Remedy Entertainment hat neue Details zu Control Resonant veröffentlicht und zeigt damit immer klarer, wie stark sich der Nachfolger vom ersten Control lösen wird. Statt erneut fast ausschließlich durch das bedrückende Oldest House zu führen, verlegt Remedy die paranatürliche Krise nach Manhattan. Dort soll eine verzerrte, feindselige und ständig reagierende Stadt entstehen, die im neuen New Game Plus noch einmal an Tiefe gewinnt.
Besonders spannend ist dabei nicht nur, dass Control Resonant ein klassisches Neues Spiel Plus bekommt. Remedy nutzt den Modus offenbar gezielt, um das Action-RPG-System weiter aufzudrehen. Spieler behalten viele Upgrades, Talente, Artefakte und Kampffähigkeiten, bekommen zusätzliche Build-Freiheit und müssen sich gleichzeitig auf aggressivere Gegner, veränderte Bosskämpfe und neue taktische Anforderungen einstellen.
Control Resonant setzt auf Wiederspielwert statt bloßer Wiederholung
Was in Neues Spiel Plus übernommen wird
Im ersten Spieldurchlauf steht laut Remedy das Entdecken im Mittelpunkt. Spieler sollen verstehen, wie Manhattan auf Dylans Kräfte reagiert, wie sich die Welt verändert und welche Rolle der neue Protagonist im Chaos einnimmt. Neues Spiel Plus soll diese Reise nicht einfach kopieren, sondern auf dem bereits Erlernten aufbauen.
Übernommen werden unter anderem Aberrant-Upgrades, Verbesserungen für Gesundheit und Kampfwerte, freigeschaltete übernatürliche Kampffähigkeiten, Talente und Artefakte. Damit startet der zweite Durchlauf nicht bei null, sondern mit einem deutlich größeren Werkzeugkasten. Gerade für ein Spiel, das stärker auf Action-RPG-Strukturen setzt als der Vorgänger, ist das ein wichtiger Schritt.
Eine Einschränkung bleibt aber bewusst bestehen: Fortbewegungsfähigkeiten werden nicht übernommen. Remedy begründet das mit dem Story-Fortschritt und der Entwicklung der Welt. Diese Kräfte sind also nicht nur Gameplay-Werkzeuge, sondern eng mit Dylans Reise und dem Aufbau der Spielwelt verbunden.
Warum der zweite Durchlauf taktischer werden soll
Neues Spiel Plus ist in Control Resonant offenbar nicht nur als Komfortfunktion gedacht. Remedy will Spielern mehr Möglichkeiten geben, Builds zu testen, die im ersten Durchlauf noch nicht vollständig möglich waren. Das betrifft vor allem Talentknoten, Bossfähigkeiten und Artefakt-Kombinationen.
Besonders interessant ist, dass Spieler im zweiten Durchlauf mehrere Kampffähigkeiten desselben Bosses gleichzeitig kombinieren können. Dadurch entstehen neue Synergien, die im ersten Spieldurchlauf nicht verfügbar sind. Der Fokus liegt also weniger auf reiner Stärke, sondern stärker auf Spezialisierung, Experimenten und präzisem Spielstil.
Der vierte Artefakt-Slot verändert die Build-Tiefe
Artefakte werden zur zentralen Progression
Remedy hat außerdem genauer erklärt, wie Artefakte funktionieren. Dabei handelt es sich um ausrüstbare Gegenstände mit passiven Modifikatoren. Sie können Überlebensfähigkeit, Schaden, Erkundung oder Ressourcenökonomie beeinflussen. Manche Artefakte bringen klare Vorteile, andere sind mit Bedingungen oder Kompromissen verbunden.
Im ersten Spieldurchlauf können bis zu drei Artefakte gleichzeitig ausgerüstet werden. In Neues Spiel Plus wird ein vierter Slot freigeschaltet. Das klingt auf den ersten Blick nach einer kleinen Änderung, kann aber gerade in einem Build-lastigen Action-RPG einen großen Unterschied machen. Ein zusätzlicher passiver Effekt kann darüber entscheiden, ob ein Charakter eher auf rohe Nahkampfkraft, defensive Kontrolle, übernatürliche Fähigkeiten oder Ressourcenmanagement ausgelegt wird.
Crafting bleibt auch im Endgame wichtig
Artefakte sind zudem mit dem Crafting-Zyklus verbunden. Spieler finden in der Welt ungenutzte Artefakte, die im sogenannten Gap zu ausrüstbaren Gegenständen verarbeitet werden können. Damit bleibt die Suche nach neuen Optionen auch im zweiten Durchlauf relevant.
Das ist wichtig, weil Remedy damit verhindert, dass Neues Spiel Plus nur ein schnellerer Wiederholungsrun mit bereits freigeschalteten Fähigkeiten wird. Stattdessen sollen Spieler weiter sammeln, optimieren und umbauen. Für Fans, die Control vor allem wegen seiner Atmosphäre gespielt haben, ist das vielleicht zweitrangig. Für alle, die in Control Resonant ein deutlich tieferes Action-RPG erwarten, könnte genau dieser Punkt entscheidend werden.
Manhattan schlägt im zweiten Durchlauf zurück
Bosse bekommen neue Strategien
Remedy betont, dass sich die Welt von Control Resonant weiterentwickelt. Gegner werden gefährlicher, Begegnungen verändern sich und selbst bekannte Kämpfe können im zweiten Durchlauf anders ablaufen. Einige Bosse sollen neue Verhaltensweisen zeigen, sodass bereits funktionierende Strategien nicht automatisch wieder zum Erfolg führen.
Damit rückt Control Resonant näher an moderne Action-RPGs heran, in denen der zweite Durchgang nicht bloß eine Power-Fantasie ist, sondern neue Anforderungen stellt. Wer mit mächtigeren Fähigkeiten zurückkehrt, trifft auf eine Welt, die ebenfalls dazugelernt hat. Genau dieser Gedanke passt stark zur Identität von Control: Die Umgebung ist nie nur Kulisse, sondern selbst Teil der Bedrohung.
Gegner, Weltquests und verpasste Inhalte bleiben relevant
Neues Spiel Plus soll außerdem dazu einladen, Weltquests, Kopfgelder und Sammelobjekte nachzuholen. Remedy erwähnt auch unterschiedliche Ausgänge bestimmter Nebenhandlungen und Gespräche. Das deutet darauf hin, dass Control Resonant stärker auf Entscheidungen, optionale Inhalte und wiederholbare Weltstrukturen setzt als der erste Teil.
Damit könnte Manhattan mehr werden als eine größere Version des Oldest House. Die Stadt wird offenbar als verzweigter, reaktiver Spielraum aufgebaut, in dem Spieler auch nach dem ersten Abschluss noch Gründe haben, zurückzukehren.
Remedy verlässt das Oldest House und denkt Control neu
Dylan Faden übernimmt die Hauptrolle
Control Resonant stellt nicht mehr Jesse Faden ins Zentrum, sondern ihren Bruder Dylan. Nach Jahren der Isolation wird Dylan vom Federal Bureau of Control in eine neue Krise hineingezogen. Manhattan ist von einer kosmischen Bedrohung betroffen, die Realität, Schwerkraft und Architektur verzerrt.
Diese Perspektive ist für Remedy clever. Jesse bleibt für Fans der emotionale Anker des ersten Spiels, doch Dylan bringt eine andere Art von Instabilität mit. Seine Verbindung zum Übernatürlichen, seine Vergangenheit im Oldest House und seine Suche nach Jesse geben Remedy Raum für eine Geschichte, die gleichzeitig Fortsetzung und Neueinstieg sein kann.
Aus dem Shooter wird ein Action-RPG
Control Resonant wird stärker als Action-RPG beschrieben. Dylans Hauptwaffe ist das Aberrant, eine formwandelnde Nahkampfwaffe. Zusammen mit seinen übernatürlichen Kräften soll sie für ein direkteres, physischeres Kampfsystem sorgen.
Das ist ein klarer Bruch mit dem ersten Control, das stark von der Dienstwaffe, Telekinese und Shooter-Gefechten lebte. Resonant scheint diese DNA nicht wegzuwerfen, sondern in Richtung Nahkampf, Build-Freiheit und dynamischer Fähigkeiten weiterzudrehen. Für Remedy ist das riskant, aber auch notwendig: Ein reiner größerer Aufguss des Originals hätte kaum denselben Überraschungseffekt.
Neue Developer-Diary-Details zeigen ein anderes Manhattan
Remedy will keine gewöhnliche Open-World-Stadt
Neben den New-Game-Plus-Details wurden zuletzt weitere Einblicke in das neue Manhattan veröffentlicht. In einem Developer Diary sprach Remedy über die Herausforderung, die paranatürliche Logik des Oldest House in eine offene, urbane Umgebung zu übertragen. Die Stadt soll nicht einfach nur größer sein, sondern anders funktionieren.
Manhattan wird als verzerrter Spielraum beschrieben, in dem vertraute Straßen, Schwerkraft, Architektur und Alltagsräume auseinanderbrechen. Genau das könnte Control Resonant von vielen anderen Großstadtspielen unterscheiden. Remedy versucht offenbar nicht, eine realistische Stadt nachzubauen, sondern eine glaubwürdige Basis zu schaffen, die durch paranatürliche Eingriffe immer wieder kippt.
Der visuelle Stil soll sich bewusst von anderen AAA-Spielen absetzen
Besonders interessant ist eine Aussage aus dem kreativen Umfeld des Spiels: Remedy will sich bei der visuellen Ausrichtung nicht zu stark an anderen AAA-Games orientieren. Stattdessen sollen Kunst, Film, Natur, Wissenschaftsvisualisierungen und andere Inspirationsquellen helfen, einen eigenen Look zu bewahren.
Das passt zu Remedy. Schon Control lebte stark davon, brutalistische Büroarchitektur, Behördenästhetik, surrealen Horror und Science-Fiction zu einem eigenwilligen Gesamtbild zu verbinden. Control Resonant muss nun beweisen, dass diese Identität auch außerhalb des Oldest House funktioniert.
Control Resonant erscheint 2026 für mehrere Plattformen
Nicht nur PS5-Spiel trotz PlayStation-Fokus
Auch wenn die aktuellen Details über den PlayStation Blog veröffentlicht wurden, erscheint Control Resonant nicht nur für PS5. Remedy listet das Spiel für PlayStation 5, Xbox Series X/S, PC über Steam und Epic Games Store sowie Mac über Steam und den App Store. Ein genauer Release-Termin wurde weiterhin nicht genannt, das Veröffentlichungsfenster bleibt 2026.
Auf PlayStation wurde bereits Gameplay auf PS5 Pro gezeigt. Das unterstreicht, dass Sony das Spiel stark in seiner Kommunikation begleitet. Gleichzeitig bleibt Control Resonant ein breiter Multiplattform-Titel und dürfte für Remedy eines der wichtigsten Projekte der kommenden Jahre werden.
Warum das Spiel für Remedy so wichtig ist
Control war 2019 ein Kritikerliebling, entwickelte sich über die Jahre zu einem modernen Kulttitel und wurde durch Verbindungen zu Alan Wake 2 noch stärker Teil des Remedy Connected Universe. Control Resonant steht deshalb unter besonderem Druck. Es muss Fans des Originals abholen, neue Spieler erreichen und gleichzeitig zeigen, dass Remedy seine ungewöhnliche Erzählweise in ein größeres Action-RPG übertragen kann.
Die bisher gezeigten Systeme deuten darauf hin, dass Remedy bewusst größer denkt: mehr offene Strukturen, mehr Progression, mehr Builds, mehr Gegnerverhalten und mehr Wiederspielwert. Gleichzeitig bleibt der Ton klar Remedy: seltsam, bedrohlich, fragmentiert und voller übernatürlicher Bürokratie.
New Game Plus macht Control Resonant deutlich spannender
Control Resonant wirkt mit jedem neuen Detail weniger wie eine einfache Fortsetzung und mehr wie ein großer Systemwechsel für die Reihe. Neues Spiel Plus spielt dabei eine wichtige Rolle. Der Modus zeigt, dass Remedy das Spiel nicht nur als einmalige Story-Erfahrung versteht, sondern als Action-RPG mit langfristiger Build-Tiefe.
Der vierte Artefakt-Slot, komplexere Fähigkeitssynergien, härtere Gegner und veränderte Bossstrategien könnten den zweiten Durchlauf tatsächlich sinnvoll machen. Besonders stark ist dabei die Idee, dass Manhattan nicht einfach erneut durchlaufen wird, sondern sich weiter gegen Dylan stellt.
Für Fans von Control ist das eine gute Nachricht. Remedy scheint die Atmosphäre, das Mysterium und die seltsame Identität der Reihe nicht zu verlieren, sondern in eine größere, aggressivere und spielerisch tiefere Form zu bringen. Ob Control Resonant dieses Versprechen am Ende einlösen kann, entscheidet sich 2026. Die neuen Details machen aber deutlich: Dieses Manhattan wird kein gewöhnlicher Schauplatz.
