Das Interesse am IEM Cologne Major ist größer denn je. Das Turnier befindet sich in den Playoffs, und obwohl es noch gar nicht beendet ist, hat es bereits einen historischen Rekord gebrochen: Laut der Statistikseite Esports Charts ist es das meistgesehene Counter-Strike-Turnier aller Zeiten.
Die Rekordmarke – und warum sie noch wächst
Die Statistik bezieht sich auf die Anzahl der gesehenen Stunden (Hours Watched). Der bisherige Rekord lag bei 76,1 Millionen Stunden und wurde beim letztjährigen BLAST.tv Austin Major 2025 in den USA aufgestellt. Diese Marke hat Köln bereits am 19. Juni geknackt, noch bevor das Grand Final überhaupt gespielt war – mit über 76,2 Millionen Stunden. Da die Zahl live weiterläuft, ist sie seitdem deutlich gestiegen; im Verlauf der Halbfinals kletterte sie bereits in Richtung 90 Millionen Stunden. Der finale Wert dürfte nach dem Endspiel noch höher liegen.
Damit lösen sich die drei meistgesehenen Counter-Strike-Turniere der Geschichte gegenseitig ab: An der Spitze steht nun Köln 2026, gefolgt von Austin 2025 und dem StarLadder Budapest Major 2025. Dieses kontinuierliche Wachstum über drei aufeinanderfolgende Majors ist kein Zufall.
Der eigentliche Treiber: das neue Format
Hinter dem Rekord steckt vor allem eine strukturelle Entscheidung. Zum ersten Mal in der Geschichte eines Counter-Strike-Majors wurde Stage 3 komplett im Best-of-Three-Format ausgetragen statt in einer Mischung aus Bo1 und Bo3. Das bedeutete mehr Runden, längere Serien und damit deutlich mehr Sendezeit – und Hours Watched wachsen proportional zur ausgestrahlten Zeit, solange das Publikum dabeibleibt. Genau das tat es: Köln hielt seine Zuschauer über drei volle Wochen. Zusätzlich sorgte die breit gefächerte Teilnehmerschar für regionale Reichweite, da Teams mit starken türkischen, brasilianischen, hispanischen und GUS-Fanbasen die Playoffs erreichten. Besonders die russischsprachigen Übertragungen übertrafen die Austin-Werte deutlich, während die spanischsprachige Berichterstattung einen neuen Allzeit-Peak für Counter-Strike erreichte.
Auch bei den Live-Zuschauern ein Brett
Neben den gesehenen Stunden fiel auch ein zweiter Rekord. Das Halbfinale zwischen Team Spirit und Team Falcons wurde mit über 2,2 Millionen gleichzeitigen Zuschauern zum meistgesehenen CS2-Match überhaupt und übertraf damit die Bestmarke, die nur einen Tag zuvor beim Quadruple-Overtime-Krimi Spirit gegen G2 (über 2 Millionen) aufgestellt worden war. Köln hält damit die beiden meistgesehenen Matches der CS2-Ära.
Zur ehrlichen Einordnung gehört allerdings: Beim reinen Peak-Wert ist Köln zwar Rekordhalter des CS2-Zeitalters, liegt in der ewigen Counter-Strike-Bestenliste aber weiterhin hinter zwei Legenden aus CS:GO-Zeiten – dem PGL Major Antwerpen 2022 und dem bis heute unerreichten PGL Major Stockholm 2021, dessen Finale über 2,7 Millionen gleichzeitige Zuschauer anzog. Bei den gesehenen Stunden hat Köln jedoch alles übertroffen, was es je gab, über CS2 und CS:GO hinweg. Alle Zahlen schließen zudem chinesische Plattformen und Steam TV aus – das tatsächliche Publikum dürfte also noch größer sein.
Was am Finalsonntag noch möglich ist
Die Halbfinals begannen am Samstagnachmittag, und mit dem Grand Final am Sonntag steht der reichweitenstärkste Moment noch aus. Mit FURIA und dem Sieger aus Falcons gegen Spirit treffen zwei der populärsten Mannschaften im Best-of-Five aufeinander – eine Konstellation, die die Werte weiter nach oben treiben dürfte. Sollte die Serie über die volle Distanz gehen, hat die „Kathedrale des Counter-Strike“ sogar realistische Chancen, am Ende auch noch die letzten CS:GO-Bestmarken ins Visier zu nehmen.
