BLAST hat Singapur als Austragungsort für die erste BLAST Premier Open der Saison 2027 bestätigt. Das Turnier findet vom 15. bis 28. März 2027 statt und bringt 16 der weltbesten CS2-Teams auf eine rein offline ausgespielte Bühne – ein Formatwechsel gegenüber früheren Open-Turnieren, bei denen die Gruppenphase noch aus Kopenhagen im Studio übertragen wurde.
Antrittsgelder statt Treueprogramm
Das eigentlich Interessante an der Ankündigung ist nicht der Veranstaltungsort, sondern die Finanzierungsstruktur dahinter. BLAST verabschiedet sich ab 2027 von seinem bisherigen Frequent-Flyer-Programm, das Teams für saisonübergreifende Teilnahme belohnte, und ersetzt es durch sogenannte Acceptance Fees – Annahmegebühren, die Teams direkt bei Annahme einer Turnierneinladung erhalten, unabhängig vom späteren Abschneiden.
Für die BLAST Open Singapur beträgt dieser Pool 400.000 US-Dollar. Bei gleichmäßiger Verteilung auf alle 16 Teams entspräche das 25.000 Dollar pro Team allein für die Teilnahme – noch bevor ein einziger Schuss gefallen ist. Tatsächlich wird die Summe gestaffelt nach der VRS-Position zum Einladungszeitpunkt verteilt, stärker platzierte Teams erhalten mehr. Der Gesamtpreispool des Turniers beläuft sich auf 1,25 Millionen US-Dollar.
Direkter Konflikt mit PGL
Das Timing ist kein Zufall – und kein Komfort. Die BLAST Open Singapur läuft parallel zu einem PGL-Turnier im März 2027, wie es bei mehreren BLAST-Events im kommenden Jahr der Fall sein wird. Die Annahmegebühren sind damit auch ein direktes Instrument im Wettbewerb um Top-Teams: Wer zahlt, zieht. Für Teams, die beide Einladungen erhalten, wird die Entscheidung mit 25.000 Dollar pro Turnier zu einer handfesten wirtschaftlichen Abwägung.
Singapur als etablierter Esports-Hub
Singapur ist für BLAST kein Neuland. Der Stadtstaat war bereits Schauplatz des ausverkauften BLAST Premier World Final 2024 und des Dota-2-Events BLAST Slam IV im Jahr 2025. Im November 2026 folgt zudem der PGL Major Singapore 2026. Dass BLAST die Stadt erneut für den Saisonauftakt 2027 wählt, unterstreicht Singapurs wachsende Bedeutung als Ausrichtungsort für große Esports-Events in der asiatisch-pazifischen Region.
10 Millionen Dollar für 2027 – ein größeres Bild
Die Singapur-Ankündigung ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung. BLAST investiert 2027 insgesamt 10 Millionen US-Dollar direkt in Teams und das Counter-Strike-Ökosystem, gegenüber 8,5 Millionen im laufenden Jahr. BLAST.tv Die Summe verteilt sich auf Preisgelder, Teamzahlungen und die neuen Annahmegebühren, die saisonübergreifend 1,8 Millionen Dollar umfassen. Zum Vergleich: PGL investiert 11 Millionen, ESL 10,45 Millionen ohne den Grand Slam. Der Wettkampf um die besten Teams findet längst auch auf der Ebene der Finanzierungsmodelle statt – und BLAST macht mit den Acceptance Fees einen klaren Schritt in Richtung direkter, verlässlicher Teamkompensation.
Bereits bestätigt sind außerdem der dritte Open-Slot in Rio de Janeiro sowie die Rückkehr des Bounty-Turniers nach Malta.
