Falcons-Manager Xavier Roussac hat gegenüber HLTV offiziell Stellung zum überraschenden Rückzug des Teams aus BLAST Bounty Fall 2025 und BLAST Open Fall 2025 genommen. Als Hauptgründe nannte er Visa-Schwierigkeiten beim Nachwuchsspieler Kyousuke sowie die geringe Relevanz der Turniere im Valve-Ranking-System (VRS).
„Kyousuke ist erst 17 und hat bisher kaum internationale Reiseerfahrung, was die Beantragung eines Schengen-Visums erschwert. Die erste Genehmigung gilt nur 30 Tage – das reicht nicht aus, um mehrere aufeinanderfolgende Events abzudecken. Die Bearbeitungsdauer macht es fast unmöglich, alle europäischen Turniere sicher zu spielen.“
– Xavier Roussac, Team Manager Falcons
Zudem stellte Roussac klar, dass der Einfluss der BLAST-Turniere auf das Valve-Ranking gering sei, da der Großteil der Matches online ausgetragen werde und somit nicht im Verhältnis zum logistischen Aufwand stehe.
Rückblick: Rückzug sorgt für Spekulationen
Zuvor hatte die Organisation kommentarlos ihren Rückzug von beiden Turnieren bekannt gegeben. Die Entscheidung kam überraschend, da die Events offiziell zur BLAST-Saison gehören und traditionell als gute Vorbereitung auf das Herbst-Major gelten.
Gleichzeitig gab Falcons bekannt, derzeit ein besonderes Trainingslager abzuhalten – jedoch ohne PCs, Matches oder In-Game-Sessions.
Falcons im Non-Gaming-Bootcamp – mentale Stärke im Fokus
Wie Performance Director Lars Robl erklärte, handelt es sich um ein bewusstes, „non-technisches“ Bootcamp. Der Fokus liegt auf Teamintegration, mentaler Vorbereitung und körperlicher Fitness – ein Konzept, das Head Coach zonic bereits bei Astralis, Vitality und früheren Falcons-Kadern eingesetzt hat.
„Wir führen derzeit ein Non-PC-Bootcamp durch. Es konzentriert sich auf die Integration neuer Spieler – ein essenzieller Schritt in dieser Phase.“
– Lars Robl, Performance Director Falcons
Reaktionen aus der Community
Das ungewöhnliche Konzept wurde in der Szene unterschiedlich aufgenommen. Analyst und Caster Donald „voo“ Parkhurst kommentierte mit gewohntem Sarkasmus:
„Dieses Bootcamp wird sich sicher nicht auf ihr Gameplay auswirken. Aber wenn sie beim nächsten Major rausfliegen, sag ich garantiert, dass es daran lag.“
Die Maßnahmen könnten darauf hindeuten, dass Falcons gezielt ihre Turnieranzahl reduziert, um Überlastung zu vermeiden. Nach dem enttäuschenden 20.–22. Platz beim Austin Major dürfte das Ziel klar sein: Fehler vermeiden und zum Major in Bestform antreten.
Nächster Halt: IEM Cologne 2025
Falcons’ nächster offizieller Auftritt ist bei der IEM Cologne 2025, die am 23. Juli startet. Das Team selbst wird allerdings erst am 26. Juli ins Turniergeschehen eingreifen. Der Preispool beträgt 1.250.000 US-Dollar.
Falcons setzen auf langfristige Form statt kurzfristige Spielpraxis
Der Rückzug von zwei relevanten BLAST-Turnieren überrascht, ergibt im Gesamtbild jedoch Sinn: Visa-Komplikationen, geringe Turnierwertigkeit im Valve-System und ein Fokus auf mentale Stärke deuten auf eine klare Priorität hin – das Major in Budapest 2025.
Ob diese Strategie Früchte trägt, wird sich spätestens in Köln zeigen. Dort wartet der erste Härtetest unter realen Bedingungen.
