Respawn und EA haben Season 30 von Apex Legends angekündigt. Sie heißt Marked, startet am 4. August 2026 und bringt den größten Umbau, den Bloodhound seit dem Launch des Spiels erlebt hat. Dazu kommen Buffs für Loba und Rampart, eine überarbeitete Version von World’s Edge, ein neues Attachment-System und ein spürbar ausgedünnter Loot-Pool. Wichtig für die Einordnung: Was aktuell kursiert, ist ein Vorab-Blog von Respawn, keine vollständigen Patch Notes. Konkrete Zahlen zu Cooldowns und Werten dürften erst kurz vor dem Start folgen.
Bloodhound wird vom Scanner zum Jäger
Der Grundgedanke des Reworks lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die Fähigkeiten übernehmen das Tracking, damit sich der Spieler auf den Kill konzentrieren kann. Umgesetzt wird das über alle drei Slots hinweg.
Die Passive markiert Gegner künftig mit einer leuchtenden Spur, die sie beim Bewegen hinterlassen. Das ersetzt die bisherigen, schwer lesbaren Bewegungsmarker durch eine dauerhafte Richtungsinformation, die sowohl zeigt, wo ein Squad war, als auch wohin es unterwegs ist. Die Weißen Raben bekommen mehr Reichweite und lassen sich nun durch einen kurzen Blick aktivieren — bislang war dafür ein Scan oder direkter Kontakt nötig.
Die Taktische Fähigkeit liefert nach dem ersten Scan zusätzliche Snapshot-Scans nach, hält Gegner also länger im Bild. Die Ultimate wird komplett ersetzt: Statt Beast of the Hunt gibt es jetzt Allfather’s Cloak. Bloodhound platziert ein Gerät, das alle Legenden tarnt, die den Wirkungsbereich betreten. Wer den Bereich verlässt, bleibt zwölf Sekunden lang getarnt.
Das ist deutlich schwächer, als es zunächst klingt. Die Tarnung ist keine echte Unsichtbarkeit — Berichte sprechen von einem sichtbaren blauen Schimmer und einem Audiohinweis für nahe Gegner. Vor allem aber bricht der Effekt sofort, sobald man Schaden nimmt oder eine Waffe abfeuert. Damit ist Allfather’s Cloak primär ein Rotations- und Repositionierungstool, kein Push-Werkzeug. Dazu kommen drei neue Upgrades für Bloodhound, deren Details noch nicht spezifiziert sind.
Loba und Rampart bekommen ihre lang geforderten Anpassungen
Loba erhält ein verbessertes Black Market mit reduziertem Cooldown, und ihr Armreif bewegt sich schneller und deckt größere Distanzen ab. Das adressiert genau die beiden Schwachpunkte, an denen sich die Community seit Jahren abarbeitet: die Trägheit der Taktischen und die lange Wartezeit auf die Ultimate.
Rampart kann sich beim Feuern von Sheila schneller bewegen, ihre Amped Walls bauen sich zügiger auf und halten nach EA-Angabe mehr aus. Für eine Legende, deren gesamtes Kit auf Positionierung basiert, ist erhöhte Mobilität an der Minigun der relevantere der beiden Punkte.
World’s Edge bei Nacht
Die Map bekommt nicht nur neue Punkte, sondern eine neue Stimmung. World’s Edge liegt in Season 30 unter einem Nachthimmel mit Polarlicht-Optik, erzählerisch begründet durch die Industriearbeiten von Hammond Robotics und den parallelen Wiederaufbau der Siedlungen von Bloodhounds Stamm.
Neu dazu kommen drei Points of Interest. Climatizer liegt im angestammten Gebiet von Bloodhounds Stamm und ist um ein großes Langhaus herum gebaut. War Camp ersetzt Survey Camp und ist als Arena für Nah- bis Mitteldistanzkämpfe angelegt. Tree Settlement setzt auf Vertikalität und belohnt Höhenkontrolle. Dazu kehrt Sorting Factory als spielbarer POI zurück und tritt damit wieder in direkte Konkurrenz zu Fragment als Drop-Ziel. Die Stacks tauchen ebenfalls wieder auf, und Big Maude von Rampart steht künftig auf Landslide.
Respawn beschreibt den Umbau ausdrücklich als auf Turnierbedingungen ausgelegt. Für die ALGS dürfte World’s Edge damit für den Rest des Jahres in der Map-Rotation bleiben.
Corrupted Attachments und ein radikal ausgedünnter Loot-Pool
Der größte systemische Eingriff steckt nicht bei den Legenden, sondern im Loot. Corrupted Attachments ersetzen die goldenen Aufsätze und funktionieren nach einem Prinzip aus starkem Vorteil und echtem Nachteil pro Waffe. Wer sie nutzt, trifft eine bewusste Entscheidung statt eines automatischen Upgrades.
Energiewaffen werden komplett überarbeitet, und Energie-Munition verschwindet nach vorliegenden Berichten aus dem Boden-Loot zugunsten eines regenerierenden Vorratssystems. Sichtbare Waffenwerte zeigen künftig direkt an, wie sich ein Aufsatz auf die Performance auswirkt — eine Transparenz, die dem Spiel seit Jahren fehlt.
Gleichzeitig streicht Respawn ordentlich zusammen: Support- und Assault-Bins fliegen raus, ebenso Explosive Holds, das Zurücksetzen von Loot-Bins und Beute von Wildtieren. Alle übrigen Loot-Quellen werden neu ausbalanciert. Die erklärte Absicht ist weniger Zeit für das Perfektionieren des Loadouts und mehr Zeit für dessen Anwendung. Praktisch bedeutet das ein langsameres frühes Spiel und mehr Kämpfe mit unfertiger Ausrüstung.
Der Blick über Season 30 hinaus
Mit der Ankündigung hat Respawn auch die Roadmap aktualisiert. Ranked-Anpassungen kommen bereits in Season 31, also früher als ursprünglich kommuniziert, während das große Ranked-Update weiterhin für Season 32 geplant ist. Getestet und justiert wird bereits im Verlauf von Season 30.
Marked startet mit einem neuen Battle Pass, der unter anderem Skins für Bloodhound und Caustic enthält. Apex Legends bleibt Free-to-Play und ist auf PlayStation 4 und 5, Xbox One, Xbox Series X und S, Nintendo Switch 2 sowie auf dem PC über EA App, Epic Games Store und Steam verfügbar.
Ob das Rework Bloodhound wirklich zurück in die Meta bringt
Auf dem Papier ist das ein guter Umbau. Die dauerhafte Spur löst das Kernproblem der Legende, nämlich dass Informationen bisher punktuell und sofort veraltet waren. Ob die neue Ultimate den Verlust von Beast of the Hunt kompensiert, ist die offene Frage. Ein Tarnfeld, das beim ersten Schuss zusammenbricht, ist im aggressiven Ranked-Spiel deutlich situativer als ein Selbst-Buff, der einen Fight über die volle Länge trägt.
Interessanter für das Spielgefühl insgesamt ist ohnehin der Loot-Umbau. Wer weniger Bins abklappert und weniger goldene Aufsätze findet, landet häufiger unfertig in Kämpfen. Das kann Apex schneller und chaotischer machen — oder frustrierend, je nachdem wie sauber Respawn die Balance trifft. Ab dem 4. August wird man das sehen.

