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fragstereditorial | Februar 9, 2022

Alles nur Formsache?

Rocket League überarbeitet die Community Guidelines für Turniere komplett und damit ändert sich fast alles für die kompetitive Szene im Semi-Pro-Bereich. Rocket League schraubt am Alter und am Preispool für Community Turniere. Stand jetzt müssten nahezu alle Ligen in Europa eingestellt werden.

Deshalb ziehen die Änderungen einen Sturm der Entrüstung nach sich. Denn Arbeit vieler Jahre, vieler Akteure und besonders vieler Freiwilliger wird damit zunichtegemacht. Turnierveranstalter eröffnen reihenweise Supporttickets mit Anfragen. Doch es gibt Hoffnung.

Was ist passiert?

Dieser Tweet von Rocket League Esports kommt harmlos daher. Doch ein Klick auf den Link und dieser Post wirft Fragen auf. Aus dem Nichts und scheinbar ohne Absprache mit irgendwelchen Ligen, gibt es große Änderungen an den Community-Turnier-Richtlinien. Die spannendsten vier sind dabei:

  • Preispools dürfen bis zu 15,000$ groß sein und die 50,000$/Jahr überschreiten
  • Community Turniere dürfen nicht länger als drei Tage dauern
  • Spieler müssen mindestens fünfzehn Jahre alt sein, um an Turnieren teilzunehmen
  • Turniernamen und Werbungen dafür dürfen folgende Worte nicht mehr enthalten: „Championship”, „Split”, „Regional Event”, „Major” oder „Season”

Reaktionen und Probleme

Die Ankündigung stößt auf Twitter bei der schwedischen „Svenska Raketligan“ ebenso auf Kritik, wie bei der Rocket Soccar Confederation Europe.

 

Aber von Psyonix erfolgt bislang keine Antwort auf die Kritik. Die einzige Möglichkeit um genaueres zu erfahren, ist im individuellen Fall nachzufragen.

Nitro League

Die größte Liga im DACH-Raum, die Nitro League unterstützt den Post der schwedischen Liga. Außerdem hat sie ein weiteres, nicht unerhebliches, Problem mit den neuen Richtlinien. Denn die Richtlinien erlauben nur noch Online-Turniere, doch das Saisonfinale der Nitro League ist als LAN geplant. Vom 04.-06. März soll die zweite LAN der Saison in Hamburg stattfinden und sich die Teams der ersten Division wieder in Präsenz miteinander messen. Tickets und Übernachtungen wurden zum großen Teil schon gebucht und stehen nun in der Schwebe, doch die Nitro League ist guter Dinge:

Der Haken an der Sache, Turniere die von Psyonix gesponsert sind, scheinen diese Regelungen teilweise umgehen zu können. Ob und inwiefern das bereits bestehende Turniere und die aktuellen Saisons betrifft wird nicht erwähnt.

Was bedeuten die neuen Regelungen konkret?

Was jetzt schon klar ist, durch die Begrenzung der Wettbewerbe jeglicher Art auf drei Tage, würden sämtliche Ligen, die aufgebaut wurden zunichtegemacht. Denn ein Ligabetrieb wie es ihn derzeit gibt, wäre in drei Tagen schlichtweg nicht möglich, die Organisationen müssten auf einen Turnierbetrieb umsatteln. Doch in diesem Feld sind oft schon andere Turnierveranstalter unterwegs.

Wenn die neuen Regeln hart durchgesetzt werden, würden viele der Turniere außerdem ihre Namen verlieren. Denn eine Saison ist nun mal eine Saison und lässt sich durch kaum einen anderen Begriff sinnvoll ersetzen. Man stelle sich vor, dies würde in anderen „altgedienten“ Esport-Titeln passieren, der Eklat wäre riesig.

Für den Content Creator Ben Lacy aka Feer ist es jetzt schon ein Eklat. Denn er beobachtet Spieler, die aufgrund ihres jungen Alters nicht an RLCS-Wettbewerben teilnehmen können und lädt sie in sogenannte NEXGEN-Turniere ein. Die Idee dahinter scheint simpel, doch ein bereits geplantes Turnier steht jetzt völlig auf der Kippe. Auf Twitter und YouTube weist er darauf hin, wie stark junge Talente spielen und nicht erst seit dem Winter Split ist dieses Phänomen bekannt.

Doch diese jungen Talente würden wir mit den heutigen Community-Richtlinien wohl eher nicht sehen. Aber wenn selbst ein GarettG Tweets über einen Fünfzehnjährigen postet, ist klar wem die Zukunft in diesem Esport-Titel gehört. Die Erhöhung des möglichen Preispools, und ein Tweet, für Turniere gibt Hoffnungen, das die Community nicht komplett überhört wurde.