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Bully-Alternative wird zum Flop: Nur 33 Punkte für Agefield High

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Es sollte die große Indie-Alternative zu Rockstars Bully werden – doch wenige Wochen nach dem Release sieht die Realität für Agefield High: Rock the School ziemlich düster aus. Das am 12. August 2026 veröffentlichte Schul-Adventure steht derzeit bei lediglich 33 Punkten auf OpenCritic und hat damit sogar Ex Voto als bislang schlechtestbewertetes Spiel des Jahres deutlich unterboten.

Auch bei den Spielern fällt das Urteil ähnlich aus. Auf Steam wird Agefield High aktuell mit „Größtenteils negativ“ bewertet. Kritisiert werden dabei nicht nur einzelne technische Fehler, sondern gleich mehrere grundlegende Bereiche des Spiels – von kaputten Missionen über nicht sauber funktionierende Mechaniken bis hin zum eigentlichen Gameplay-Loop.

Gerade weil das Projekt im Vorfeld als möglicher geistiger Nachfolger von Bully Aufmerksamkeit bekommen hatte, fällt der Absturz besonders auf.

Agefield High wollte dort weitermachen, wo Bully aufgehört hat

Die Grundidee klang zunächst vielversprechend.

Agefield High versetzt Spieler an eine amerikanisch wirkende Highschool und setzt auf eine offene Spielwelt, verschiedene Schülergruppen, Unterricht, Nebenaktivitäten und den typischen rebellischen Schulalltag.

Damit waren die Parallelen zu Bully, das 2006 von Rockstar Games veröffentlicht wurde, kaum zu übersehen.

Da Rockstar die Marke seit inzwischen zwei Jahrzehnten nicht mehr mit einem neuen Hauptteil fortgesetzt hat, gibt es durchaus eine Zielgruppe für genau diese Art von Spiel. Entsprechend groß war das Interesse, als Agefield High erstmals ausführlicher gezeigt wurde.

Das Problem: Eine gute Idee allein reicht nicht, wenn die Umsetzung nicht mithält.

Nur 33 Punkte auf OpenCritic

Nach den ersten Tests liegt Agefield High derzeit bei einem OpenCritic-Score von 33 Punkten.

Damit fällt das Spiel deutlich hinter andere schwach bewertete Veröffentlichungen des Jahres zurück.

Zum Vergleich:

SpielOpenCritic-Score
Agefield High: Rock the School33
Ex Voto50
Legacy of Kain: Ascendance51
Tokyo Scramble52

Damit ist Agefield High nach aktuellem Stand das einzige größere 2026er-Spiel mit einem Durchschnittswert deutlich unter 50.

Natürlich können sich Aggregatwerte noch verändern, wenn weitere Tests hinzukommen. Der Abstand zur unmittelbaren Konkurrenz ist derzeit allerdings erheblich.

Nicht ein Problem – sondern sehr viele

Besonders problematisch ist, dass Kritiker offenbar nicht auf einen einzelnen großen Fehler zeigen.

Bei manchen Spielen lässt sich ein schlechter Launch auf technische Probleme, Serverausfälle oder einen bestimmten Designfehler zurückführen. Wird dieser behoben, kann sich das Gesamtbild schnell verbessern.

Bei Agefield High scheint die Kritik wesentlich breiter verteilt zu sein.

In mehreren Reviews werden unter anderem genannt:

  • fehlerhafte oder nicht korrekt funktionierende Missionen
  • Mechaniken, die teilweise nicht wie vorgesehen arbeiten
  • technische Probleme
  • schwache beziehungsweise störende Musik
  • wenig überzeugende Aktivitäten
  • ein Gameplay-Loop, der langfristig kaum motiviert

Gerade der letzte Punkt wiegt schwer.

Ein Open-World-Spiel kann kleinere Bugs überleben, wenn das grundlegende Erkunden, Interagieren und Experimentieren Spaß macht. Wenn allerdings bereits der zentrale Spielablauf als monoton oder wenig unterhaltsam empfunden wird, lässt sich das nicht mit einem kleinen Hotfix beheben.

Auch auf Steam fällt das Urteil negativ aus

Nicht nur die Fachpresse zeigt sich enttäuscht.

Auch die Steam-Nutzerbewertungen befinden sich derzeit im Bereich „Größtenteils negativ“.

Das ist besonders relevant, weil Spieler Agefield High selbst kaufen mussten und entsprechend beurteilen, ob der gebotene Inhalt seinen Preis rechtfertigt.

Die schlechte Resonanz dürfte gleichzeitig erklären, weshalb das Spiel trotz der vorherigen Bully-Vergleiche nach seinem Release vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit bekam.

Ein negativer Review-Trend kann gerade bei kleineren Produktionen schnell zum Problem werden. Potenzielle Käufer sehen die Bewertung direkt auf der Steam-Seite und überlegen entsprechend zweimal, bevor sie Geld investieren.

Der Entwickler arbeitet bereits an Updates

Ganz aufgegeben ist Agefield High allerdings nicht.

Refugium Games arbeitet laut Berichten bereits an Patches und versucht, technische und spielerische Probleme nachträglich zu beheben.

Ein Comeback ist grundsätzlich möglich.

Die Games-Branche hat in den vergangenen Jahren mehrfach gezeigt, dass selbst Spiele mit katastrophalem Start langfristig noch ein Publikum finden können. Als Beispiel wird häufig Crime Boss: Rockay City genannt, das inzwischen deutlich bessere Steam-Bewertungen besitzt als noch rund um seine ursprüngliche Veröffentlichung.

Bei Agefield High dürfte die Aufgabe allerdings deutlich größer ausfallen.

Wenn Kritik hauptsächlich Bugs betrifft, können Patches viel bewirken. Wenn Spieler und Tester dagegen gleichzeitig Questdesign, Mechaniken, Präsentation und den grundlegenden Gameplay-Loop bemängeln, sind wesentlich tiefgreifendere Veränderungen notwendig.

Der Bully-Vergleich hat die Erwartungen zusätzlich erhöht

Ein Teil des Problems dürfte auch die Positionierung gewesen sein.

Wer ein Spiel veröffentlicht, das optisch und spielerisch so deutlich an Bully erinnert, wird zwangsläufig mit Rockstars Klassiker verglichen.

Und Bully genießt trotz seines Alters bis heute einen sehr guten Ruf.

Spieler erinnern sich an die verschiedenen Cliquen der Bullworth Academy, Schulstunden, Streiche, Beziehungen zu NPCs und eine offene Welt, die trotz vergleichsweise geringer Größe viele Aktivitäten bot.

Ein kleines Indie-Team kann natürlich nicht dieselben Produktionswerte wie Rockstar liefern.

Trotzdem entstehen durch solche Vergleiche Erwartungen, die Agefield High nach Ansicht vieler Tester offenbar nicht erfüllen konnte.

Schlechtestes Spiel des Jahres ist noch nicht endgültig entschieden

Bis Ende 2026 erscheinen noch zahlreiche Spiele. Entsprechend ist der Titel des schlechtestbewerteten Spiels des Jahres keineswegs endgültig vergeben.

Mit einem derzeitigen Wert von 33 Punkten hat Agefield High allerdings einen ungewöhnlich großen Vorsprung – nur eben in die falsche Richtung.

Interessant wird nun sein, ob Refugium Games die kommenden Monate nutzt, um zumindest die Steam-Rezeption zu drehen. Aggregierte Testwertungen lassen sich nach einem Launch normalerweise kaum noch fundamental verändern, Spielerbewertungen reagieren dagegen durchaus auf große Updates.

Ausgerechnet ein Spiel, das für viele Fans als Hoffnung auf einen modernen Bully-Nachfolger galt, steht damit momentan am anderen Ende der 2026er-Rangliste.

Agefield High: Rock the School wollte die Lücke füllen, die Rockstar seit Jahren offen lässt. Stattdessen kämpft das Spiel nun erst einmal darum, seinen eigenen Ruf nach einem misslungenen Start wieder zu reparieren.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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