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leni | Oktober 7, 2022

Das Problem mit der mordenden VALORANT-Schwester

Im Moment gibt es da diese eine Schlagzeile, die man bei manchen Zeitschriften unter der Kategorie VALORANT findet: “Flirt in VALORANT führt dazu, dass Mädchen von ihrer älteren Schwester erstochen wird”. Hier sind einige Gedanken zu dem Thema – und warum das problematisch ist.

Ein kurzer Überblick über die harten Fakten: Eine 21-jährige Frau hat Berichten zufolge ihre jüngere Schwester erstochen, weil sie u.a. in VALORANT mit ihrem Freund geflirtet hat.

Fatiha ersticht Schwester aus Eifersucht

Wie der Orlando Sentinel berichtet, wurde die 21 Jahre alte Fatiha Marzan letzte Woche weg Mord an ihrer 20-jährigen Schwester Sayma Marzan verhaftet. Der Mord geschah am 26. September im Hause der Familie. Sayma wurde dabei von ihrer Schwester mit einem Dolch erstochen. Anscheinend hatte Fatiha den Mord an ihrer kleinen Schwester zwei Wochen lang geplant, nachdem sie gesehen hatte, wie Sayma im Chat von VALORANT mit ihrem Freund geflirtet hat.

Auch als Fatiha die Schwester und ihren Freund zur Rede stellte, passierte nichts und die beiden machten mit ihrer Affäre einfach weiter. Der Freund hatte der kleinen Schwester gesagt, dass er sie liebe und daraufhin nahm die Tragödie seinen Lauf, denn daraufhin tötete Fatiha ihre Schwester mit dem Dolch.

Sie stach ihr nachts, im Haus der Familie, mehrere Male ins Herz. Fatiha rief 15 Stunden später die Polizei. Sayma war dann schon längst tot. Angeblich wollte sich Fatiha nach dem Mord das Leben nehmen, aber irgendein Geschwister von ihr hatte ihr das wieder ausgeredet. Im Moment sitzt Fatiha in Untersuchungshaft und wartet auf ihren Prozess.

Warum ist diese Geschichte problematisch?

Eine tragische Geschichte. Vor allem für die Eltern und Geschwister der beiden Mädchen muss es ein wahnsinnig schlimmer Zustand sein. Da Morde von jungen Frauen relativ selten sind, wird natürlich darüber berichtet. Das an sich ist auch nicht schlimm, aber irgendwie ist es seltsam, dass VALORANT von Esport-Zeitschriften dabei betont wird. Natürlich ist es für den Esport irgendwo interessant, weil VALORANT darin vorkommt, allerdings ist dieses Detail relativ unwichtig.

Der Freund und die jüngere Schwester werden sicher nicht nur über VALORANT geflirtet haben, sondern auch im normalen Leben. Am Ende des Tages hat dieser Mord nichts mit VALORANT zu tun, sondern nur mit Hass, Eifersucht, unregulierten Emotionen und einer jungen Frau, die eiskalt geplant hat, Rache zu nehmen und ihre Schwester zu töten. VALORANT spielt dabei wirklich die kleinste Nebenrolle der Welt und ist eigentlich nicht mal erwähnenswert.

Trotzdem haben Artikel, die über den Vorfall berichtet haben und dabei VALORANT in die Headline genommen haben, einen leichten Touch von “Attentäter spielte Ballerspiele” – auch wenn sich Sayma und der Freund nur über den Chat unterhielten. Im Grunde tun Videospiele wenig zur Sache, wenn es um das echte Leben geht. Eiskalte Leute werden immer eiskalte Dinge tun, egal ob sie VALORANT, CS:GO oder Pummelparty gespielt haben.