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BIG präsentiert RAZED als Hauptpartner und neues CS2-Jersey

Autoren-Bild Jonas Teichmann August 6, 2026

BIG hat RAZED als neuen Hauptpartner seines Counter-Strike-2-Teams vorgestellt. Der internationale Glücksspielanbieter erhält die zentrale Werbefläche auf dem Trikot und soll künftig auch in Kampagnen, Community-Aktionen und Contentformaten rund um den BIG CLUB auftauchen. Gleichzeitig präsentierte die Berliner Esport-Organisation ihr neues CS2-Jersey für die Saison 2026/27.

Die Partnerschaft bringt BIG einen finanzstarken Sponsor, wirft aufgrund des Geschäftsmodells und der Lizenzierung von RAZED aber auch Fragen auf. Besonders auffällig ist die starke Sichtbarkeit des Unternehmens: Das RAZED-Logo steht groß auf der Brust und wird damit zum prägenden Element des neuen Teamtrikots.

BIG inszeniert den Deal mit Selbstironie

Die Bekanntgabe erfolgte nicht als klassische Sponsorenmeldung. Stattdessen veröffentlichte BIG ein selbstironisches Video, das die wirtschaftlichen Schwierigkeiten professioneller Esport-Organisationen offen aufgreift.

Darin heißt es sinngemäß, dass Major-Teilnahmen ohne Sticker-Einnahmen ausgesprochen teuer seien und RAZED die Organisation retten solle. Auch BIG-Spieler Benjamin „blameF“ Bremer griff den Scherz auf und bedankte sich öffentlich bei dem neuen Partner für die vermeintliche Rettung.

Die Darstellung ist bewusst überzogen, verweist aber auf ein reales Problem. Internationale CS2-Teams verursachen hohe laufende Kosten. Dazu gehören Spielergehälter, Trainer und Analysten, Management, Bootcamps, Reisen, Unterkünfte und die Produktion von Inhalten.

Sticker-Einnahmen aus einem Major können für Organisationen lukrativ sein, sind aber nicht zuverlässig planbar. Qualifiziert sich ein Team nicht für ein entsprechendes Event, fällt diese Einnahmequelle weg. Sponsoren bleiben deshalb ein zentraler Bestandteil der Finanzierung.

Neues CS2-Jersey für die Saison 2026/27

Gemeinsam mit der Partnerschaft stellte BIG das neue Trikot seines Counter-Strike-Teams vor. Das Design bleibt den bekannten Farben der Organisation treu und kombiniert einen dunklen Blauton mit geometrischen Streifen sowie weißen Linien an Schultern und Seiten.

Auf der Rückseite befinden sich Spielername und Rückennummer. Unterhalb des Kragens bleibt der Schriftzug „The Pride of Germany“ erhalten.

MerkmalInformation
TeamBIG
SpielCounter-Strike 2
Saison2026/27
Neuer HauptpartnerRAZED
TrikotfarbeDunkelblau mit weißen und hellblauen Elementen
AusführungOversized
PersonalisierungEigener Name und eigene Nummer möglich
Shoppreis74,99 Euro

Die größte Veränderung befindet sich auf der Vorderseite. RAZED nimmt nahezu die gesamte zentrale Brustfläche ein. Der Sponsor wird dadurch nicht nur bei offiziellen Spielen sichtbar, sondern auch in Interviews, Fotos, Streams und Social-Media-Produktionen.

Fans, die das Jersey kaufen und außerhalb des Esports tragen, verbreiten die Marke ebenfalls weiter. Die Zusammenarbeit geht deshalb deutlich über eine gewöhnliche Logoplatzierung auf einem Ärmel oder einer kleineren Werbefläche hinaus.

Wer steckt hinter RAZED?

RAZED ist eine internationale Glücksspielplattform mit starkem Fokus auf Kryptowährungen. Zum Angebot gehören Sportwetten, Esportwetten, Spielautomaten, Live-Casinospiele und schnelle Spielformate wie Plinko, Mines oder Dice.

Im Counter-Strike-Umfeld ist die Marke bereits aktiv. RAZED arbeitet auch mit HEROIC zusammen und nutzt dort gemeinsame Inhalte sowie spezielle Wettaktionen rund um die Spiele des Teams.

Nach den Geschäftsbedingungen wird die Plattform von der in Costa Rica registrierten Wild Technology Ltd. betrieben. Als Glücksspielgenehmigung nennt RAZED eine Lizenz aus Anjouan, einer autonomen Insel innerhalb der Union der Komoren.

Dabei handelt es sich nicht um eine deutsche oder europäische Glücksspiellizenz. Nach dem im Ausgangsmaterial genannten Stand waren weder RAZED noch die Betreiberfirma auf der deutschen Whitelist erlaubter Glücksspielanbieter aufgeführt.

Das macht die internationale Zusammenarbeit mit BIG nicht automatisch unzulässig. Sobald Werbung, Links oder Aktionen gezielt deutsche Nutzer ansprechen, entstehen jedoch regulatorische Fragen. Entscheidend wird sein, wie die Partnerschaft in Deutschland konkret umgesetzt und beworben wird.

RAZED erhält eine deutlich größere Rolle als frühere Wettpartner

BIG hat bereits zuvor mit einem Glücksspielunternehmen zusammengearbeitet. Im November 2025 kündigte die Organisation eine Partnerschaft mit der MERKUR-Gruppe an. Geplant waren unter anderem sechs MERKUR Cash Cups innerhalb des BIG CLUB.

Damals standen eine Turnierserie, Nachwuchsförderung sowie Alters- und Identitätsprüfungen im Mittelpunkt. Eine öffentlich auffindbare Mitteilung über das Ende dieser Zusammenarbeit liegt nach den vorliegenden Informationen nicht vor. Ob MERKUR weiterhin als aktiver Partner eingeplant ist, bleibt deshalb offen.

Der neue RAZED-Deal ist in seiner Außenwirkung wesentlich präsenter. Während MERKUR hauptsächlich als Namensgeber eines Wettbewerbs auftrat, wird RAZED zum Hauptpartner des professionellen CS2-Teams.

Die Marke steht groß auf dem Trikot und soll stärker in internationale Kampagnen und Inhalte eingebunden werden. Damit wird der Glücksspielanbieter enger mit den Spielern und der öffentlichen Identität von BIG verbunden.

Glücksspielwerbung bleibt im Esport umstritten

Partnerschaften zwischen Esport-Organisationen und Glücksspielunternehmen werden seit Jahren kontrovers diskutiert. Wettanbieter verfügen über hohe Marketingbudgets und interessieren sich besonders für eine digital erreichbare Zielgruppe, die bereits einen starken Bezug zu kompetitiven Spielen besitzt.

Für Teams sind solche Deals wirtschaftlich attraktiv. Gleichzeitig können sie Glücksspiel normalisieren und stärker mit beliebten Spielern, Turnieren und Fanartikeln verbinden.

Dabei geht es nicht nur um verlorene Einsätze. Problematisches Glücksspiel kann erhebliche Folgen haben, darunter Verschuldung, psychische Belastungen, Konflikte im persönlichen Umfeld und soziale Isolation.

Besonders sensibel ist die Frage, wie minderjährige Fans geschützt werden. Counter-Strike besitzt zwar eine erwachsene Kernzielgruppe, erreicht über soziale Medien, Streams und Esport-Spieler aber auch jüngere Zuschauer.

Wenn ein Glücksspielunternehmen zum sichtbaren Hauptpartner eines Teams wird, reichen allgemeine Hinweise auf verantwortungsbewusstes Spielen allein kaum aus. Entscheidend sind die tatsächliche Gestaltung der Kampagnen, die verwendeten Plattformen, Altersbeschränkungen und die Frage, ob Werbung gezielt an deutsche Nutzer ausgespielt wird.

Warum Esport-Organisationen solche Sponsoren annehmen

Der Deal lässt sich nicht losgelöst von der wirtschaftlichen Lage des Esports betrachten. Anders als große Fußball- oder Basketballligen erzielen viele Esport-Wettbewerbe nur geringe Einnahmen aus Medienrechten, Eintrittskarten und langfristig garantierten Ligaerlösen.

Gleichzeitig steigen die Kosten für international konkurrenzfähige Teams. Gute Spieler können hohe Gehälter verlangen, während Reisen, Bootcamps und Personal zusätzliche Ausgaben verursachen.

Werden diese Kosten nicht durch Preisgelder, Medienerlöse oder Mitgliedschaften gedeckt, bleiben Sponsoren als wichtigste Einnahmequelle. Glücksspiel-, Krypto- und Finanzunternehmen treten dabei besonders häufig auf, weil sie große Budgets besitzen und sich vom Esport Zugang zu einer jungen, technikaffinen Zielgruppe versprechen.

Für Organisationen entsteht daraus ein schwieriger Wettbewerb. Wer auf bestimmte Sponsorengruppen verzichtet, tritt möglicherweise gegen Teams an, die durch Wettanbieter oder staatlich finanzierte Projekte wesentlich größere Mittel erhalten.

Das bedeutet nicht, dass professioneller Esport ohne Glücksspielpartnerschaften unmöglich wäre. Im aktuellen System kann ein Verzicht die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit jedoch erheblich erschweren.

BIG erhält Planungssicherheit – und übernimmt Verantwortung

Aus geschäftlicher Sicht ist die Partnerschaft nachvollziehbar. BIG gewinnt einen Hauptpartner, der offenbar bereit ist, nicht nur eine Trikotfläche zu buchen, sondern auch gemeinsame Kampagnen und Community-Inhalte zu finanzieren.

Für RAZED ist die Zusammenarbeit ebenfalls wertvoll. Das Unternehmen erhält Zugang zur Community einer der bekanntesten deutschen Esport-Organisationen und wird bei internationalen CS2-Turnieren prominent präsentiert.

Mit dieser Reichweite steigt jedoch auch die Verantwortung. BIG wird daran gemessen werden, wie die Glücksspielmarke in Videos, Streams, Aktionen und im BIG CLUB eingebunden wird. Dazu gehören ein wirksamer Jugendschutz, klare Werbekennzeichnungen und ein transparenter Umgang mit der Lizenzsituation.

Das neue Jersey macht sichtbar, wie eng die Partnerschaft angelegt ist. RAZED steht nicht am Rand des Trikots, sondern bestimmt dessen Vorderseite. Damit wird der Sponsor zu einem zentralen Bestandteil des öffentlichen Auftritts des CS2-Teams.

Ob der Deal vor allem als wirtschaftlich notwendiger Schritt oder als zu weitreichende Verbindung mit einem internationalen Glücksspielanbieter wahrgenommen wird, hängt nun von der konkreten Umsetzung ab. Die Vorstellung des Jerseys ist abgeschlossen – die schwierigere Prüfung beginnt mit den ersten gemeinsamen Kampagnen.

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Über Jonas Teichmann |

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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