Zum Inhalt springen
DE LIVE
Hardware

AMD-Hardware könnte teurer werden: Radeon und Chipsätze wohl von Preiserhöhung betroffen

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

AMD soll sich auf eine umfangreiche Preiserhöhung vorbereiten. Berichten aus der asiatischen Lieferkette zufolge wurden Partner über rund zehn Prozent höhere Chippreise informiert, die bereits im vierten Quartal 2026 greifen könnten. Betroffen sein sollen unter anderem Radeon-GPUs, Mainboard-Chipsätze und KI-Beschleuniger. Auch höhere CPU-Preise sind grundsätzlich wahrscheinlich – eine konkrete zehnprozentige Preiserhöhung für Ryzen hat AMD bislang allerdings nicht angekündigt.

Hintergrund der Entwicklung sind steigende Fertigungskosten bei TSMC. AMD lässt einen großen Teil seiner modernen Chips beim taiwanischen Auftragsfertiger produzieren und ist entsprechend direkt von höheren Waferpreisen betroffen.

Für PC-Spieler könnte das bedeuten, dass sich Grafikkarten, Mainboards und langfristig auch Prozessoren verteuern.

Bericht spricht von rund zehn Prozent höheren AMD-Chippreisen

Ausgangspunkt der aktuellen Meldung sind Informationen aus der chinesischen Lieferkette.

Demnach soll AMD mehrere Partner darüber informiert haben, die Abgabepreise für verschiedene Chipprodukte um ungefähr zehn Prozent anzuheben.

Genannt werden vor allem:

  • Radeon-Grafikchips
  • Mainboard-Chipsätze
  • Instinct- und andere KI-Beschleuniger
  • möglicherweise weitere CPU-Produkte

Die Umsetzung könnte laut dem Bericht bereits im vierten Quartal 2026 beginnen.

Eine offizielle AMD-Ankündigung zu dieser konkreten Preisrunde gibt es bislang allerdings nicht. Insbesondere die Höhe von zehn Prozent und der genaue Startzeitpunkt sollten deshalb noch nicht als bestätigt betrachtet werden.

AMD bestätigt grundsätzlich: Höhere Waferkosten werden weitergegeben

Dass steigende Fertigungskosten langfristig Auswirkungen auf AMDs Preise haben können, ist dagegen nicht nur Spekulation.

Auf der Citi Global TMT Conference Anfang September sprach AMD-Finanzchefin Jean Hu über die Preisstrategie des Unternehmens.

AMD müsse steigende Kosten bei Komponenten teilweise an seine Kunden weitergeben. Als konkretes Beispiel nannte Hu höhere Waferpreise und erklärte, dass bei steigenden Waferkosten auch höhere CPU-Preise zu erwarten seien.

Das bedeutet allerdings nicht, dass AMD damit eine konkrete zehnprozentige Preiserhöhung für Ryzen angekündigt hat.

Die Aussage fiel im Zusammenhang mit der allgemeinen Preis- und Margenstrategie des Unternehmens und teilweise mit Blick auf das Servergeschäft.

Für Ryzen ist damit vor allem eines klar: Steigende Fertigungskosten können auch dort irgendwann bei den Preisen ankommen.

TSMC plant selbst höhere Preise

Der Kostendruck entsteht vor allem bei AMDs wichtigstem Fertigungspartner.

TSMC soll seine Preise ab 2027 je nach Fertigungsverfahren um bis zu zehn Prozent erhöhen wollen.

Als Gründe gelten unter anderem:

  • höhere Materialkosten
  • teurere Fertigungsanlagen
  • steigende Personalkosten
  • der Ausbau internationaler Produktionsstandorte
  • hohe Investitionen in neue Fertigungsverfahren

Gerade moderne Nodes sind ohnehin extrem kostenintensiv.

AMD nutzt TSMC unter anderem für aktuelle Ryzen-Prozessoren, Radeon-GPUs sowie seine Instinct-Beschleuniger für Rechenzentren.

Steigen dort die Waferpreise, erhöht sich entsprechend der Kostendruck über große Teile des AMD-Portfolios hinweg.

Radeon könnte besonders schnell betroffen sein

Für Spieler dürften mögliche Auswirkungen auf Radeon-Grafikkarten besonders interessant sein.

Grafikkarten stehen derzeit ohnehin unter Kostendruck. Neben dem eigentlichen GPU-Chip haben sich in den vergangenen Monaten auch Speicherkomponenten verteuert.

Die Radeon RX 9070 XT ist beispielsweise bereits deutlich teurer geworden. PC Games Hardware beobachtete zwischen Anfang Juni und Ende August 2026 einen Preisanstieg von mehr als zwölf Prozent bei sofort lieferbaren Modellen.

Diese Entwicklung ist nicht automatisch auf die nun gemeldete AMD-Preisrunde zurückzuführen.

Sie zeigt allerdings, dass der Grafikkartenmarkt aktuell wenig Spielraum für zusätzliche Kostensteigerungen bietet.

Sollten Boardpartner künftig tatsächlich rund zehn Prozent mehr für den GPU-Chip bezahlen müssen, könnte sich das zumindest teilweise in den Händlerpreisen widerspiegeln.

Zehn Prozent höhere Chippreise bedeuten nicht zehn Prozent höhere Grafikkartenpreise

Eine wichtige Einschränkung: Eine zehnprozentige Erhöhung des Chippreises bedeutet nicht, dass eine komplette Radeon-Grafikkarte anschließend ebenfalls zehn Prozent teurer wird.

Der GPU-Chip ist nur ein Bestandteil der Gesamtkosten.

Zu einer Grafikkarte gehören zusätzlich:

  • Grafikspeicher
  • Platine
  • Spannungsversorgung
  • Kühlsystem
  • Lüfter
  • Verpackung und Logistik
  • Hersteller- und Händlermargen

Steigt nur der Einkaufspreis der GPU, verteilt sich dieser Aufschlag auf den Gesamtpreis des Produkts.

Wie viel davon beim Endkunden landet, hängt zusätzlich von Angebot, Nachfrage, Lagerbeständen und Konkurrenz ab.

Auch AM5-Mainboards könnten teurer werden

Ähnliches gilt für Mainboards.

AMD liefert die Chipsätze für aktuelle AM5-Plattformen an die Mainboardhersteller. Werden diese Komponenten teurer, steigen auch dort die Produktionskosten.

Bei einem Mainboard macht der Chipsatz allerdings ebenfalls nur einen Teil des Gesamtpreises aus.

Spannungsversorgung, PCB, Netzwerkcontroller, Audiohardware, USB-Controller und weitere Komponenten spielen ebenfalls eine Rolle.

Eine zehnprozentige Chipsatzverteuerung würde daher nicht automatisch ein zehn Prozent teureres Mainboard bedeuten.

Sie könnte den zuletzt ohnehin hohen Preis aktueller High-End-Platinen allerdings weiter unter Druck setzen.

Ryzen-Preiserhöhung noch nicht konkret bestätigt

Am interessantesten dürfte für viele PC-Bauer die Frage nach Ryzen sein.

Hier ist die Situation derzeit weniger eindeutig.

AMD hat offiziell bestätigt, dass höhere Waferpreise grundsätzlich auch zu höheren CPU-Preisen führen können. Das Unternehmen hat aber bislang keine konkrete zehnprozentige Ryzen-Preiserhöhung für das vierte Quartal 2026 angekündigt.

Denkbar wäre zudem, dass unterschiedliche Produktgenerationen unterschiedlich stark betroffen sind.

Neuere Prozessoren auf modernen und entsprechend teureren Fertigungsverfahren stehen stärker unter Kostendruck als ältere CPUs, deren Produktion bereits lange optimiert wurde.

Auch bestehende Lagerbestände können kurzfristig verhindern, dass Preisänderungen sofort im Handel sichtbar werden.

Für PC-Käufer bleibt die Preisentwicklung spannend

Noch lässt sich deshalb nicht seriös vorhersagen, wie stark die gemeldete Preisrunde tatsächlich bei deutschen Endkunden ankommt.

Der grundlegende Trend ist jedoch klar: Moderne Chipfertigung wird teurer, und AMD hat bereits öffentlich erklärt, dass höhere Fertigungskosten nicht vollständig vom Unternehmen selbst getragen werden sollen.

Sollten sich die Berichte aus der Lieferkette bestätigen, könnten Radeon-Grafikkarten und AMD-Mainboards bereits im vierten Quartal 2026 höhere Einkaufspreise bekommen.

Bei Ryzen dürfte ebenfalls mit steigenden Kosten zu rechnen sein – Zeitpunkt und Größenordnung sind allerdings noch offen.

Wer in den kommenden Monaten einen neuen Gaming-PC plant, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass AMD-Hardware zum Jahresende günstiger wird.

Für dich ausgewählt

Das könnte dich auch interessieren

Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

Alle Artikel ansehen →
Gerade veröffentlicht

Neueste News

Alle ansehen →