Die nächste mobile Prozessorgeneration von AMD nimmt immer klarere Formen an: Zen-6 „Medusa Point“ wird laut neuen NBD-Versandlisten in zwei Leistungsstufen erscheinen – einer 28-W-Version für effiziente Ultrabooks und einer 45-W-Variante für leistungsorientierte High-End-Laptops. Damit verfolgt AMD eine zweigleisige Strategie, um sowohl Akkulaufzeit als auch maximale Leistung gezielt abdecken zu können.
Leak bestätigt zwei TDP-Klassen: 28 W & 45 W
Eine neue NBD-Versandliste zeigt gleich zwei Einträge für „HEATSINK MEDUSA FP10“, jeweils mit den Kennzeichnungen „High TDP“ und „Low TDP“.
Beide Varianten basieren auf dem neuen FP10-Sockel, der rund 6 % größer als der bestehende FP8 ist. Er soll:
- mehr elektrische Leitungen ermöglichen,
- die Wärmeableitung verbessern,
- gleichzeitig jedoch kompakter bleiben als der FP11-Sockel der Strix-Halo-Serie.
Damit schafft AMD eine Basis, die sowohl effiziente Mobilchips als auch mobile Hochleistungsmodelle unterstützt.
Zen-6 mit bis zu 22 Kernen – AMDs bisher komplexeste APU-Struktur
Laut internen Dokumenten, auf die sich aktuelle Berichte stützen, setzt Medusa Point auf eine hybride Kernarchitektur, verteilt auf bis zu 22 Kerne:
- 12 Zen-6-Performance-Kerne
- 4 klassische Kerne
- 4 „Dense Cores“ (kompakt, effizient)
- 2 LP-Kerne für Hintergrundprozesse
Diese Kombination soll AMDs Effizienz weiter steigern und gleichzeitig enorme Multithread-Leistung in Notebooks ermöglichen.
Für Ryzen-5- und Ryzen-7-APUs gibt es eine abgespeckte Variante mit:
- 4C + 4D + 2LP
- identischer integrierter Grafiklösung
Grafikeinheit: RDNA 3.5 mit 8 Compute Units
Alle Medusa-Point-Modelle sollen laut Leak dieselbe iGPU-Struktur nutzen:
- 8 CUs
- basierend auf RDNA 3.5
- optimiert für niedrige Leistungsaufnahme und moderne API-Features
Damit positioniert AMD die GPU-Leistung klar oberhalb klassischer Office-APUs, aber weiterhin unterhalb dedizierter GPUs – ideal für leichte Gaming- und Kreativanwendungen.
Technische Eckdaten im Überblick
| Merkmal | Medusa Point (Zen 6) |
|---|---|
| Architektur | Zen 6 |
| Kernanzahl | 10 – 22 |
| TDP-Klassen | 28 W / 45 W |
| Grafik | RDNA 3.5, 8 CUs |
| Sockel | FP10 |
| Zielmarkt | Effizienz- & High-End-Notebooks |
Was bedeutet das für den Notebookmarkt?
Medusa Point zeigt eine klare Strategie:
- 28-W-APUs für dünne, mobile Geräte mit langer Akkulaufzeit
- 45-W-APUs für Creator-Laptops, Gamer und Workstations
Hersteller können damit flexibler planen, ohne dass AMD für jede Zielgruppe eine eigene Architektur liefern muss. Gleichzeitig legt Zen-6 mit seiner hybriden Kernstruktur die Basis für höhere Multi-Core-Skalierung und bessere Energieeffizienz.
Fragsters Fazit
Mit Medusa Point setzt AMD auf eine breitere Leistungsaufstellung als in früheren Generationen. Die TDP-Dualität, der neue FP10-Sockel und bis zu 22 Kerne machen Zen-6 zu einer der ambitioniertesten mobilen Plattformen, die AMD je entwickelt hat.
Ob in leistungsstarken Creator-Notebooks oder ultramobilen Geräten – Zen-6 könnte 2026 ein entscheidender Faktor im Wettbewerb gegen Intels Lunar-Lake-Nachfolger und Apples ARM-Silicon werden.
