Am 10. September bekommt Borderlands 4 seine sechste spielbare Figur. Loveless die Hackerin ist als Meuchlerin angelegt – ein Archetyp, den die Reihe zuletzt mit Zer0 in Borderlands 2 bedient hat und der im aktuellen Teil bislang fehlte. Gegenüber Polygon haben Spieldesigner Ryan Bailey und Figurendesign-Leiter Nick Thurston erklärt, wie die Figur funktioniert.
Was am 10. September alles kommt
Loveless erscheint nicht allein. Am selben Tag veröffentlicht Gearbox die Erweiterung „FL4K and the Last Resort“, das Zusatzpaket „Amara and the Vile Shadows“ sowie die Version 1.10.
Die Erweiterung bringt FL4K aus Borderlands 3 zurück, allerdings nicht als spielbare Figur: Man begleitet den Bestienmeister bei der Suche nach seinem verschwundenen Skag Mr. Chew. Die Spur führt nach Providence, eine tropische Insel mit Ferienanlage und Vulkan, auf der der Konzern Tediore verdeckt einmarschiert, um an die Ressource Ordonit zu kommen.
Version 1.10 ist für alle relevant, auch ohne Kauf: Die Höchststufe steigt um zehn Stufen von 60 auf 70, dazu kommen Anpassungen an der Ausgewogenheit und mehr Spielraum bei den Fertigkeitenbäumen sämtlicher Jäger.
Wer Loveless ist
Die Hintergrundgeschichte erklärt die Fähigkeiten. Loveless arbeitete als Fachfrau für Netzsicherheit beim Waffenhersteller Anshin – und übernahm dort nebenbei auch schmutzigere Aufträge. Anshin entwickelte parallel ein Virus zur Gedankenkontrolle, das aus der Eindämmung ausbrach. Um Schlimmeres zu verhindern, verschmolz Loveless mit dem Virus und trägt seither dessen Fähigkeiten in sich.
Bailey beschreibt den gestalterischen Ansatz als bewusste Abgrenzung vom bestehenden Aufgebot. Harlowe stehe für bodenständige Wissenschaft, Amon für Technik, mit der man zuschlägt. Loveless‘ Technik solle dagegen feiner und zielgerichteter wirken – niemand solle den Eindruck bekommen, sie probiere gerade etwas zum ersten Mal aus. Optisch greift die Gestaltung die asiatisch geprägte Bildsprache von Anshin auf.
Zwei Aktionsfähigkeiten
Die erste heißt Visual Paradox Nexus, kurz VPN, und ist eine technisch aufgerüstete Tarnung, mit der sich Loveless unbemerkt bewegt. Die zweite, Plague Star, ist ein überdimensionierter Wurfstern, der einen neuen Statuseffekt namens Contagion auslöst – eine Seuche, die auf umstehende Gegner überspringt, sobald ein ausreichend infizierter Feind stirbt.
Die Fertigkeitenbäume erlauben erhebliche Umbauten. Plague Star lässt sich zu mehreren gleichzeitig um die Figur kreisenden Wurfsternen umgestalten, und während der Tarnung steht wahlweise ein Kusarigama zur Verfügung – eine Kettensichel, die es in der Reihe bislang nicht gab. Thurston hebt außerdem eine digitale Kralle hervor, die im Studio unter dem Arbeitsnamen Technocoggie läuft; die endgültige Bezeichnung steht noch nicht fest.
Ergänzt werden die Aktionsfähigkeiten durch zwei Kategorien von Zusätzen: Functions mit kurzer Abklingzeit und Executables mit größerer Wirkung.
Der Wurm
Auffälliger als beides ist der Begleiter. Loveless kann einen Wurm herbeirufen, der wie ein chinesischer Drache aus Metall und Kabeln aussieht, und ihm Befehle erteilen. Die Kontrolle über ihn kann allerdings verloren gehen – dann handelt er nach eigenem Gutdünken, was auf dem Schlachtfeld für entsprechendes Durcheinander sorgt.
RAM als Ressource – und als Witz
Eine Mechanik hat Loveless exklusiv. Kritische Treffer und ausgelöste Statuseffekte füllen eine Anzeige, die im Spiel schlicht RAM heißt. Je voller sie ist, desto stärker wird die Figur; ist sie vollständig gefüllt, wird der nächste Nahkampfangriff verstärkt.
Dass ausgerechnet Arbeitsspeicher als Ressource dient, während die realen Preise dafür durch die Nachfrage aus dem KI-Bereich seit Monaten steigen, ist dem Team nicht entgangen. Bailey bestätigte gegenüber Polygon, im Studio seien reichlich Scherze über teuren Arbeitsspeicher gefallen – und einige davon hätten es in die Namen passiver Fähigkeiten geschafft.
Ein Modell, das die Reihe wiederentdeckt hat
Loveless ist die zweite und letzte nachgereichte Jägerin, die Gearbox von Anfang an eingeplant hatte; C4SH kam zuvor. Damit kehrt Borderlands 4 zu einem Vorgehen zurück, das die Reihe zwischenzeitlich aufgegeben hatte: Borderlands 2 hatte mit Gaige und Krieg ebenfalls neue Figuren nachgeliefert, während Borderlands 3 stattdessen die Fertigkeitenbäume der bestehenden Jäger erweiterte.
Die Erweiterung selbst ist in der Super Deluxe Edition und im Vault Hunter Pack enthalten und lässt sich zusätzlich einzeln erwerben. Das Hauptspiel wird in jedem Fall vorausgesetzt.

