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fabio | April 19, 2021

BLAST Premier: Wie G2 & Gambit sich die Finals-Slots erspielt haben

Der BLAST Premier: Spring Showdown wurde in zwei separaten Brackets ausgetragen. Dort hatte dann je ein Team die Chance, sich für die Spring Finals zu qualifizieren. Am Ende waren es G2 Esports und Gambit Esports, die sich ihre Tickets sichern konnten.

Für Teams wie Astralis, Liquid und Heroic ist das natürlich eine große Enttäuschung. Aber niemand dürfte härter getroffen sein als Team Vitality. Die Franzosen wollten ein allerletztes Turnier mit Cédric “RpK” Guipouy ausspielen, da der 32-jährige danach auf die Ersatzbank verfrachten werden sollte. Doch bereits im ersten Match ließen sie sich eine solide Klatsche von 9z Team, den vielleicht größten Underdogs des Turniers, verpassen.

Dabei startete das Match noch mit einem starken 16-9 für Vitality. Sie schienen mit den explosiven Lateinamerikanern klar zu kommen, aber auf Overpass waren sie dann schnell unterlegen. Auf Inferno lieferte Franco “dgt” Garcia dann einen 3k, um das Schicksal der Franzosen zu besiegeln. Mit einem 0.83er Rating hatte Mathieu “ZywOo” Herbaut einen uncharakteristisch schlechten Tag.

Gegen Heroic war dann aber Schluss. Auf zwei relativ kurzen Maps fertigten die Dänen 9z ab und zerstörten ihre Träume auf ein Frühlingswunder auf europäischem Boden. Da Heroic aber noch vor wenigen Tagen die ESL Pro League gewonnen hatten, sollte das nicht als große Überraschung kommen.

HEROIC VERSAGEN IM WIEDERHOLUNGSDUELL

Was jedoch als Überraschung kam, war die Leistung der Dänen im Kampf gegen ihre osteuropäischen Rivalen. Gambit und Heroic waren im Bracket so platziert worden, dass ihre Konfrontation im Match um den Spring Finals Slot stattfinden würde. Statt der Riesen-Performance von Casper “CadiaN” Møller und den krassen Overtime-Siegen seines Teams durften wir zusehen, wie Abay “Hobbit” Khassenov und Co. ein 16-6 auf Inferno verbuchen konnten. Gambit hatten eindeutig ihre Hausaufgaben gemacht und das vergangene Turnier umfangreich analysiert.

Nach dieser Klatsche starteten Heroic auf Vertigo durch und sicherten sich ein fast genau so dominantes 16-9. Damit war das Spielfeld zwar wieder ausgeglichen, aber es wurde bald klar, wer das Match mit nach Hause nehmen würden. CadiaN und Co. holten eine 7-0 Führung ran, wonach sie aber nur noch Einzelrunden gewinnen konnten. Mit ein paar Ausnahmen rasten Gambit mit den Rundenpunkten davon und Sergey “Ax1Le” Rykhtorov schoss sein Team zu einem 16-12.

Im Hause der Dänen ist also doch noch nicht alles in Ordnung. Aber ist das ein Wunder? Schließlich sind Rasmus “sjuush” Beck und Ismail “refrezh” Ali erst vor wenigen Tagen zum Roster dazugestoßen. Selbstverständlich wird cadiaN mehr Zeit brauchen, ein stabiles Fundament aufzubauen. Der Sieg bei der ESL Pro League hat das immense Potenzial dieses Lineups bewiesen, doch nun wissen die anderen Teams, wogegen sie antreten. Aus der Vergangenheit können wir aber schließen, dass cadiaN mit dem Druck umgehen kann.

Gambit haben also ihre Rache bekommen. Auch wenn sie zuvor eine Trophäe verloren hatten, haben sie jetzt die Chance, sich bei den Spring Finals einen weiteren Turniersieg zu erspielen. Heroic werden ihnen definitiv nicht mehr im Weg stehen.

LIQUID UND ASTRALIS FRÜH RAUS

Auf der anderen Seite des Turnierbaums wurde es verrückt. Liquid und Astralis schieden bereits im Eröffnungsspiel aus. Die Dänen mussten sich gegen das neue OG-Lineup behaupten, das auch prompt ein Upset verbuchen konnte. Shahar “flameZ” Shushan war dabei noch nicht einmal die treibende Kraft, aber OG schaffen es endlich, ihren Overtime-Fluch zu brechen und eine knappe Map zu gewinnen.

Inferno war eindeutig und einseitig. Danach kam Lucas “Bubzkji” Andersen auf Nuke zum Einsatz, brach dort aber komplett ein. Besonders viel Spielzeit hatte der Jungstar in vergangenen Monaten wirklich nicht genossen. Mit einem 17-19 gaben sie das Match an OG ab, die sich später zwar gut gegen G2 behaupten konnten, aber auf der letzten Map mit einem 12-16 unterlegen waren.

Liquid fühlten sich gegen Dignitas zu sicher. Nachdem ein großer Teil der alten Garde ausgetauscht wurde, haben die neuen Spieler des Teams zugeschlagen. Ludvig “HEAP” Alonso und Jonas “Lekro” Olofsson waren mit 1.56er und 1.57er Ratings vertreten, als sie Liquid auf zwei Maps aus dem Turnier beförderten. Damit blieben als Favoriten für das Bracket eigentlich nur noch G2 Esports übrig.

Team Spirit wollten jedoch noch ein bisschen aufmischen. Sie setzten sich gegen Dignitas durch und landeten im Finale neben G2. Dort eröffneten sie mit einem brutalen 16-6 und ließen Upset-Stimmung aufkommen. Nemanja “huNter-” Kovač und Nikola “NiKo” Kovač wollten sich aber nicht unterkriegen lassen. Sie holten auf Dust2 ein 16-12 zurück und brachten das Match auf eine dritte Map. Dort zogen die beiden Teams dann in die Nachspielzeit, wo huNter- zum 19-17 clutchte. Damit ging der zweite Spring Finals Slot an G2 Esports, die ihre enttäuschende Performance bei der ESL Pro League wieder gut machen wollen.

WAS ERWARTET UNS BEI DEN SPRING FINALS?

Die BLAST Premier: Spring Finals 2021 stehen noch weit in der Zukunft. Erst dürfen wir uns auf die DreamHack Masters Spring einstellen, wo schon einige dieser Teams auftreten werden. In der Vorbereitung und Leistung der Roster kann sich bis dahin noch so viel verändern.

BIG und EG können sich nach schwachen Leistungen vielleicht stabilisieren. FaZe sollten endlich genug Zeit haben, mit Finn “karrigan” Andersen richtig durchzustarten. Ob Gambit bis dahin noch so weit an der Spitze stehen, ist ebenfalls fraglich. Natus Vincere müssen endlich herausfinden, was sie zurück hält. Bis dahin werden sie sich vor dem Wiederholungsspiel gegen Complexity fürchten.