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| September 15, 2021

Blizzard – Mitarbeiter wehren sich gegen Einschüchterungen

Es will einfach keine Ruhe bei Blizzard einkehren. Weitere News lassen das Unternehmen mal wieder in einem schlechten Licht dastehen, denn die Mitarbeiter von Activision Blizzard haben beim National Labor Relations Board eine Beschwerde eingereicht.

Sie beschuldigen das Unternehmen der Einschüchterung und dass sie versucht haben ihre Gewerkschaft zu zerschlagen und zu zerstören. Das Unternehmen wurde im Juli vom Staat Kalifornien verklagt weil weibliche Angestellte sexuell belästigt, erniedrigt, diskriminiert und schlechter bezahlt wurden. Seitdem kommt Activision Blizzard gar nicht mehr aus den Schlagzeilen raus.

Neues Drama um Blizzard

Die Angestellten, die von der CWA, der Communication Workers of America unterstützt werden, haben ihre eigene Beschwerde bei der NLRB eingereicht, in der sie Activision Blizzard “unfaire Arbeitspraktiken und -bedingungen” vorwerfen. Die CWA vertritt nach eigenen Angaben “die Kommunikations- und Informationsindustrie” und unterstützt die betroffenen Mitarbeiter.

“Das Management von Activision Blizzard versucht, seine Angestellten mit Zwangstaktiken daran zu hindern, ihre Rechte wahrzunehmen und einen gerechteren, nachhaltigeren und vielfältigeren Arbeitsplatz zu fordern”, heißt es in einer Erklärung der CWA. Laut der Beschwerde, die am 10. September eingereicht wurde, hat Activision Blizzard “wiederholt rechtswidriges Verhalten an den Tag gelegt, indem es Mitarbeiter bedroht hat, die ihrer Rechte wahrnehmen wollten”.

In der Klage wird behauptet, Blizzard habe Mitarbeiter daran gehindert, über Löhne oder Arbeitsbedingungen zu sprechen, habe eine “übermäßig weit gefasste Social-Media-Politik” durchgesetzt und Mitarbeiter, die sich gegen das Unternehmen ausgesprochen haben, überwacht und verhört.

“Die Geschäftsleitung hätte mit Demut und der Bereitschaft reagieren können, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die schrecklichen Bedingungen anzugehen, denen einige Blizzard-Mitarbeiter ausgesetzt waren”, sagte CWA-Organisationsleiter Tom Smith. “Stattdessen war Activision Blizzards Antwort auf rechtmäßige Aktivitäten der Mitarbeiter, Überwachung, Einschüchterung und die Einstellung von Leuten die Feinde von Gewerkschaften sind.”

Die Vorgeschichte

Die Klage wurde im Juli von der kalifornischen Behörde für Fair Housing and Employment eingereicht, die feststellte, dass die Arbeit bei Activision Blizzard “mit der Arbeit in einem Frat Haus vergleichbar” sei. In dem Bericht wurde behauptet, dass Frauen am Arbeitsplatz sexuell belästigt wurden, Diskriminierung aufgrund von Rasse und Geschlecht herrschte und eine Kultur, in der “männliche Angestellte stolz verkatert zur Arbeit kommen und während der Arbeit Videospiele spielen, während sie ihre Aufgaben an weibliche Angestellte delegieren”.

Die Klage wurde im August dann auch noch auf Zeitarbeiter ausgeweitet, weil Blizzard wohl sehr oft nur “kurzfristig” Leute einstellte. Blizzard kooperierte angeblich nicht mit der Untersuchung des DFEH und schredderte wichtige Dokumente um Beweise zu zerstören.

Im Moment hat sich Blizzard noch nicht zu der jüngsten Klage der Arbeitsbehörde geäußert.