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daniel | September 17, 2022

Aram Karamanukyan CEO von Virtus.pro – um Sanktionen zu umgehen?

Anscheinend hat die russische Organisation einen neuen Armenischen CEO namens Aram Karamanukyan und versucht dadurch anscheinend die Sanktionen gegen russische Organisationen zu umgehen. Nachdem Russland die Ukraine angegriffen hat, haben auch viele Turnierveranstalter Flagge gezeigt und russische Teams von ihren Events ausgeschlossen, Virtus.pro wurde davon besonders hart getroffen und versucht jetzt wieder zurück zu kommen.

Über den Armenischen CEO ist nicht viel bekannt, wenn man ihn im internet sucht trifft man auf seinen Twitteraccount mit 80 Followern und zwei Tweets. Er nennt sich selbst “Neuer CEO und Investor”.

Laut der offiziellen Virtus.pro Webseite kommt er aus dem Bau und Hotelgewerbe. Dabei verweist VP auf die tragischen Ereignisse in Armenien und sagt, dass aufgrund dieser Umstände der CEO bei Zeiten ordentlich vorgestellt wird.

Mysteriöse Umstände

Das alles erstmal schön und gut, aber wenn man die Eigentümerverhältnisse hinter VP kennt, dann wird schnell klar, dass die Ankündigung nicht unbedingt astrein verlief. Virtus.pro wird nämlich von der ESForce Holding betrieben, die wurde 2018 von Mail.ru gekauft, die wiederum zu VKontakte, dem russischen Äquivalent von Facebook umbenannt wurde. Diese Firmen müssten die Änderung in ihren Führungspositionen nicht nur auf Social Media ankündigen, wie es im Amateurbereich oft gemacht wird, sondern auch über die öffentlichen Kanäle der Wirtschaftsaufsichten, Handelsregister und Co. gehen.

Hier war noch alles gut:
Manager von @virtuspro Roman @dvoryrom Dvoryankin besucht die Esports-Konferenz #ESILondon und sprach darüber, wie man ein Team aufbaut, entwickelt und zum Siegen motiviert.”

Verbindungen zu Putin und Russland

Virtus.pro hat über diese Verwicklung mit ESForce Holding und VKontakte.com beziehungsweise Mail.RU auch Verbindungen zu Putin, denn Gazprom hat im Dezember 2021 über eine Reihe von Deals die Kontrolle über VKontakte erlangt. Gazprom ist wiederum eine Staatliche Firma und untersteht damit auch der russischen Regierung, also Putin. Daher sind die Sanktionen gegen Virtus.pro und die ESForce Holding mehr als nur verständlich. Der Verdacht, dass der Wechsel des CEOs also nur dazu dient diese Sanktionen zu umgehen ist wohl gerechtfertigt. Vielleicht sieht die ESForce Holding aber auch keine Zukunft im Russischen Esport-Markt und will die Marke Virtus.pro einfach noch möglichst gewinnbringend an Investoren außerhalb von Russland verscherbeln. Cloud9 hat sich nach dem Start des Krieges das alte CS:GO Lineup von Gambit geholt, während die Spieler von Virtus.pro immernoch unter Outsiders spielen.

NaVi verlässt ESForce frühzeitig

Der Cloud9-Deal stand lange unter dem Mikroskop und wurde kritisiert, denn es sind wohl Gelder über eine Skandinavische Firma nach Russland geflossen. Natus Vincere hat sich entsprechend ihrer Ukrainischen Wurzeln auch direkt von der ESForce Holding, zu der sie vor der Invasion noch gehörten, gelöst und damit alle Verbindungen zum russischen Staat und Putin gekappt. Vielleicht versuchen die alten Virtus.pro Eigentümer jetzt unter der Armenischen Flagge weiterzumachen, dazu müssten sie sich aber wohl genauso wie ihre Ukrainischen Rivalen von der ESForce Holding lösen. Außerdem ist es fraglich, ob die Esport-Welt so schnell vergisst wer eigentlich hinter dem Namen steckt.