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BIG verspielt 10:5-Führung gegen Spirit und verpasst die EWC-Playoffs

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Für BIG ist der Esports World Cup 2026 beendet. Das deutsche CS2-Team brachte Favorit Spirit im entscheidenden Match der Gruppe A an den Rand des Ausscheidens, musste sich nach drei Maps aber mit 1:2 geschlagen geben. Besonders bitter: Nach einem starken 13:9 auf Cache führte BIG auf Dust2 zwischenzeitlich mit 10:5, verlor anschließend jedoch acht Runden in Serie. Auf Mirage wiederholte sich das Muster – nach einer 7:5-Halbzeit blieb BIG auf der T-Seite komplett ohne Rundengewinn.

Spirit steht damit trotz einer bislang durchwachsenen Turnierleistung in den Playoffs. Für BIG endet der EWC dagegen auf einem geteilten 17. bis 24. Platz.

BIG zerlegt Spirit zunächst auf Cache

Die Serie begann für BIG beinahe optimal.

Cache war der Map-Pick der deutschen Organisation – und insbesondere die erste Hälfte zeigte, warum. BIG spielte eine hervorragende T-Seite, setzte Spirits Verteidigung mit sauber vorbereiteten Executions und starkem Utility-Einsatz permanent unter Druck.

Zur Pause stand es 10:2 für BIG.

Vor allem Johannes „tabseN“ Wodarz zeigte auf der Offensive eine starke Partie. Spirit fand kaum Lösungen gegen BIGs Angriffe, während selbst Superstar Danil „donk“ Kryshkovets die deutlichen Probleme seines Teams nicht alleine kompensieren konnte.

Nach dem Seitenwechsel fing sich Spirit zwar etwas und verkürzte den Rückstand, doch BIG brachte seinen eigenen Pick letztlich mit 13:9 über die Ziellinie.

MapBIGSpirit
Cache139
Dust21013
Mirage713
Serie12

Damit fehlte BIG nur noch eine Map zum Einzug in die Playoffs.

gr1ks liefert einen der spektakulärsten Clutches des Turniers

Auf Dust2 sah es lange so aus, als könnte BIG die Überraschung tatsächlich vollenden.

Spirit startete zwar ordentlich, doch BIG arbeitete sich zurück und ging mit einer 7:5-Führung in die zweite Hälfte. Anschließend rückte Gleb „gr1ks“ Gazin ins Zentrum.

Der 21-Jährige gewann einen spektakulären 1v3-Clutch, bei dem er unter anderem zwei No-Scopes und einen Sprungschuss traf. HLTV bezeichnete die Szene bereits als möglichen Kandidaten für eines der Highlights des Jahres.

BIG baute seine Führung anschließend bis auf 10:5 aus.

Spirit stand damit fünf Runden von der Eliminierung entfernt.

Spirit gewinnt plötzlich acht Runden hintereinander

Doch genau an diesem Punkt brach BIGs Lauf komplett zusammen.

Spirit stabilisierte seine CT-Seite und fand zunehmend Antworten auf die Offensive der Deutschen. BIG gelang danach kein einziger Rundengewinn mehr.

Aus einem 5:10 machte Spirit ein 13:10.

Acht Runden hintereinander gingen an donk und Co. – und innerhalb weniger Minuten war aus BIGs komfortabler Führung ein verlorener Map-Pick des Gegners geworden.

Spirit-Spieler Andrey „tN1R“ Tatarinovich hatte während der Aufholjagd wichtige Szenen, während BIG nach dem Verlust seines Momentums immer weniger Zugriff auf die Map bekam.

Statt eines 2:0 und des Playoff-Einzugs musste BIG damit auf Mirage in den Decider.

Auf Mirage wiederholt sich BIGs Problem

Auch dort war das deutsche Team zunächst absolut konkurrenzfähig.

BIG spielte eine solide CT-Seite und ging erneut mit 7:5 in Führung. Gerade die starke Konzentration der Defensive auf den A-Bereich bereitete Spirit in der ersten Hälfte Probleme.

Doch nach dem Seitenwechsel kam der vollständige Einbruch.

BIG gewann als Terrorist keine einzige Runde mehr.

Spirit holte acht CT-Runden hintereinander und entschied Mirage mit 13:7 für sich. Insgesamt verlor BIG damit die letzten 16 Runden seiner T-Seiten auf Dust2 und Mirage zusammengenommen, nachdem die Mannschaft auf beiden Maps zuvor in aussichtsreicher Position gelegen hatte.

donk setzte den Schlusspunkt mit einer weiteren starken Performance und vier AK-Kills in der Runde, die Spirit auf Matchpoint brachte.

donk ist erneut Spirits Lebensversicherung

Über die komplette Serie hinweg war donk der entscheidende Unterschied.

Der Spirit-Star kam auf 65 Kills bei 45 Toden, 91,5 ADR und ein HLTV-Rating 3.0 von 1,41. Dmitry „sh1ro“ Sokolov folgte mit 1,21. Drei weitere Spirit-Spieler blieben dagegen nur knapp über oder sogar deutlich unter einem Rating von 1,00.

Bei BIG lieferte Benjamin „blameF“ Bremer die statistisch stärkste Serie.

SpielerTeamK-DRating 3.0
donkSpirit65–451,41
blameFBIG50–381,23
sh1roSpirit47–411,21
tabseNBIG48–461,14
gr1ksBIG44–401,03

Gerade tabseNs Leistung dürfte BIG Hoffnung machen. Der In-Game-Leader hielt nicht nur individuell mit, sondern war maßgeblich an der starken Cache-T-Seite beteiligt.

BIG verabschiedet sich nach ordentlichem EWC-Auftritt

Das Ausscheiden ist umso ärgerlicher, weil BIG in Paris durchaus gezeigt hat, dass das neu formierte Line-up mit hochklassigen Gegnern mithalten kann.

Zum Auftakt besiegte BIG Aurora mit 13:9 in einem Best-of-One. Im anschließenden Match um den direkten Playoff-Einzug wartete G2 Esports. BIG gewann dort Cache mit 13:5, verlor Ancient allerdings erst in der Verlängerung mit 16:19 und unterlag auf Inferno anschließend klar mit 1:13. Die Serie ging 1:2 an G2.

Gegen Spirit bekam BIG damit eine zweite Gelegenheit – und kam erneut bis auf eine Map an die Playoffs heran.

Für das Ausscheiden auf Rang 17 bis 24 erhält die Organisation 20.000 US-Dollar Preisgeld. Insgesamt werden beim CS2-Turnier des Esports World Cup zwei Millionen US-Dollar ausgeschüttet.

Spirit bekommt mehrere Tage zur Fehlersuche

Spirit steht dagegen im Achtelfinale, kann mit dem bisherigen Auftritt aber kaum zufrieden sein.

Das Team startete bereits mit einer überraschenden 10:13-Niederlage gegen JiJieHao ins Turnier. Nach einem 2:0 gegen Luminosity musste der Mitfavorit nun auch gegen BIG erheblich kämpfen.

Boris „magixx“ Vorobiev sprach nach dem Match selbst von einer schwierigen Serie. Die nächsten Tage wolle Spirit nutzen, um mehrere Probleme im eigenen Spiel zu beheben.

Zeit dafür gibt es tatsächlich. Die Gruppenphase des EWC endet am 16. August, anschließend beginnen die Single-Elimination-Playoffs am 19. August. Die ersten K.-o.-Runden und Viertelfinals werden als Best-of-Three gespielt, das Finale am 23. August als Best-of-Five.

Für BIG bleibt dagegen vor allem die verpasste Chance auf Dust2 hängen. Gegen eines der stärksten Teams der Welt mit 10:5 zu führen, ist ein starkes Signal. Acht Runden später trotzdem mit einer Niederlage in den Decider zu gehen, zeigt aber ebenso deutlich, wo das Team den nächsten Entwicklungsschritt machen muss.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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