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fragstereditorial | November 3, 2021

Blizzard verliert erste Frau in Führungsposition

Nach dem ganze Blizzard-Shitstorm-2021 hat das Unternehmen versucht sich möglichst frauen-freundlich zu geben und hat deshalb eine Frau direkt an die Spitze der Firma gepackt. Als das Unternehmen im Sommer jede Menge Klagen wegen Belästigungsvorwürfen eingereicht bekam, trat der ehemalige Blizzard-Präsident J. Allan Brack von seiner Position zurück, die er seit 2018 innehatte.

Jen Oneal und Mike Ybarra übernahmen daraufhin seine Position. Jen Oneal ist die Frau, die im August die Leitung von Blizzard übernommen hat. Sie war die erste Frau die Blizzard geleitet hat und wahrscheinlich wird es nicht allzu viele Leute überraschen, dass sie nur 3 Monate durchgehalten hat. Jetzt hat sie ein Statement abgegeben, indem sie mitteilt, dass sie das Unternehmen noch bis zum Jahresende verlassen wird.

Oneal verlässt Blizzard

Bis dahin wird sie eine andere Rolle bei Activision Blizzard übernehmen. Ihr Co-Leiter, Mike Ybarra, wird ab jetzt ihre Aufgaben übernehmen und ist damit der einzige Mann und Boss von Blizzard. Zeitgleich gab Activision Blizzard die Verzögerungen von Overwatch 2 und Diablo IV bekannt.

Im August wurden der Director und der Lead Designer von Diablo IV entlassen, nachdem ihnen zahlose Mitarbeiterinnen Belästigung und Diskriminierung vorwarfen und Beweise für die “Cosby-Suite” auf der BlizzCon 2013 an das Tageslicht kamen. “Offensichtlich hat es einen Wechsel in der Führung gegeben”, sagte Ybarra in der heutigen Telefonkonferenz als Reaktion auf die Verzögerungen, wollte aber keine konkreten Veröffentlichungstermine nennen.

“Ich möchte, dass ihr von mir persönlich erfahrt, dass ich die Entscheidung getroffen habe, von der Co-Leitung von Blizzard Entertainment zurückzutreten und in eine neue Position zu wechseln, bevor ich ABK zum Ende des Jahres verlasse”, schrieb Oneal heute.

Warum geht Oneal?

“Ich tue dass nicht, weil ich keine Hoffnung für Blizzard habe, ganz im Gegenteil. … Diese Energie hat mich dazu inspiriert, auszusteigen und zu erforschen, wie ich mehr dafür tun kann, dass sich Spiele und Vielfalt überschneiden, und hoffentlich einen breiteren Einfluss auf die Branche ausüben kann, der auch Blizzard (und anderen Studios) zugute kommt.”

Trotzdem hat sich Oneal nicht wirklich dazu geäußert, warum sie von dieser Position zurücktritt. Noch ist nicht klar, ob Mike Ybarra das Unternehmen ab jetzt alleine leiten wird oder ob er sich wieder einen zweiten Partner dazu holt. Wie es für Jen Oneal weitergeht ist momentan auch noch nicht klar.

Im Zuge von Oneals Abgang wird Activision Blizzard 1 Million Dollar an die gemeinnützige Organisation Women in Games International spenden. Das klingt erst nach viel, ist aber ein verdammt kleiner Prozentsatz, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen im letzten Jahr satte 8,1 Milliarden Dollar Umsatz gemacht hat.