Valve hat am 3. August ein weiteres Update für Counter-Strike 2 veröffentlicht. Große Balance-Änderungen gibt es nicht, dafür einen relevanten Gameplay-Fix, die nächste Runde Feinschliff an Cache und den mit Abstand umfangreichsten Teil: eine erhebliche Erweiterung des Map-Scripting-Systems.
Die Änderungen im Überblick
| Bereich | Änderung |
|---|---|
| Gameplay | Fall behoben, in dem Granaten durch die Level-Geometrie geworfen werden konnten |
| Cache | Diverse Lücken in der Map geschlossen |
| Cache | Kollision an mehreren Stellen korrigiert |
| Cache | Flackern einzelner Objekte behoben |
| Cache | Boost-Position bei Outside A entfernt |
| Shelter | Auf die aktuelle Community-Workshop-Fassung aktualisiert |
| Map Scripting | Zahlreiche neue Funktionen und Ereignisse (siehe unten) |
Warum der Granaten-Fix mehr ist als eine Fußnote
Behoben wurde ein Fehler, durch den sich Granaten in bestimmten Situationen direkt durch die Level-Geometrie werfen ließen. Was nach einer technischen Kleinigkeit klingt, hat im kompetitiven Spiel handfeste Konsequenzen.
Counter-Strike lebt davon, dass Wurfmuster reproduzierbar sind. Teams üben Smokes, Flashes und Molotows über Wochen ein und verlassen sich darauf, dass dieselbe Bewegung dasselbe Ergebnis liefert. Eine Granate, die durch eine Wand geht, statt daran abzuprallen, hebelt nicht nur die eigene Vorbereitung aus — sie eröffnet auch Positionen, die im Kartenentwurf nie vorgesehen waren. Ein Rauchvorhang, der plötzlich hinter einer massiven Wand aufgeht, ist im Zweifel eine gewonnene Runde.
Cache bekommt weiter Feinschliff
Die Map ist erst seit kurzem zurück im aktiven Kartenpool, wo sie Overpass ersetzt hat, und Valve arbeitet sie seither in kurzen Abständen nach. Diesmal ging es um geschlossene Lücken, korrigierte Kollisionsflächen und flackernde Objekte.
Am relevantesten für die Praxis ist die entfernte Boost-Position bei Outside A. Solche Stellen entstehen bei einer überarbeiteten Map fast zwangsläufig und werden von der Community innerhalb weniger Tage gefunden. Dass Valve so schnell reagiert, spricht dafür, dass Cache weiterhin unter aktiver Beobachtung steht — was bei einer Karte, die gerade erst in den Pool zurückgekehrt ist, auch angemessen ist.
Shelter wurde parallel auf die aktuelle Workshop-Fassung gehoben.
Der eigentliche Schwerpunkt liegt bei den Kartenbauern
Der umfangreichste Teil des Patches richtet sich an alle, die eigene Karten und Modi bauen. Valve hat das Scripting-System um eine ganze Reihe von Funktionen und Ereignissen ergänzt.
Neu hinzugekommen sind unter anderem Instance.TracePlayer, Instance.OnWeaponPickup, Instance.OnBombExplode und Instance.SpawnGrenadeProjectile. Das Ereignis zum Ablegen von Waffen wurde um den Parameter dropper erweitert, sodass sich nachvollziehen lässt, wer eine Waffe fallen gelassen hat. Dazu kommt eine neue Aufzählung namens CSGrenadeType, über die sich Granatentypen im Skript ansprechen lassen.
Für die Bombe gibt es jetzt Methoden, um an Informationen über die legende und entschärfende Person, den Zeitpunkt des Legens und die Explosion selbst zu kommen. Ergänzt wurde außerdem eine Abfrage, ob ein Spieler ein Entschärfungsset besitzt.
Zwei Änderungen an bestehendem Verhalten runden das ab: Ein Fehler wurde behoben, durch den Instance.RegisterCheatCommand nach einem Neuladen des Skripts nicht mehr funktionierte. Und der Parameter bounces im Ereignis Instance.OnGrenadeBounce gilt künftig als veraltet — wer ihn verwendet, sollte seine Skripte entsprechend anpassen, bevor er irgendwann ganz verschwindet.
Was das für die Community bedeutet
In der Summe sind das genau die Bausteine, die bisher gefehlt haben, um komplexere Szenarien zu bauen. Wer eine Bombe als Spielmechanik nutzen will, braucht Zugriff darauf, wer sie gelegt hat, wann das passiert ist und was bei der Explosion geschieht. Wer eigene Waffenlogik entwerfen will, muss mitbekommen, wann jemand etwas aufhebt oder fallen lässt.
Bislang mussten Kartenbauer solche Informationen über Umwege rekonstruieren, was fehleranfällig und aufwendig war. Mit den neuen Ereignissen lässt sich das direkt abfragen.
Historisch ist dieser Bereich für Counter-Strike alles andere als nebensächlich. Surf, Bhop, Retakes, Gungame und diverse Deathmatch-Varianten sind allesamt aus der Community entstanden, ein Teil davon ist später in den offiziellen Bestand gewandert. Valve investiert hier also nicht in eine Randgruppe, sondern in die Ideenquelle des Spiels.
Ein Update, dessen Wirkung erst in einigen Monaten sichtbar wird
Für die überwiegende Mehrheit der Spielerschaft ändert dieses Update wenig. Es gibt keine Waffenbalance, keine neuen Inhalte, keine Änderung am Ranglistensystem. Wer Premier spielt, wird vor allem den Granaten-Fix und die Cache-Korrekturen bemerken.
Interessanter ist die Richtung. Valve hat in den vergangenen Wochen mehrfach an den Werkzeugen für die Community gearbeitet, unter anderem an der Skript-Ladelogik im Tools-Modus. Was daraus entsteht, zeigt sich erfahrungsgemäß erst mit einigen Monaten Verzögerung — dann allerdings oft in Form von Modi, an die im Studio niemand gedacht hätte.

