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Fragster | Juli 25, 2021

Blizzard – weitere Gerüchte & Spieler protestieren in WoW

Weitere Gerüchte um Blizzard schüren das Feuer – Spieler protestieren in WoW. Vor kurzem reichte eine kalifornischen Behörde eine Klage wegen Sexismus und Belästigung gegen Activision Blizzard ein. In der Klage heißt es, dass Blizzard eine “frat boy”-Kultur pflegen würde wobei Frauen schlechter bezahlt und behandelt werden würden als Männer.

Außerdem habe es in der Firma zahlreiche Fälle von sexueller Belästigung gegeben, darin verwickelt war besonders oft einer der obersten Entwickler Alex Afrasiabi. Er soll Mitarbeiterinnen regelmäßig sexuell belästigt haben. Auf Events, u.a. den berüchtigten “Cube Crawls” war er betrunken und belästigte Frauen so massiv, dass andere Mitarbeiter dazwischen gehen mussten um den Frauen zu helfen.

Immer mehr Vorwürfe kommen ans Licht

Sein Büro wurde als die „Cosby Suite“ bezeichnet, was sich auf den Schauspieler Bill Cosby bezieht, dem auch zahlreiche sexuelle Übergriffe vorgeworfen wurden. Außerdem steht der Selbstmord einer Mitarbeiterin mit Blizzard in Verbindung. Viele der Vorwürfe richteten sich gegen Blizzard und konkret gegen das Team um WoW. Inzwischen melden sich immer mehr ehemalige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Blizzard in den sozialen Medien zu Wort und berichten von ihren schlechten Erfahrungen bei dem Spielehersteller.

Auf Reddit gibt es eine Liste von fast 30 ehemaligen Mitarbeitern bei Blizzard, die sich zu den Tweets geäußert haben. Auch auf Tiktok wurden Stimmen laut die die den mittlerweile schlechten Ruf um Blizzard weiter bestätigten. Sogar ein Mann berichtete von sexueller Nötigung und gab zu, dass es den Frauen noch viel schlechter ging.

Nicki Broderick war 7 Jahre lang als Producerin bei Blizzard angestellt. Zu ihrer Zeit bei der Organisation hat sie folgendes zu sagen: “Es ist 2,5 Jahre her und ich trage immer noch eine Menge Schmerz aus meiner Zeit von Blizzard in mir. Ich blieb zu lange und hielt am Etikett „Blizzard“ fest. Jetzt bin ich endlich in einer Firma, die mich fair bezahlt und fair behandelt.“

Nicki war gerade mal 20 Jahre alt als sie bei Blizzard als Praktikantin anfing. Damals dachte sie es sei normal, dass sie so abwertend behandelt wurde – man hatte ihr gesagt das wäre in der Gaming-Industrie “normal”. Als sie sich dann doch beschwerte wie sie behandelt wurde, hätte sie von Human Ressources – die eigentlich auf der Seite der Mitarbeiter stehen sollten- gesagt bekommen: „Du benimmst dich wie eine verzogene Göre“.

Im Grunde blieb sie nur so lange bei Blizzard weil es als “cool” galt bei der Firma zu arbeiten.

Die Klage lässt Opfer etwas aufatmen

Eine weitere Ex-Mitarbeiterin namens Cher Scarlett arbeitete von 2015 bis 2016 bei Blizzard als Software-Engineer. Scarlett meldete sich auf Twitter und sagte zu den Vorwürfen: „Das war lange überfällig. Es würde mir echt schwer fallen, jemanden zu finden, der nicht Zeuge davon wurde, wie es zu Sex in der Gamer-Lounge kam, wie Kokain in Toiletten oder während eines Cube-Crawls genommen wurde, oder der nicht mindestens einmal gesehen hat, wie eine Frau sexuell belästigt wurde.

Blizzard hat behauptet, der Bericht der Behörde sei falsch/irreführend/unverantwortlich. Ich kann euch sagen: Ich wusste, was in dem Bericht steht, bevor ich ihn gelesen habe. Ich war nur ein Jahr da und habe alle diese Dinge gesehen.“ Cher wurde damals selbst von einem Mann bei Blizzard belästigt. Als sie den Vorfall meldete, zeigte der Mann sie wegen “Falschaussage” an. Sie wurde auch Zeugin davon wie ihre beste Freundin ständig belästigt wurde.

Auf Twitter sagte sie dazu: “Als jemand, der belästigt und vergewaltigt wurde, auf den Vergeltung ausgeübt wurde, gegen den eine Anzeige von dem eigenen Belästiger erstattet wurde, und der zusehen musste, wie eine ihrer besten Freundinnen immer wieder von den Machthabern dieser Firma traumatisiert wurde, kann ich die Erleichterung, die ich empfinde, gar nicht in Worte fassen”, schrieb Cher auf Twitter, nachdem die Nachricht bekannt wurde.

Scarlett sagte auch, dass es einen Vorfall mit Revenge-Porn gab der gemeldet wurde und wogegen Blizzard nichts unternahm.

“Wenn eine weibliche Mitarbeiterin eine neue Führungskraft bekam, musste sie sich immer wieder beweisen”, schreiben sie. “Man ging nicht davon aus dass sie kompetent genug sei. Männlichen Mitarbeitern hingegen wurden oft Aufstiegschancen eingeräumt. Wenn sich dieser Kreislauf immer wieder wiederholt und etwa jedes Jahr ein neuer Manager kommt, bleibt die weibliche Mitarbeiterin auf der Strecke, wird nicht ausreichend gefördert und bekommt keine Gelegenheit, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und sich zu beweisen.”

Eine andere ehemalige Mitarbeiterin, Shaynuh Chanel, schrieb auf Twitter: “Ich spreche seit ein paar Jahren offen über die Diskriminierung, die ich während meiner Beschäftigung bei Blizzard erfahren habe. Selbst als ich die Belästigungen öffentlich angeprangert habe (worauf die Personalabteilung mir sagte, ‘es sei ein Privileg, hier zu arbeiten’), hatte ich, hatten wir, nie eine Stimme. Jetzt – haben wir eine Stimme.”

Chanel berichtete außerdem von Frauen, die aufgrund von Schwangerschaften und gesundheitlichen Problemen degradiert wurden, von niedrigeren Gehaltserhöhungen als bei männlichen Kollegen, von gemeinen Kommentaren des Managements über das Aussehen weiblicher Kolleginnen und dass das Management bei Partys seinen Mitarbeitern gerne auch mal Drogen anbot.

Riot Mitarbeiter bestätigt Vorwürfe

Auch ein Mann äußerte sich zu Wort. Bret Forbes arbeitet mittlerweile für Riot, war aber davor 3 Jahre lang bei Blizzard angestellt. Auch er bestätigt die Vorwürfe in der Klage. „Während meiner Zeit bei Blizzard habe ich habe eine Menge dieser Dinge und mehr gesehen, was meinen weiblichen Kollegen passiert ist: Viele Fälle von Diskriminierung und Belästigung wurden unter den Teppich gekehrt. Uns wurde gesagt, die problematischen Personen seien „zu weit oben“, um gegen sie irgendwas zu machen. “

WoW Spieler protestieren ingame

Über die Zustände bei Blizzard ist inzwischen schon einiges berichtet worden und auch die Community von World of Warcraft hat davon Wind bekommen. In WoW selbst protestieren hunderte Spieler gegen Blizzard. Die Gilde „Fence Macabre“ veranstaltete eine Protest-Aktion wobei sie sich online versammelten alle vor ein Gasthaus setzten, wo sie stundenlang über die Vorwürfe in der Klage diskutierten.

Viele Spieler überlegten wie man mit der Situation umgehen sollte. Einige wollten am liebsten ihr Abo kündigen oder das Spiel nicht mehr spielen. Was auch viele Leute aufregt, ist die Tatsache, dass einige Gegenstände in WoW nach Afrasiabi benannt worden sind wie zum Beispiel der Field Marshall Afrasiabi, der am Eingang von Sturmwind steht und sie forderten, dass er aus dem Spiel entfernt werden soll.

Gerüchten zufolge ist Blizzard bereits dabei ihn aus dem Spiel zu nehmen.