Blizzard hat auf der BlizzCon 2026 tatsächlich ein neues StarCraft angekündigt. Die jahrelangen Gerüchte über eine Rückkehr der Sci-Fi-Reihe haben sich damit bestätigt – allerdings nicht in der Form, auf die viele Fans gehofft hatten. Statt eines StarCraft 3 entwickelt Blizzard einen Open-World-Shooter, der schlicht „STARCRAFT“ heißt und im Frühjahr 2030 erscheinen soll. Gameplay gab es bei der Enthüllung noch nicht zu sehen.
Damit kehrt Blizzard nach langer Pause aktiv in den Koprulu-Sektor zurück. Das letzte große klassische RTS-Kapitel war StarCraft II: Legacy of the Void aus dem Jahr 2015. Es folgten unter anderem die Nova-Covert-Ops-Missionen und StarCraft: Remastered, doch eine komplett neue große Produktion blieb über Jahre aus.
Auf der Bühne fasste Blizzard die Situation deshalb selbst ziemlich passend zusammen: „It’s about damn time.“
Das neue StarCraft wird kein Strategiespiel
Der vielleicht wichtigste Punkt der Ankündigung ist gleichzeitig der kontroverseste.
Blizzard verabschiedet sich beim neuen Projekt zunächst vom Genre, das StarCraft berühmt gemacht hat. Das neue Spiel wird kein Echtzeitstrategiespiel, sondern ein Open-World-Shooter. Blizzard bezeichnet das Projekt offiziell als „original open-world shooter“.
Damit ist auch klar: Bei dem angekündigten Spiel handelt es sich nicht einfach um StarCraft 3.
Das Projekt trägt aktuell schlicht den Namen STARCRAFT.
Für Fans, die seit Jahren auf eine direkte Fortsetzung des RTS warten, dürfte das zunächst eine Enttäuschung sein. Gleichzeitig könnte Blizzard damit versuchen, das StarCraft-Universum für ein wesentlich größeres Publikum zu öffnen.
Rückkehr in den Koprulu-Sektor
Zum Setting verriet Blizzard zumindest einen entscheidenden Punkt.
Das Spiel führt zurück in den Koprulu-Sektor, also genau den Teil der Galaxis, in dem auch die bisherigen StarCraft-Spiele angesiedelt sind.
Der erste Cinematic Trailer trägt den Namen „Dominion“ und konzentriert sich entsprechend auf die Terraner.
Zu sehen ist ein Soldat des Terran Dominion, der auf seinen Einsatz vorbereitet wird. Anschließend kommt es zu Kämpfen mit den Zerg. PC Gamer beschreibt den Trailer als Inszenierung eines Dominion-Marines, der ausgerüstet und auf die Schlacht gegen den Schwarm vorbereitet wird.
Konkrete Angaben zur Spielfigur, zur Story oder dazu, welche Fraktionen spielbar sein werden, hat Blizzard noch nicht veröffentlicht.
Kein Gameplay – vier Jahre bis zum Release
Wer auf eine ausführliche Gameplay-Demonstration gehofft hatte, wurde auf der BlizzCon allerdings enttäuscht.
Blizzard zeigte ausschließlich einen Cinematic Trailer.
Wie das tatsächliche Open-World-Gameplay funktioniert, wie groß die Spielwelt ausfällt und ob es sich um First- oder Third-Person-Kämpfe handelt, wurde bei der offiziellen Vorstellung noch nicht gezeigt. PC Gamer bestätigt ebenfalls, dass bislang kein Gameplay präsentiert wurde.
Das dürfte auch mit dem ungewöhnlich weit entfernten Release zusammenhängen.
Blizzard nennt als Veröffentlichungsfenster Frühjahr 2030. Damit liegen zwischen Ankündigung und geplantem Start noch rund dreieinhalb Jahre.
Gerade deshalb ist davon auszugehen, dass sich viele Details bis zum Release noch verändern können.
Far-Cry-Veteran Dan Hay arbeitet an StarCraft
Interessant ist auch, wer das Projekt bei Blizzard vorantreibt.
Bei der Präsentation trat Dan Hay auf die Bühne. Hay arbeitete zuvor viele Jahre bei Ubisoft und war maßgeblich an mehreren Teilen der Far-Cry-Serie beteiligt.
Unter anderem war er Executive Producer bei Far Cry 3 und Far Cry 4 und später in führenden Positionen an weiteren Spielen der Reihe beteiligt. Entsprechend auffällig ist es, dass Blizzard gerade ihn an einem Open-World-Shooter arbeiten lässt.
Hay erklärte auf der BlizzCon:
„We are here to make StarCraft, and it’s about damn time.“
Mehr als die Genre-Ausrichtung wollte das Team zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht offenlegen.
Die Gerüchte lagen erstaunlich nah an der Wahrheit
Die Ankündigung kommt nicht völlig überraschend.
Bereits seit Monaten kursierten Berichte über einen neuen StarCraft-Shooter. Besonders vor der BlizzCon verdichteten sich die Hinweise.
Insider hatten unter anderem davon gesprochen, dass Blizzard an einem storyorientierten Shooter arbeite und dass Dan Hay das Projekt leite. Andere Berichte deuteten darauf hin, dass Blizzard keinen klassischen Destiny-Klon plane.
Offiziell bestätigt ist davon bislang allerdings nur der grundsätzliche Kern: StarCraft wird ein Open-World-Shooter.
Details über Singleplayer-Struktur, mögliche Online-Komponenten, Perspektive oder Missionsdesign hat Blizzard noch nicht bestätigt.
StarCraft: Ghost lässt grüßen
Ganz neu ist die Idee eines StarCraft-Shooters allerdings nicht.
Bereits 2002 kündigte Blizzard StarCraft: Ghost an. Das Third-Person-Actionspiel sollte Nova in den Mittelpunkt stellen und ursprünglich für PlayStation 2, Xbox und GameCube erscheinen.
Nach mehreren Verschiebungen und Entwicklerwechseln verschwand das Projekt jedoch irgendwann vollständig von der Bildfläche.
StarCraft: Ghost entwickelte sich damit zu einem der bekanntesten eingestellten Spiele der Blizzard-Geschichte.
Das neue STARCRAFT scheint mit Ghost allerdings nur wenig gemeinsam zu haben. Statt eines vergleichsweise linearen Stealth-Actionspiels verspricht Blizzard nun ausdrücklich eine offene Spielwelt.
Die RTS-Reihe bleibt vorerst ohne Fortsetzung
Für klassische StarCraft-Spieler bleibt nach der Präsentation trotzdem eine entscheidende Frage offen.
Kommt irgendwann noch StarCraft 3?
Darauf gab Blizzard keine Antwort.
Bei der BlizzCon wurde ausschließlich der neue Open-World-Shooter vorgestellt. PC Gamer weist ebenfalls darauf hin, dass es aktuell keinerlei Hinweise auf ein zusätzliches neues RTS-Projekt gibt.
Damit bleibt StarCraft II vorerst der letzte große Strategie-Ableger der Serie.
Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil StarCraft zu den Spielen gehört, die den modernen Esport maßgeblich geprägt haben. Insbesondere in Südkorea entwickelte sich das ursprüngliche StarCraft: Brood War zu einem der wichtigsten kompetitiven Spiele überhaupt.
Auch auf der BlizzCon 2026 spielt diese Vergangenheit noch eine Rolle: Blizzard lässt beim Classic Cup beispielsweise die Brood-War-Legenden BoxeR und Nal_rA erneut gegeneinander antreten.
Xbox bestätigt die Rückkehr ebenfalls
Dass Microsoft inzwischen Eigentümer von Blizzard ist, zeigt sich auch bei der Präsentation.
Xbox bestätigte unmittelbar nach der Opening Ceremony ebenfalls, dass StarCraft 2030 als neuer Open-World-Shooter zurückkehrt.
Mindestens eine kommende Xbox-Konsole soll das Spiel erhalten. Welche Hardware 2030 tatsächlich aktuell sein wird, ist naturgemäß noch offen.
Auch über PC- und mögliche PlayStation-Versionen hat Blizzard in seiner offiziellen Opening-Ceremony-Zusammenfassung bislang keine vollständige Plattformliste veröffentlicht.
Entsprechend sollte aus der Xbox-Bestätigung derzeit keine Exklusivität abgeleitet werden.
Blizzard wagt mit StarCraft einen kompletten Neustart
Die eigentliche Überraschung der Ankündigung ist damit weniger, dass StarCraft zurückkehrt.
In den vergangenen Wochen deutete praktisch alles auf eine Enthüllung bei der BlizzCon hin.
Überraschend ist vielmehr, wie konsequent Blizzard die Marke neu ausrichtet.
Statt nach mehr als einem Jahrzehnt einfach StarCraft 3 zu präsentieren, entsteht unter einem ehemaligen Far-Cry-Produzenten ein Open-World-Shooter, der offenbar einen neuen Einstiegspunkt in das Universum schaffen soll.
Ob die Rechnung aufgeht, lässt sich noch lange nicht beurteilen. Dafür fehlen derzeit praktisch sämtliche Gameplay-Details.
Fest steht aber nach Jahren der Spekulationen endlich wieder etwas, das StarCraft-Fans lange nicht sagen konnten: Blizzard entwickelt tatsächlich ein großes neues StarCraft-Spiel.
Bis zum geplanten Start im Frühjahr 2030 ist allerdings noch reichlich Geduld nötig.

