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Borderlands 4 ist plötzlich wieder Steam-Hit – und alle reden über Loveless

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Borderlands 4 erlebt knapp ein Jahr nach seinem Release ein überraschend starkes Comeback auf Steam. Nach dem Start des neuen Vault Hunters Loveless, Version 1.10 und einem kostenlosen Wochenende kletterte der Looter-Shooter zeitweise bis auf Platz drei der Steam-Topseller. Gleichzeitig sorgt ausgerechnet das Design der neuen DLC-Figur für enorme Aufmerksamkeit in der Community. Der Erfolg lässt sich allerdings nicht allein mit Loveless erklären: Das komplette Basisspiel ist derzeit kostenlos spielbar und mehrere Editionen sind um 50 Prozent reduziert.

Gearbox veröffentlichte Loveless am 10. September zusammen mit einem ungewöhnlich großen Content-Paket. Neben dem neuen Vault Hunter erschienen Story Pack 2: FL4K and the Last Resort, Bounty Pack 5: Amara and the Vile Shadows sowie das kostenlose Update 1.10.

Borderlands 4 schafft es zurück unter die Steam-Topseller

Noch vor wenigen Monaten war Borderlands 4 auf Steam deutlich ruhiger geworden. Jetzt hat sich das Bild innerhalb weniger Tage verändert.

Nach Angaben von Dexerto erreichte das Spiel am 11. September zeitweise Platz drei der Steam-Topseller. Da diese Rangliste laufend aktualisiert wird, handelt es sich dabei um eine Momentaufnahme und nicht um eine dauerhafte Platzierung.

Auch bei den aktiven Spielern ist der Effekt sichtbar.

SteamCharts verzeichnete für den 11. September einen 24-Stunden-Peak von 16.475 gleichzeitig aktiven Spielern. Zum Vergleich: Im August lag der durchschnittliche Wert nur bei etwas mehr als 4.000 Spielern.

Damit hat sich die Aktivität rund um das Spiel innerhalb kürzester Zeit deutlich erhöht.

Loveless wird zum neuen Community-Liebling

Einen erheblichen Teil der Aufmerksamkeit bekommt aktuell Loveless the Hacker.

Die neue Vault Hunterin ist eine ehemalige Hackerin des Anshin-Konzerns, die inzwischen als Assassinin arbeitet. In ihrem Bewusstsein lebt zusätzlich ein von ihr selbst erschaffener digitaler Virus.

Dieser kann sich außerhalb ihres Körpers als sogenannter Wyrm manifestieren und Gegner direkt angreifen.

Spielerisch konzentriert sich Loveless vor allem auf Corrosive- und Radiation-Schaden.

Zu ihren Fähigkeiten gehören unter anderem:

  • der Plague Star, ein Shuriken mit ansteckendem Effekt
  • Visual Paradox Nexus, wodurch Loveless unsichtbar wird und einen Köder erzeugt
  • Malignant Construct, mit dem ihr digitaler Wyrm Gegner attackiert
  • zusätzliche Functions und Executables zur Erweiterung ihrer Action Skills

Gearbox positioniert sie damit als schnellen und aggressiven Charakter, der Stealth, Statusschaden und Cyber-Fähigkeiten kombiniert.

Im Netz interessiert viele allerdings etwas anderes

Die Fähigkeiten sind momentan allerdings nicht der einzige Grund, warum Loveless auf Social Media Aufmerksamkeit bekommt.

Ihr Charakterdesign hat unmittelbar nach der Veröffentlichung zahlreiche Posts, Memes und teilweise ziemlich eindeutige Fanreaktionen ausgelöst.

Weiße Haare, goldene Piercings, Cybernetik und das futuristische Outfit reichen offenbar aus, um Loveless innerhalb weniger Stunden zum neuen Community-Schwarm zu machen.

Dexerto beschreibt die Reaktion ziemlich unverblümt als Spieler, die über den neuen Charakter „thirsten“. Auf X verbreiteten sich Screenshots und Clips der Figur schnell.

Dass ein attraktives Charakterdesign Aufmerksamkeit erzeugt, ist im Gaming natürlich nichts Neues. Bei Borderlands 4 trifft der Social-Media-Hype diesmal aber auf einen sehr günstigen Zeitpunkt.

Denn gleichzeitig hat Gearbox mehrere deutlich handfestere Gründe geschaffen, das Spiel wieder zu installieren.

Borderlands 4 kann aktuell kostenlos gespielt werden

Seit dem 10. September läuft ein Free Play Weekend.

Auf Steam kann das gesamte Basisspiel noch bis zum 14. September um 19:00 Uhr deutscher Zeit kostenlos gespielt werden. Xbox- und PlayStation-Spieler können ebenfalls teilnehmen, wobei dort entsprechende Game-Pass- beziehungsweise PlayStation-Plus-Mitgliedschaften erforderlich sind.

Während des kostenlosen Wochenendes steht nicht nur ein eingeschränkter Demo-Bereich zur Verfügung.

Spieler erhalten Zugriff auf das komplette Basisspiel sowie kostenlose Post-Launch-Inhalte wie den Circle-of-Slaughter-Modus. Der Fortschritt wird übernommen, wenn Borderlands 4 anschließend auf derselben Plattform gekauft wird.

Crossplay wird ebenfalls unterstützt.

Gleichzeitig gibt es 50 Prozent Rabatt

Dazu kommt ein ziemlich aggressiver Anniversary Sale.

Auf Steam sind derzeit sowohl die Standard Edition als auch Deluxe und Super Deluxe Edition um 50 Prozent reduziert. Das Angebot läuft dort noch bis zum 24. September.

Im US-Store sinkt die Standardversion dadurch beispielsweise von 69,99 auf 34,99 Dollar.

Auch auf Xbox gibt es 50 Prozent Rabatt auf ausgewählte Editionen, während PlayStation die Deluxe Edition im Rahmen der Aktion reduziert.

Der aktuelle Spieleranstieg hat damit mindestens drei offensichtliche Ursachen:

  1. der neue Vault Hunter Loveless,
  2. das kostenlose Wochenende,
  3. der massive Anniversary-Rabatt.

Den gesamten Steam-Erfolg allein auf den Social-Media-Hype um Loveless zurückzuführen, wäre deshalb zu einfach.

Loveless kostet einzeln 9,99 Dollar

Wer Borderlands 4 bereits besitzt und ausschließlich den neuen Charakter spielen möchte, muss nicht den kompletten Story-DLC kaufen.

Gearbox verkauft Loveless the Hacker separat für 9,99 US-Dollar, wobei regionale Preise abweichen können.

Story Pack 2: FL4K and the Last Resort kostet dagegen 19,99 Dollar und enthält eine neue Region namens Providence sowie zusätzliche Story-Missionen, Nebenaufgaben und Aktivitäten.

Zum Umfang gehören laut Gearbox außerdem:

  • acht Story-Bosse
  • 13 zusätzliche Minibosse
  • zwei neue Pearlescent-Waffen
  • 18 neue Legendary-Gegenstände
  • sechs neue Legendary Class Mods
  • neue Cosmetics und Fahrzeug-Skins

Das Story Pack ist ebenso wie Loveless bereits Bestandteil der Super Deluxe Edition beziehungsweise des Vault Hunter Packs.

Update 1.10 bringt auch kostenlose Änderungen

Auch Spieler ohne DLC bekommen neue Inhalte.

Version 1.10 erhöht das maximale Charakterlevel für alle Spieler um zehn Stufen auf Level 70. Zusätzlich hat Gearbox Balance-Anpassungen für die ursprünglichen Vault Hunter vorgenommen.

Parallel erschien Bounty Pack 5: Amara and the Vile Shadows mit einer neuen wiederholbaren Mission und dem Vile Test Chamber Boss Rush.

Gearbox hat damit praktisch mehrere Updates gleichzeitig veröffentlicht, statt Loveless isoliert als einzelnen Charakter-DLC auf den Markt zu bringen.

Das Comeback kommt für Gearbox zum richtigen Zeitpunkt

Borderlands 4 erschien im September 2025 und hatte zum Launch noch einen Serienrekord bei den gleichzeitigen Steam-Spielern aufgestellt. Wie bei vielen großen Singleplayer- und Koop-Titeln fiel die Aktivität anschließend deutlich ab.

Ein Jahr später zeigt die aktuelle Aktion, wie effektiv große DLC-Veröffentlichungen mit Free Weekends und Rabatten kombiniert werden können.

Loveless liefert dabei das perfekte Gesicht für die Kampagne.

Die neue Vault Hunterin sorgt auf Social Media für Memes und Fan-Art, während kostenlose Spieltage und der 50-Prozent-Rabatt dafür sorgen, dass aus der Aufmerksamkeit tatsächlich neue und zurückkehrende Spieler werden.

Ob die höheren Spielerzahlen auch nach Ende des kostenlosen Wochenendes bestehen bleiben, dürfte deshalb interessanter sein als die kurzfristige Steam-Platzierung.

Zumindest für dieses Wochenende hat Gearbox Borderlands 4 aber ziemlich erfolgreich zurück ins Gespräch gebracht – und Loveless dürfte daran einen nicht ganz unerheblichen Anteil haben.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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