Zum Inhalt springen
DE LIVE
Aktuelle News

Bethesda stoppt KI-Fanprojekt Fallout: New York

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Bethesda ist gegen ein inoffizielles Fallout-Projekt vorgegangen, das New York City als neue postapokalyptische Spielwelt genutzt hat. Das browserbasierte Fanprojekt „Fallout: New York“ wurde nach einer Unterlassungsaufforderung des Publishers vom Netz genommen. Entwickelt worden war die Demo größtenteils mit Hilfe des KI-Modells Claude Opus 5.5.

Entgegen mancher zugespitzten Überschriften handelt es sich dabei nicht um ein eingestelltes offizielles Bethesda-Spiel. Fallout: New York war ein unabhängiges Fanprojekt, das den Namen Fallout sowie mehrere bekannte Spielmechaniken und Designelemente der Reihe verwendete.

Gerade diese direkte Nähe zur Marke dürfte der entscheidende Grund gewesen sein, warum Bethesda einschritt.

Fallout: New York war als Browser-Spiel angelegt

Das Projekt wurde Ende September öffentlich vorgestellt.

Der Entwickler Chris First bezeichnet sich selbst als „AI Creative“ und präsentierte eine spielbare technische Demo, die eine postapokalyptische Version von New York City zeigte.

Das Spiel lief direkt im Browser und enthielt mehrere typische Rollenspielsysteme.

Dazu gehörten unter anderem:

  • Quests
  • Dialogbäume
  • Kämpfe
  • ein Pip-Boy-ähnliches Menü
  • VATS-artige Mechaniken
  • eine postapokalyptische offene Welt
  • Fallout-typische Benutzeroberflächen

Damit ging das Projekt deutlich über eine einfache Fan-Grafik oder einen kleinen Mod hinaus.

Es versuchte im Grunde, ein eigenständiges Fallout-Erlebnis außerhalb der offiziellen Spiele zu bauen.

Bethesda schickt offenbar Unterlassungsaufforderung

Kurze Zeit nach der Veröffentlichung erhielt First nach eigenen Angaben ein Schreiben von Bethesda.

Daraufhin nahm er Fallout: New York offline.

Der Entwickler veröffentlichte anschließend eine gereizte Reaktion und warf Bethesda sinngemäß vor, selbst seit Jahren kein neues großes Fallout-Spiel veröffentlicht zu haben.

Sein Kommentar:

„How about you make a Fallout game instead so I don’t have to?“

Diese Reaktion kam innerhalb der Community allerdings nicht besonders gut an.

Viele Nutzer wiesen darauf hin, dass Bethesda selbstverständlich gegen ein Projekt vorgehen könne, das den Fallout-Namen, bekannte Systeme und geschützte Markenelemente direkt übernimmt.

Das Problem ist nicht unbedingt die Idee von New York

Interessant ist dabei, dass Bethesda nicht grundsätzlich gegen ein postapokalyptisches Spiel in New York City vorgehen könnte.

Ein unabhängiger Entwickler kann natürlich ein eigenes Endzeit-Rollenspiel erstellen.

Problematisch wird es erst dann, wenn geschützte Marken, Namen oder eindeutig erkennbare Elemente übernommen werden.

Genau das war bei Fallout: New York offenbar der Fall.

Der Name „Fallout“ selbst gehört Bethesda, ebenso wie zahlreiche typische Designelemente und bekannte Systeme der Reihe.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Pip-Boy-Designs
  • VATS
  • bestimmte Logos
  • bekannte Begriffe
  • Fallout-spezifische Weltgestaltung
  • wiedererkennbare Benutzeroberflächen

Hätte das Projekt einen komplett eigenen Namen, eigene Systeme und eine klar getrennte Welt verwendet, wäre die Situation vermutlich deutlich anders ausgefallen.

KI-Einsatz sorgte zusätzlich für Kritik

Auch die Verwendung generativer KI sorgte für Diskussionen.

First erklärte, dass Claude Opus 5.5 beim Aufbau des Projekts eine zentrale Rolle gespielt habe.

Damit war Fallout: New York nicht nur ein gewöhnliches Fanprojekt, sondern gleichzeitig ein Experiment darüber, wie weit sich mit modernen KI-Werkzeugen ein spielbares Rollenspiel erstellen lässt.

Das machte das Projekt technisch interessant.

Innerhalb der Fallout-Community stieß der Ansatz allerdings auch auf Ablehnung.

Ein Teil der Kritik richtete sich weniger gegen die technische Idee und stärker dagegen, dass mit Hilfe generativer KI eine bekannte Marke praktisch nachgebaut wurde, ohne dass Bethesda daran beteiligt war.

Fallout-Fans warten seit Jahren auf ein neues Hauptspiel

Die Reaktion des Entwicklers spielt auf einen realen Frust innerhalb der Community an.

Das letzte komplett neue große Fallout-Spiel von Bethesda war Fallout 76 aus dem Jahr 2018.

Seitdem gab es zwar zahlreiche Updates, Erweiterungen und neue Inhalte, aber kein neues klassisches Einzelspieler-Fallout.

Gleichzeitig ist bekannt, dass Bethesda langfristig an Fallout 5 arbeitet.

Bis dieses Spiel erscheint, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.

Auch deshalb entstehen immer wieder große Fanprojekte und Mods, die versuchen, diese Lücke zu füllen.

Bethesda ist grundsätzlich modfreundlich

Bethesda gilt traditionell eigentlich als vergleichsweise offen gegenüber Mods.

The Elder Scrolls und Fallout besitzen einige der größten Modding-Communities überhaupt.

Projekte wie Fallout: London zeigen, wie umfangreich Fanprojekte innerhalb des bestehenden Modding-Ökosystems werden können.

Der entscheidende Unterschied liegt häufig darin, wie die Inhalte erstellt und verbreitet werden.

Mods setzen normalerweise ein offizielles Spiel voraus und funktionieren innerhalb der bestehenden technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Ein eigenständiges Spiel, das direkt den Fallout-Namen verwendet, ist dagegen deutlich problematischer.

New York wäre trotzdem ein interessantes Fallout-Setting

Die Idee eines Fallout-Spiels in New York ist unabhängig von diesem Fanprojekt interessant.

Die Stadt würde zahlreiche Möglichkeiten für die Reihe bieten.

Man könnte unter anderem zerstörte Wolkenkratzer, U-Bahn-Systeme, Manhattan, Brooklyn oder die Ruinen bekannter Wahrzeichen nutzen.

Auch vertikale Levelstrukturen würden sich dort deutlich stärker anbieten als in bisherigen Fallout-Spielen.

Ob Bethesda selbst irgendwann New York als Schauplatz wählt, ist allerdings nicht bekannt.

Mehrere Fallout-Projekte sollen in Arbeit sein

Die Zukunft der Reihe bleibt trotzdem umfangreich.

Neben Fallout 5 gibt es immer wieder Berichte über weitere Projekte innerhalb des Fallout-Universums.

Auch Remaster älterer Teile werden regelmäßig diskutiert.

Zusätzlich spielt Obsidian Entertainment innerhalb des erweiterten Microsoft- und Bethesda-Umfelds weiterhin eine interessante Rolle.

Fallout: New York gehört dazu allerdings definitiv nicht.

Das Projekt war kein offizieller Teil dieser Planungen.

Fallout: New York ist endgültig offline

Für das KI-Fanprojekt ist die Situation vorerst eindeutig.

Der Entwickler hat das Spiel nach dem Schreiben von Bethesda entfernt.

Ob Teile der Technik später unter einem anderen Namen wiederverwendet werden, ist bislang offen.

Grundsätzlich wäre das durchaus möglich, wenn sämtliche geschützten Fallout-Elemente entfernt und durch eigene Inhalte ersetzt würden.

In seiner bisherigen Form ist das Projekt jedoch beendet.

Bethesda hat also nicht überraschend ein neues offizielles Fallout-Spiel gestrichen – sondern ein unabhängiges KI-Fanprojekt gestoppt, das den Namen und zentrale Elemente der Fallout-Reihe verwendet hat.

Für dich ausgewählt

Das könnte dich auch interessieren

Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

Alle Artikel ansehen →
Gerade veröffentlicht

Neueste News

Alle ansehen →