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Bwipo suspendiert: Sexistische Aussagen sorgen für Eklat bei FlyQuest

Autoren-Bild Jonas Teichmann September 10, 2025

League-of-Legends-Profi Gabriël „Bwipo“ Rau wurde von seinem Team FlyQuest suspendiert, nachdem er in einem persönlichen Livestream sexistische Aussagen über Frauen im E-Sport gemacht hatte. In einer anschließenden öffentlichen Entschuldigung räumte der 26-Jährige ein, dass seine Aussagen „ignorant und respektlos“ gewesen seien.

Der Vorfall löste massive Kritik innerhalb der Community und der professionellen Szene aus – und gilt als bislang größter Skandal in Bwipos Karriere. Gleichzeitig entfachte er eine breite Debatte über Sexismus, Fairness und Inklusion im kompetitiven Gaming.


Was hat Bwipo gesagt?

Im Zentrum der Kontroverse stehen Aussagen, die Bwipo während eines Streams machte. Zunächst sprach er über die Herausforderungen, die Frauen im E-Sport aufgrund mangelnder gesundheitlicher Unterstützung und biologischer Unterschiede erleben würden. Doch schnell drifteten seine Aussagen in generalisierende und diskriminierende Richtungen ab:

„Es gibt Zeiten im Monat, da sollten Frauen meiner Meinung nach einfach keine kompetitiven Spiele spielen.“

Diese und weitere Aussagen wurden als sexistisch und wissenschaftlich unbegründet kritisiert. Zwar betonte Bwipo, dass er niemanden diskriminieren wolle, doch seine Wortwahl sowie die pauschalisierenden Schlussfolgerungen lösten Empörung aus.

Kernaussagen aus dem Stream:

ThemaAussage
EmotionenFrauen seien während ihrer Periode „gereizter“ und weniger leistungsfähig.
TrainingEr empfahl, in dieser Phase auf „Grinden“ zu verzichten und stattdessen VOD-Analysen zu betreiben.
WettbewerbTurnierpläne würden keine Rücksicht auf den weiblichen Zyklus nehmen, was Frauen strukturell benachteilige.

Obwohl er seine Meinung als „pragmatischen Rat“ darstellte, wirkte sie auf viele wie ein pauschales Urteil über die Belastbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Frauen – und basierte vor allem auf persönlichen Beobachtungen statt wissenschaftlicher Erkenntnis.


FlyQuest reagiert – Sperre und Spende als Konsequenz

FlyQuest reagierte schnell und entschlossen: Bwipo wird für die nächste Playoff-Serie der LTA-Liga suspendiert. Zudem wird sein gesamtes Event-Preisgeld an Organisationen gespendet, die Frauen im Gaming unterstützen. Welche Projekte genau profitieren, wurde bislang nicht bekannt gegeben.

In einem offiziellen Statement bekräftigte die Organisation ihre Werte:

„Kommentare, die auch nur eine einzige junge Frau davon abhalten, ihre Träume im E-Sport zu verfolgen, sind nicht mit unseren Grundprinzipien vereinbar.“

Die Organisation verwies auch auf ihr eigenes FlyQuest RED-Programm – eine Initiative zur Förderung von Frauen im E-Sport, u. a. durch ein eigenes VALORANT-Team, das vollständig von Frauen geleitet wird.


Öffentliche Entschuldigung von Bwipo

Nur wenige Stunden nach seiner Suspendierung meldete sich Bwipo auf Plattform X (ehemals Twitter) mit einer Entschuldigung:

„Ich habe Scheiße gebaut. Meine Aussagen waren ignorant und respektlos – auch gegenüber Frauen, die mir nahestehen. Ich werde reflektieren, zuhören und daran arbeiten, es besser zu machen.“


Reaktionen aus der Szene: Deutliche Kritik und konstruktive Impulse

Der Vorfall löste eine Welle von Reaktionen aus – viele davon kritisch, einige aber auch mit dem Versuch, die Situation für einen positiven Wandel zu nutzen.

1. Deutliche Kritik an Sexismus und Pauschalisierung

  • Sjokz, bekannte Moderatorin, bezeichnete die Aussagen als gefährlich:

    „Solche Aussagen befeuern die Vorstellung, dass Frauen zu emotional für bestimmte Jobs sind – eine gefährliche Rhetorik.“

  • Azael, langjähriger Caster, ergänzte:

    „Ich habe viele rationale Frauen und impulsive Männer erlebt. Leistung hat nichts mit Geschlecht zu tun. Schluss mit den Vorurteilen.“

2. Konstruktive Vorschläge

  • Jessica „JESSGOAT“ Bolden, VALORANT-Kommentatorin, schlug vor:

    „Vielleicht kann Bwipo die Zeit nutzen, um FlyQuest RED besser kennenzulernen – und deren Spiele zu promoten. Aus Fehlern kann Gutes entstehen.“


Fazit: Zwischen Konsequenz und Chance

Die Suspendierung trifft FlyQuest in einer entscheidenden Phase der LTA-Playoffs. Doch der Fall reicht weit über das sportliche Geschehen hinaus. Er zeigt: Der E-Sport beginnt, Verantwortung zu übernehmen – für das Verhalten seiner Akteure und für die Schaffung einer inklusiveren Zukunft.

Die Diskussion rund um Bwipo ist ein Weckruf: Für Spieler, Organisationen und Fans – um sich stärker mit strukturellem Sexismus auseinanderzusetzen und langfristige Veränderungen anzustoßen.

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Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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