese Leistung hat bislang noch kein anderes Team vollbracht. Vielleicht steht ihnen also doch der Titel als ‘bestes CS:GO-Team aller Zeiten’ zu.

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