Valve hat Counter-Strike 2 über Nacht eines der umfangreicheren Updates des Jahres spendiert. Mit „Rush“ startet ein neuer schneller 3v3-Modus, Premier bekommt eine komplett neue Kartenwahl und Spieler können erstmals lautlos nachladen. Für den größten WTF-Moment sorgen allerdings ausgerechnet Hühner: In den Weekly Drops tauchen plötzlich „Chicken Eggs“ auf, während Dataminer Hinweise auf ein vollständiges Haustier-System mit schlüpfenden und heranwachsenden Hühnern gefunden haben.
Valve veröffentlichte das Rush-Hour-Update am 22. September. Die offiziellen Patch Notes umfassen neben dem neuen Modus mehrere tiefgreifende Gameplay- und Interface-Änderungen.
Die Hühner erwähnt Valve darin allerdings mit keinem Wort.
Rush bringt erstmals schnelle 3v3-Matches
Größte offiziell angekündigte Neuerung ist der neue Spielmodus Rush.
Dort treten zwei Teams mit jeweils drei Spielern gegeneinander an. Statt einer klassischen Bombenrunde kämpfen sie sich über mehrere kleine Arenen in Richtung der gegnerischen „Castle“-Zone vor. Eine Runde wird gewonnen, indem das gegnerische Team eliminiert oder nach Ablauf der Zeit der zentrale Tower kontrolliert wird.
Rush basiert auf einem Pool von 15 Mini-Arenen. Pro Partie werden sieben davon verwendet. Die Zusammenstellung erfolgt zufällig, wodurch sich die Matches laut Valve unterschiedlich spielen sollen.
Das Grundprinzip erinnert damit an ein Tauziehen: Wer Runden gewinnt, arbeitet sich immer weiter in die gegnerische Hälfte vor, bis schließlich die letzte Arena erreicht wird.
Zusätzlich führt Valve eine eigene Friends-Leaderboard-Wertung für Rush ein.
Premier-Kartenwahl wird komplett umgebaut
Auch für klassische Competitive-Spieler ändert sich einiges.
Valve ersetzt im Premier-Modus das bisherige schrittweise Ausschließen von Maps durch ein Pick-System.
Der Ablauf sieht künftig so aus:
- Team 1 wählt eine Map.
- Team 2 wählt zwei Maps.
- Team 1 wählt eine weitere Map.
- Aus diesen vier Maps wird zufällig eine für das Match bestimmt.
Valve begründet den Umbau damit, Spielern häufiger die Möglichkeit geben zu wollen, Maps tatsächlich zu spielen, auf denen sie zuvor Strategien und Setups trainiert haben.
Damit verändert sich der taktische Teil der Premier-Lobby erheblich: Teams können bestimmte Maps nicht mehr einfach vollständig aus der Auswahl bannen.
CS2 bekommt Silent Reload
Eine kleine Änderung könnte gleichzeitig große Auswirkungen auf Competitive-Matches haben.
Spieler können Waffen jetzt lautlos nachladen.
Dafür muss die Reload-Taste gehalten werden. Der Preis für die zusätzliche Tarnung ist eine deutlich längere Nachladeanimation.
Dadurch entsteht eine neue taktische Entscheidung: schnell nachladen und dabei möglicherweise vom Gegner gehört werden – oder Zeit investieren und die Position nicht durch das Reload-Geräusch verraten.
Auch das Entscopen von Scharfschützengewehren erzeugt künftig kein Geräusch mehr.
Zusätzlich verbessert Valve die Sichtbarkeit von Blutspritzern und Einschusslöchern.
Neue Crosshairs und Clan Tags kehren zurück
Auch an der Benutzeroberfläche wurde gearbeitet.
Die Crosshairs funktionieren nun unabhängig von der verwendeten Auflösung und bekommen einen eigenen Crosshair/Scopes-Bereich in den Einstellungen.
Valve fügt außerdem neue Fadenkreuz-Stile hinzu und ersetzt das bisherige Standard-Crosshair durch „Dynamic Quad“, das die aktuelle Waffenpräzision besser darstellen soll.
Ebenfalls zurück sind die Clan Tags.
Spieler können dafür wieder eine ihrer Steam-Gruppen auswählen und den dazugehörigen Tag neben ihrem Namen anzeigen lassen.
Und dann tauchten plötzlich Chicken Eggs auf
Die kurioseste Änderung findet sich nicht in Valves offiziellen Patch Notes.
Kurz nach Veröffentlichung des Updates meldeten die ersten Spieler, dass in ihren Weekly Care Packages ein „Chicken Egg“ aufgetaucht sei. Screenshots aus der Community zeigen das Ei direkt in der Belohnungsauswahl.
Das Ei verhält sich offenbar anders als normale Weekly Drops.
Wer es auswählt, scheint dafür beide wöchentlichen Reward-Slots zu verbrauchen. Mehrere Spieler berichten außerdem, dass das Ei anschließend nicht wie ein klassischer Skin im normalen Steam-Inventar erscheint.
Valve hat bislang nicht erklärt, wie das System funktioniert.
Datamining deutet auf echtes Hühner-Haustier hin
Hier wird es endgültig kurios.
Der bekannte Counter-Strike-Dataminer Gabe Follower verwies darauf, dass die Eier zu einem bereits seit längerer Zeit in den Spieldateien gefundenen Haustier-System passen. Inzwischen kursieren erste Aufnahmen eines Chicken Pets direkt im Spiel.
Weitere Datamining-Funde deuten unter anderem auf:
- verschiedene Hühner-Varianten
- Chicken Feed
- mehrere Wachstumsphasen
- ein HatchBook beziehungsweise Fotoalbum
- Namens- und Accessoire-Funktionen
- unterschiedliche Farben und Designs
hin.
Einzelne Analysen sprechen sogar davon, dass das Tier vom Ei über Küken und junges Huhn bis zur ausgewachsenen Henne heranwächst.
Das erinnert tatsächlich stark an ein Tamagotchi-System innerhalb von Counter-Strike 2.
Allerdings gilt: Diese Details sind noch nicht vollständig von Valve erklärt oder offiziell dokumentiert. Gerade bei Datamining können Funktionen verändert oder ganz gestrichen werden.
Das Huhn ist real – aber das komplette System bleibt noch ein Rätsel
Dass Chicken Eggs bereits im echten Weekly Drop auftauchen, ist inzwischen durch mehrere Spielerberichte belegt. Das ist also mehr als nur ein Eintrag in irgendwelchen Spieldateien.
Wie umfangreich das System am Ende wird, ist dagegen noch offen.
Bemerkenswert ist vor allem, dass Valve ausgerechnet die ungewöhnlichste Neuerung des gesamten Updates verschweigt.
Offiziell verkauft das Studio Rush Hour vor allem über den neuen 3v3-Modus, die Premier-Änderungen und das überarbeitete Gunplay. Die Community redet am ersten Tag trotzdem über etwas ganz anderes:
Counter-Strike 2 könnte tatsächlich sein eigenes digitales Haustier bekommen – und natürlich ist es ein Huhn.

