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League of Legends

Caps in der Hall of Legends: Was der Pass kostet

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Riot Games hat Rasmus „Caps“ Borregaard Winther als dritten Spieler in die Hall of Legends von League of Legends aufgenommen. Der Mittelspieler von G2 Esports folgt damit auf Faker und Uzi und ist der erste Westeuropäer, dem diese Ehrung zuteilwird.

Die Ehrung kommt nicht allein. Seit dem 10. September läuft im Spiel ein eigenes Event mit Pass, Skins und Sammelgegenständen. Der Zeitraum endet am 20. Oktober.

Wer Caps ist

Der 26-jährige Däne gilt seit Jahren als bester westlicher Spieler auf seiner Position und trägt in der Szene den Beinamen König Europas. Sein Palmarès umfasst 14 LEC-Titel, den Sieg beim Mid-Season Invitational 2019 sowie zwei Endspielteilnahmen bei Weltmeisterschaften: 2018 mit Fnatic und 2019 mit G2 Esports.

Der MSI-Titel von 2019 ist bis heute der einzige internationale Erfolg von G2. Bei The First Stand 2026 scheiterte das Team im Finale an Bilibili Gaming.

Bemerkenswert ist ein Detail aus jenem MSI: Caps stellte damals im Halbfinale gegen SKT T1 mit Akali einen Pentakill auf. Insgesamt kommt er in seiner Laufbahn auf neun. Sein Vayne im Mittelfeld gegen Galio gilt bis heute als eine der meistzitierten Partien seiner Karriere, obwohl sein damaliger Trainer bei Fnatic Alternativen vorschlug.

Die Trophäe erhielt Caps bereits bei einer Zeremonie in Berlin.

Was der Pass kostet

Hier liegt der Teil, den man kennen sollte, bevor man klickt.

AngebotPreis
Hall of Legends Pass1.950 RP
Risen Legend Tristana5.035 RP
Immortalized Legend Tristana32.035 RP
Signature Immortalized Legend Tristana58.865 RP

Der Pass umfasst 100 Stufen und enthält neben Risen Legend Orianna drei weitere von Caps selbst ausgewählte Skins: Freljord Taliyah, Elderwood LeBlanc und Empyrean Akali. Dazu kommen 125 Mythische Essenz, Icons, Emotes, Wards und ein Rahmen.

Kostenlose Belohnungen gibt es ebenfalls, darunter Blaue Essenz, Hextech-Truhen und Schlüssel sowie vier Champions.

Riots eigene Angabe: Ein Teil der Erlöse aus Pass und Bündeln geht an Caps und an einzelne LoL-Esports-Teams. Wie hoch dieser Anteil ausfällt, wird nicht genannt.

Die Preise sind kein Zufall

Ein Vergleich lohnt sich. Fakers Signature-Bündel kostete 59.260 RP, seine Immortalized-Stufe 32.430 RP. Uzis Signature-Bündel lag bei 58.865 RP.

Caps‘ Preis entspricht exakt dem von Uzi. Nach Fakers Aufnahme 2024 hatte es eine der heftigsten Reaktionen gegeben, die League of Legends je erlebt hat, bis hin zu organisierten Massensperrungen von Ahri aus Protest. Seither liegt die Spitzenstufe unverändert bei knapp 59.000 RP.

Zur Einordnung: Der Pass allein kostet umgerechnet rund 15 US-Dollar. Die Spitzenstufe liegt beim Dreißigfachen davon.

Die Championauswahl sorgt für Diskussionen

Caps wird gemeinhin mit LeBlanc, Akali, Sylas und Syndra verbunden, nicht mit einer Schützin. Dass die Premium-Skins ausgerechnet Tristana gewidmet sind, kam entsprechend gemischt an.

Riots Zwänge sind allerdings nachvollziehbar. LeBlanc schied aus, weil Fakers Sammlung bereits eine Risen Legend LeBlanc enthält und jede Aufnahme sich unterscheiden soll.

Für Tristana spricht ein Argument, das erst auf den zweiten Blick trägt: Sie wird sowohl im Mittelfeld als auch auf der Außenbahn gespielt. Eine Schützin auf der Solo-Position war ein prägender Teil von Caps‘ Spielweise. Als Zusammenfassung einer Laufbahn funktioniert das, als Publikumsliebling weniger.

Die Anspielungen im Detail

Der Pass ist voller Verweise auf Caps‘ Karriere. Sein Vater erscheint in einer eigenen Animation des Orianna-Skins. Die kahlgeschorene Frisur, die er beim LEC-Roadtrip in Madrid Anfang September wieder aufgriff, hat ihren eigenen Verweis. Ein Ward mit Kaktus erinnert an den Kaktus, den er Faker vor der Weltmeisterschaft 2023 schenkte. Und eine Tristana spielt auf seinen Bruder an, der als Dota-2-Spieler unter dem Namen Ryze antritt.

Seine Jubelgeste, der sogenannte Claps, taucht als Animation in sämtlichen Skins auf.

Aus einer Ehrung ist eine Produktlinie geworden

Drei Jahre, drei Aufnahmen, jedes Mal ein kaufbarer Pass. Die Hall of Legends hat sich innerhalb kurzer Zeit von einer Auszeichnung zu einem jährlichen Verkaufsfenster entwickelt, mit vorhersehbarem Termin und vorhersehbarer Preisstruktur.

Das muss man nicht verurteilen. Ein Teil der Erlöse fließt an den Geehrten und an Teams, und die Skins sind aufwendig gemacht. Es lohnt sich nur, den Unterschied zu benennen: Eine Ruhmeshalle ehrt Leistung. Ein Event-Pass verkauft sie.

Ein Auswahlverfahren hat Riot nie veröffentlicht. Aus der bisherigen Liste lässt sich das Kriterium immerhin erschließen: Faker für Korea, Uzi für China, Caps für den Westen.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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