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nieraus | Juli 25, 2021

Blizzard – Ex CEO Mike Morhaime verurteilt Vorfall bei Blizzard

Mike Morhaime, Ex-blizzard CEO bezieht Stellung zu jüngsten Vorwürfen bei Blizzard. Wie von uns vor kurzem berichtet, hat der Staat Kalifornien Activision Blizzard verklagt. In der Klage heißt es, dass das Unternehmen eine “frat boy” Kultur hege in der Frauen diskriminiert, sexuell belästigt, schlechter bezahlt und generell abwertend behandelt werden würden. Die Klage bezog sich hauptsächlich auf Blizzard Entertainment, die u.a. an World of Warcraft, Overwatch und Diablo arbeiten.

Jetzt hat sich Mike Morhaime zu den Vorwürfen geäußert. Er war 1991 einer der Mitbegründer von Blizzard.In den folgenden Jahren wurde er erst Präsident und in 2007 dann der CEO der Firma. 2018 verabschiedete sich Morhaime und ging anderen Projekten nach. Er wurde damals von J.Allen Black ersetzt der auch heute noch der Präsident ist.

Morhaime schämt sich obwohl er nicht mehr bei Blizzard ist

Seitdem am 21.Juli die neuesten Anschuldigungen ans Licht kamen, haben sich viele frühere Entwickler von Blizzard auf den sozialen Medien zu den Belästigungen und den Misshandlungen die sie selber sahen, geäußert. Einige momentane Entwickler haben sich von den öffentlichen und internen Statements distanziert und haben zu Änderungen aufgerufen. Auch an Morhaime gingen die jüngsten Anschuldigungen nicht einfach vorbei und er bezog auf Twitter Stellung zu der Situation:

“Ich habe alle Anschuldigungen gegen Activision Blizzard gelesen und es war sehr schwierig und verstörend für mich dass zu lesen. Ich schäme mich. Es fühlt sich an, als ob alles, wofür ich dachte dass wir stehen, einfach weggespült wurde. Was noch schlimmer aber auch noch wichtiger ist, ist dass echte Menschen Schaden genommen haben und manche Frauen haben grauenvolle Erfahrungen gemacht.”

“Ich war 28 Jahre lang bei Blizzard. In dieser Zeit habe ich mich sehr bemüht ein Umfeld zu erschaffen dass für alle Geschlechter und alle verschiedenen Hintergründe sicher war. Der Fakt, dass so viele Frauen misshandelt und nicht unterstützt wurden heißt, dass wir sie hängen lassen haben. Belästigung und Diskriminierung existiert. Sie sind in unserer Industrie weit verbreitet. Es liegt im der Verantwortung des Vorsitzenden / der Führung Toxizität und Belästigung nicht durchgehen zu lassen. An die Frauen von Blizzard die irgendeine Form von Misshandlung erlebt haben; es tut mir extrem Leid dass ich euch enttäuscht habe.”

Morhaime will sich für Frauen und Opfer einsetzen

“Ich weiß, dass das nur Worte sind aber ich wollte die Frauen anerkennen die solch schreckliche Erfahrungen gemacht haben. Ich höre euch, ich glaube euch und es tut mir so Leid, dass ich nicht für euch da sein konnte. Ich möchte eure Geschichten hören, wenn ihr sie teilen wollt. Als Führungsposition in dieser Industrie kann und werde ich meinen Einfluss nutzen um Misogynität, Diskriminierung und Belästigung wo auch immer ich kann, zu bekämpfen.

Ich glaube dass wir uns besser verhalten können und ich glaube, dass die Gaming-Industrie ein Ort sein kann wo Frauen und Minderheiten willkommen sind, miteinbezogen, unterstützt, anerkannt, belohnt und letzten Endes ungehindert sind an der Möglichkeit etwas zu unserer Industrie beizutragen. Ich möchte diese Industrie so hinterlassen, dass wir stolz darauf sein können.”

Morhaime verließ damals Blizzard um eine neue Spielefirma namens Dreamhaven zu gründen. Auf der Website der Firma heißt es, dass sie “einen sicheren Platz bieten wollen, wo sich Entwickler, Creator und Spieler auf eine bedeutsame Weise zusammen tun können.”

Wie reagiert Blizzard auf die Vorwürfe?

Die Strategie von Activision Blizzard ist es alle Vorwürfe zurückzuweisen und deren Genauigkeit anzuzweifeln. “Das Bild, dass man versucht von uns zu zeichnen ist nicht der Arbeitsplatz der Blizzard heute ist.” In der Zwischenzeit hat J. Allen Brack, der aktuelle Präsident von Blizzard, eine E-Mail an seine Mitarbeiter geschickt und die Vorwürfe als “zutiefst beunruhigend” bezeichnet.

In dieser E-Mail erwähnt er allerdings nicht, dass ihm persönlich vorgeworfen wurde, dass er mitbekommen hätte, wie ein anderer Entwickler namens Alex Afrasiabi ständig Frauen sexuell belästigte und dass er nichts dagegen unternahm. Es kursiert außerdem ein Video online, wo sowohl Brack als auch Afrasiabi auf der BlizzCon 2010 sexistische und abwertende Kommentare machen nachdem ein weiblicher Fan eine Frage gestellt hatte.

Anscheinend hatte dieses Video den Effekt einer Lawine und in der ganzen Industrie wurde Blizzard Ruf unter die Lupe genommen.