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Apple vs. Fortnite: Der große Konflikt um App-Store-Macht

Autoren-Bild Andrea Mertens Mai 18, 2025

Der Konflikt zwischen Apple und Epic Games, dem Entwickler des weltweit erfolgreichen Battle-Royale-Spiels Fortnite, zählt zu den größten juristischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen in der Geschichte des Mobile-Gamings. Ausgangspunkt dieser Auseinandersetzung war die Entfernung von Fortnite aus dem App Store im August 2020 – eine Entscheidung, die weitreichende Folgen für die Beziehung zwischen Plattformbetreibern, App-Entwicklern und Nutzern hatte.

Auch Jahre später, bis ins Jahr 2025, wirkt der Streit nach – insbesondere mit Apples aktueller Reaktion auf den Versuch von Epic Games, Fortnite zurück auf die Apple-Plattform zu bringen.

Warum wurde Fortnite überhaupt aus dem App Store entfernt?

Der Streit begann mit einem gezielten Schritt von Epic Games: In einer Fortnite-Version wurde ein eigenes Zahlungssystem implementiert, das Apple’s In-App-Purchase-System bewusst umging. Statt die üblichen 30 % Provision an Apple zu zahlen, konnten Spieler V-Bucks (die Ingame-Währung) direkt bei Epic kaufen – günstiger und ohne Beteiligung von Apple.

Apple reagierte prompt und konsequent: Der Verstoß gegen die App-Store-Richtlinien führte zur sofortigen Entfernung von Fortnite aus dem Store. Epic Games wusste offensichtlich, was kommen würde – kaum war das Spiel entfernt, reichte das Studio Klage gegen Apple ein und veröffentlichte gleichzeitig ein satirisches Video im Stil der berühmten „1984“-Apple-Werbung, um Apple als monopolistischen Giganten darzustellen.

Apples Reaktion – Machtdemonstration?

Apple beharrte von Anfang an darauf, dass es sich nicht um einen persönlichen Angriff handle, sondern um die Durchsetzung einheitlicher Regeln, die für alle Entwickler gelten. Das Unternehmen argumentierte, dass sein App-Store-Modell Nutzern Sicherheit und Qualität garantiere, gleichzeitig aber auch einen fairen Marktplatz für Entwickler darstelle.

Was zunächst wie ein klassischer Vertragsbruch durch Epic wirkte, entwickelte sich schnell zu einem Kampf um die Deutungshoheit über die Zukunft des mobilen Internets: Wer bestimmt, wie auf Smartphones Geld verdient wird – Plattformbetreiber oder Entwickler?

Apple ließ Epic nicht nur Fortnite aus dem Store entfernen, sondern sperrte auch den Entwickler-Account von Epic Games – was zur Folge hatte, dass Fortnite jahrelang auf iPhones und iPads nicht mehr aktualisiert oder neu installiert werden konnte.

Der juristische Schlagabtausch und aktuelle Entwicklungen

Der Streit landete vor US-Gerichten. In einem Urteil von 2021 wurde Apple zwar nicht zu einem generellen Öffnen seines App Stores gezwungen, musste aber zumindest erlauben, dass Entwickler auf alternative Zahlungsmethoden außerhalb der App hinweisen dürfen. Beide Seiten legten Berufung ein, und das Verfahren zog sich über mehrere Jahre.

Im Jahr 2024 gab es dann erste Signale, dass Fortnite unter bestimmten Bedingungen auf iOS zurückkehren könnte – etwa über Cloud-Gaming-Lösungen oder den EU Digital Markets Act (DMA), der Apple zur Öffnung seiner Plattformen zwingt. In der EU darf Epic Fortnite ab 2025 über den sogenannten Epic Games Store auf iOS erneut anbieten – Apple musste sich aufgrund regulatorischer Vorgaben beugen.

Doch wie reagierte Apple? Zunächst mit deutlichem Widerstand. Das Unternehmen bezeichnete Epic Games als „nicht vertrauenswürdig“ und verweigerte Epic den Zugang zu Entwickler-Tools in Europa – trotz gesetzlicher Vorgaben. Erst auf Druck der EU-Kommission ruderte Apple im Frühjahr 2025 zurück und genehmigte schließlich die Rückkehr von Epic auf iOS in der EU – zumindest vorläufig.

Wie geht es weiter?

Die Beziehung zwischen Apple und Epic bleibt angespannt. In den USA ist Fortnite bis heute nicht im offiziellen App Store zurück, und Apple zeigt keine Anzeichen, dies ohne erheblichen regulatorischen Druck zu ändern. In Europa hingegen steht die Rückkehr des Spiels für viele als Symbol eines politischen und wirtschaftlichen Paradigmenwechsels – weg vom geschlossenen App-Ökosystem, hin zu mehr Plattformoffenheit und Entwicklerfreiheit.

Für Epic Games ist die Rückkehr auf Apple-Geräte nicht nur wirtschaftlich wichtig – es ist auch ein symbolischer Sieg gegen die App-Store-Monopole, gegen die CEO Tim Sweeney seit Jahren kämpft. Ob Fortnite allerdings wieder die enorme Mobile-Spielerbasis erreichen kann, die es vor der Verbannung hatte, bleibt abzuwarten.

Die Fortnite-Saga ist weit mehr als ein Streit um 30 % Umsatzbeteiligung. Sie ist ein Paradebeispiel für den Wandel in der Tech-Industrie, in der Entwickler und Regierungen zunehmend gegen die Dominanz großer Plattformbetreiber wie Apple oder Google aufbegehren. Apple wiederum verteidigt seine Plattform mit dem Argument von Sicherheit, Einheitlichkeit und Qualität.

Mit der bevorstehenden Rückkehr von Fortnite in der EU und dem zunehmenden politischen Druck in anderen Märkten ist der nächste große Showdown nur eine Frage der Zeit. Wer am Ende gewinnt – Apple mit seinem geschlossenen System oder Epic mit dem Kampf für ein freies Ökosystem – könnte darüber entscheiden, wie das Internet der nächsten Jahre aussieht.

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Über Andrea Mertens |

Andrea Mertens ist seit über 15 Jahren als Sportjournalistin tätig und berichtet seit fünf Jahren intensiv über die Welt des Esports. Mit ihrer langjährigen Erfahrung im klassischen Sportjournalismus bringt sie fundiertes Fachwissen, analytische Kompetenz und ein tiefes Verständnis für Wettkampfstrukturen in ihre Berichterstattung ein.Ihr Fokus liegt auf der Schnittstelle zwischen traditionellem Sport und kompetitivem Gaming. Ob große Turniere, Team-Analysen oder Entwicklungen in der Esports-Szene - Andrea verbindet journalistische Präzision mit Leidenschaft für Gaming-Kultur. Besonders gerne schreibt sie über Titel wie Counter-Strike, League of Legends und Valorant, behält aber auch branchenübergreifende Trends stets im Blick.Durch ihre klare, zugängliche Schreibe macht sie komplexe Themen für ein breites Publikum verständlich und liefert sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Fans wertvolle Einblicke. Bei Fragster.de berichtet Andrea über aktuelle News, Hintergründe und die spannendsten Geschichten aus Sport und Esports.

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