Der Stage-2-Auftakt der Heimmannschaft beim IEM Cologne Major 2026 ist gründlich misslungen. BIG unterlag Monte in der ersten Swiss-Runde mit 8:13 auf Mirage und steht damit nach nur einem Spiel bereits mit dem Rücken zur Wand. Für das deutsche Team, das sich in Stage 1 noch mit einem historischen Comeback gegen NRG ins Hauptfeld gekämpft hatte, ist es ein ernüchternder Start in die entscheidende Phase vor den Playoffs.
Eine Best-of-1 ohne Rückweg
Gespielt wurde im Best-of-1-Format der ersten Swiss-Runde, in der es keine zweite Chance auf derselben Map gibt. Bereits im Veto deutete sich ein hartes Ringen um die Karte an: BIG strich Anubis und Dust2, Monte entfernte Overpass, Ancient und Inferno, ehe BIG noch Nuke aus dem Pool nahm. Übrig blieb Mirage – eine Map, die in Stage 1 als das mit Abstand CT-lastigste Schlachtfeld des Turniers auffiel und auf der ein guter Start in die jeweilige Seite besonders viel wert ist.
Diese Theorie bestätigte sich auch hier. Monte arbeitete sich über beide Hälften einen Vorsprung heraus, den die Berliner nie ernsthaft gefährden konnten, und verwandelte schließlich zum 13:8. Bemerkenswert ist die Rollenverteilung vor dem Match: In der Community-Prognose galt BIG mit über 76 Prozent klar als Favorit – die Niederlage fällt damit unter die Kategorie Überraschung.
Monte mit der individuell stärkeren Vorstellung
Der Schlüssel zum Erfolg lag in der individuellen Form der europäischen Mixed-Roster-Mannschaft. Aurimas „Bymas“ Pipiras war mit einer K-D von 20:12 und einem Rating von 1.62 der herausragende Spieler der Partie und setzte früh entscheidende Akzente. Aurélien „afro“ Drapier untermauerte seine Klasse mit 17:11 und einem Rating von 1.40, während Oscar „AZUWU“ Bell mit einem ADR von 102.1 für konstanten Schaden sorgte. Mit Jack „Gizmy“ von Spreckelsen und Aleks „Rainwaker“ Petrov rundeten zwei weitere Akteure das Aufgebot ab, das über weite Strecken die Kontrolle behielt.
Auf BIG-Seite blieb die Leistung dagegen blass. Josef „faveN“ Baumann war mit 16:15 und einem Rating von 1.19 noch der auffälligste Spieler und sorgte unter anderem mit einem Vier-Kill auf der B-Bombsite für eines der wenigen Highlights aus deutscher Sicht. Gleb „gr1ks“ Gazin kam auf 13:14, während Routinier Benjamin „blameF“ Bremer mit 15:15 und einem Rating von 0.98 unter seinen Möglichkeiten blieb. Jon „JDC“ de Castro (12:15, Rating 0.89) und Johannes „tabseN“ Wodarz (10:17, Rating 0.76) fanden ebenfalls nicht ins Spiel – gerade beim erfahrenen Kapitän tabseN dürfte die Vorstellung schmerzen.
Was die Niederlage für BIG bedeutet
Mit dem 0:1-Start rutscht BIG in der Swiss-Tabelle sofort in die Begegnungen, in denen jeder weitere Fehltritt das Aus bedeuten kann. Stage 2 vergibt acht Plätze für Stage 3, die untere Hälfte des Feldes scheidet aus – BIG muss also schnell zurück in die Spur finden, um das Turnier nicht früh und vor heimischem Publikum zu beenden. Der Auftritt gegen Monte zeigte vor allem ein bekanntes Muster: Wenn die individuelle Form der Stars nicht stimmt, fehlt der Mannschaft die Konstanz, um Spiele aus eigener Kraft zu drehen.
Für Monte ist der Sieg dagegen ein Statement. Das Roster reist nach durchwachsenen Wochen mit unterschiedlichen Ergebnissen an, untermauerte gegen einen höher gehandelten Gegner aber, dass es auf großer Bühne liefern kann. Ob BIG die Reaktion gelingt und Monte den Schwung mitnimmt, entscheidet sich in den kommenden Runden – und für die Berliner zählt ab sofort jedes einzelne Spiel.
