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Alan Wake 2 knackt drei Millionen verkaufte Exemplare

Jonas Teichmann
Jonas Teichmann Chefredakteur & Esports-Experte

Alan Wake 2 hat weltweit mehr als drei Millionen Exemplare verkauft. Remedy Entertainment bestätigte den neuen Meilenstein in seinem aktuellen Halbjahresbericht. Die Marke wurde bereits zwischen April und Juni 2026 überschritten. Damit setzt das Survival-Horror-Spiel seine ungewöhnlich lange Verkaufskurve fort: Ende 2024 standen noch etwas mehr als zwei Millionen Einheiten zu Buche.

Für Remedy ist die Entwicklung besonders wichtig, weil Alan Wake 2 seine Entwicklungs- und Marketingkosten bereits Ende 2024 vollständig eingespielt hatte. Seitdem erhält das finnische Studio seinen vereinbarten Anteil an den Nettoerlösen. Jeder weitere Verkauf trägt damit wesentlich direkter zum Geschäft der Alan-Wake-Marke bei.

Von einer Million auf drei Millionen in weniger als drei Jahren

Alan Wake 2 erschien am 27. Oktober 2023 und entwickelte sich zunächst nicht zum explosiven Blockbuster, den die hervorragenden Kritiken vielleicht erwarten ließen.

Die Verkäufe bauten sich stattdessen über einen längeren Zeitraum auf.

Remedys offizielle Zahlen zeigen die Entwicklung ziemlich deutlich:

ZeitpunktVerkäufe von Alan Wake 2
Ende Dezember 2023über 1 Million
Anfang Februar 20241,3 Millionen
Ende 2024über 2 Millionen
Q2 2026über 3 Millionen

Gerade der Sprung von zwei auf drei Millionen zeigt, dass Alan Wake 2 weit über seine ursprüngliche Launch-Phase hinaus Käufer findet.

Das ist für ein storylastiges Survival-Horror-Spiel bemerkenswert. Anders als große Multiplayer-Titel lebt Alan Wake 2 nicht von saisonalen Updates oder einer dauerhaft aktiven Online-Community.

Die drei Millionen sind wirtschaftlich wichtiger als sie zunächst wirken

Der neue Verkaufsrekord ist für Remedy nicht nur eine schöne Zahl für die Pressemitteilung.

Alan Wake 2 entstand unter einer Publishing-Vereinbarung mit Epic Games.

Epic finanzierte den Großteil der Entwicklungs- und Marketingkosten. Erst nachdem diese Ausgaben vollständig wieder eingespielt waren, begann Remedy an den weiteren Verkäufen über Royalties zu verdienen.

Dieser Punkt wurde Ende 2024 erreicht.

Damals hatte Alan Wake 2 mehr als zwei Millionen Exemplare verkauft.

Damit sieht die wirtschaftliche Situation bei der dritten Million deutlich anders aus als bei der ersten.

Die zusätzlichen Verkäufe dienen nicht mehr primär dazu, die ursprüngliche Investition zurückzuholen.

Remedy erhält jetzt seinen Anteil an den Nettoerlösen

Die Vereinbarung mit Epic sieht vor, dass Remedy nach vollständigem Recoup einen Anteil von 50 Prozent an den Nettoerlösen erhält.

Das bedeutet nicht, dass Remedy einfach die Hälfte des Ladenpreises jedes verkauften Spiels bekommt. Von den Bruttoeinnahmen gehen zunächst unter anderem Plattformanteile, Rabatte und andere vertragsrelevante Kosten ab.

Trotzdem hat sich Alan Wake 2 inzwischen von einem Projekt, das zunächst seine hohen Produktionskosten wieder einspielen musste, zu einem Titel entwickelt, der fortlaufend Royalties für Remedy generiert.

Im zweiten Quartal 2026 stammten die Royalties von Alan Wake 2 und Alan Wake Remastered laut Unternehmen vollständig aus normalen Verkäufen an Endkunden.

Es gab in diesem Zeitraum keine zusätzlichen Erlösabgrenzungen aus Plattformdeals.

Das macht die drei Millionen noch interessanter: Die Verkaufsentwicklung wird derzeit tatsächlich vom normalen Back-Katalog-Geschäft getragen.

Eine Million Verkäufe pro Jahr? So einfach ist die Rechnung nicht

In einigen Meldungen zum neuen Meilenstein wird behauptet, Alan Wake 2 verkaufe sich derzeit mit einer Geschwindigkeit von ungefähr einer Million Exemplaren pro Jahr.

Das gibt Remedy so allerdings nicht an.

Rein rechnerisch kommt das Spiel seit seinem Release zwar auf etwas mehr als eine Million Verkäufe pro Jahr. Daraus lässt sich aber nicht schließen, dass die aktuelle Verkaufsrate konstant auf diesem Niveau liegt.

Die tatsächliche Kurve dürfte stark schwanken.

Rabattaktionen, die Veröffentlichung der physischen Version, DLCs und saisonale Verkaufsaktionen können erhebliche Auswirkungen auf einzelne Monate und Quartale haben.

Remedy formuliert deshalb deutlich vorsichtiger und erklärt lediglich, dass sich Alan Wake 2 im zweiten Quartal im erwarteten Tempo weiterverkauft habe.

Die physische Version half beim langfristigen Verkauf

Alan Wake 2 startete 2023 zunächst als rein digitale Veröffentlichung.

2024 änderte Remedy beziehungsweise Publisher Epic Games diese Strategie und brachte zusätzlich eine physische Version auf den Markt.

Im selben Jahr erschienen außerdem die beiden Erweiterungen Night Springs und The Lake House.

Dadurch bekam Alan Wake 2 mehrfach neue Aufmerksamkeit, obwohl der ursprüngliche Release bereits Monate zurücklag.

Gerade für ein narratives Singleplayer-Spiel ist diese Strategie sinnvoll.

Statt sämtliches Marketing auf die ersten Wochen zu konzentrieren, entstanden über einen längeren Zeitraum immer wieder neue Gründe, über das Spiel zu sprechen.

Alan Wake Remastered verkauft sich ebenfalls weiter

Auch die älteren Teile der Marke tragen weiterhin zum Geschäft bei.

Remedy berichtet, dass Alan Wake Remastered ebenfalls auf einem erwartbaren Niveau verkauft wird.

Die übrigen Spiele der Reihe bewegen sich laut Unternehmen auf dem üblichen Back-Katalog-Niveau.

Das ist für Remedy strategisch wichtig.

Das Studio will Alan Wake und Control langfristig zu zwei großen eigenen Marken ausbauen. Beide Universen sind bereits über das sogenannte Remedy Connected Universe miteinander verbunden.

Ein neuer Spieler, der über Alan Wake 2 einsteigt, ist deshalb potenziell auch für Control interessant – und umgekehrt.

CONTROL Resonant könnte indirekt zusätzliche Aufmerksamkeit bringen

Der nächste große Remedy-Release steht bereits unmittelbar bevor.

CONTROL Resonant erscheint am 24. September 2026.

Das Spiel ist die Fortsetzung von Control und gleichzeitig Remedys bislang größtes und ambitioniertestes eigenes Projekt.

Interessant ist dabei der Effekt, den eine neue Veröffentlichung auf ältere Spiele haben kann.

Remedy beobachtet diesen Zusammenhang aktuell bereits bei Control. Nach neuen Trailern, dem bestätigten Release-Termin und dem Start der Vorbestellungen von CONTROL Resonant stiegen laut Unternehmen auch Interesse und Verkäufe des ursprünglichen Control wieder an.

Ein ähnlicher Nebeneffekt für Alan Wake 2 wäre aufgrund des gemeinsamen Universums denkbar.

Remedy selbst prognostiziert allerdings keinen konkreten zusätzlichen Alan-Wake-Verkaufsschub durch den September-Release.

CONTROL Resonant startet mit über 1,5 Millionen Wunschlisten

Für die Zukunft des Remedy Connected Universe sieht die Ausgangslage dennoch interessant aus.

CONTROL Resonant kommt laut Remedy inzwischen auf mehr als 1,5 Millionen Wunschlisten über alle Plattformen hinweg.

Auf PlayStation gehörte das Spiel während der ersten Vorbestellungsphase nach den internen Analysedaten des Studios sogar zu den drei meistvorbestellten Titeln in Deutschland, den USA und Brasilien.

Damit besitzt Remedy inzwischen zwei Marken, die sich gegenseitig neue Spieler zuführen können.

Alan Wake 2 profitiert davon, dass Spieler nach Control tiefer in das gemeinsame Universum einsteigen wollen. Control kann wiederum Interesse bei Spielern erzeugen, die über Alan Wake erstmals mit Remedys erzählerischem Kosmos in Kontakt gekommen sind.

Trotz Alan-Wake-Erfolg ist bei Remedy nicht alles positiv

Der neue Verkaufsmeilenstein sollte allerdings nicht mit einem generell starken Halbjahr des Unternehmens verwechselt werden.

Remedy meldete für Januar bis Juni 2026 einen Umsatz von 23,3 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 23,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das operative Ergebnis lag bei minus 2,9 Millionen Euro.

Im zweiten Quartal sank der Umsatz sogar um 40 Prozent auf 10,2 Millionen Euro.

Ein großer Teil dieser Entwicklung hängt allerdings mit unterschiedlichen Vergleichseffekten sowie den steigenden Marketingausgaben für CONTROL Resonant zusammen.

Alan Wake 2 selbst entwickelt sich weiter wie erwartet und generiert weiterhin Royalties.

Drei Millionen sind für Remedy ein wichtiger Langzeiterfolg

Alan Wake 2 war nie ein Spiel, dessen Erfolg sich ausschließlich am ersten Verkaufswochenende messen ließ.

Der Titel entwickelte sich vielmehr Schritt für Schritt.

Eine Million Exemplare Ende 2023, 1,3 Millionen Anfang 2024, mehr als zwei Millionen Ende desselben Jahres und nun über drei Millionen bis Mitte 2026.

Gerade weil die Kosten bereits bei der Zwei-Millionen-Marke vollständig wieder eingespielt waren, wird die weitere Entwicklung für Remedy wirtschaftlich zunehmend attraktiver.

Gleichzeitig zeigt der Verlauf, warum das Studio Alan Wake weiterhin als eine seiner beiden zentralen Marken betrachtet.

Mehr als drei Millionen verkaufte Exemplare machen Alan Wake 2 zwar nicht zu einem Massenphänomen in der Größenordnung der größten AAA-Releases. Für ein aufwendig produziertes, ungewöhnliches Survival-Horror-Spiel ist der langfristige Erfolg aber beachtlich – und inzwischen verdient Remedy tatsächlich an jedem weiteren Kapitel dieser Verkaufsgeschichte mit.

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Jonas Teichmann

Über den Autor

Jonas Teichmann

Jonas Teichmann ist Texter und E-Sport-Redakteur bei Fragster.de. In seinen Artikeln verbindet er aktuelle News mit klarer Einordnung und einem Blick für die Details, die in der Szene wirklich zählen. Ob CS2, League of Legends oder die großen internationalen Turniere: Jonas bereitet Themen so auf, dass sowohl eingefleischte Fans als auch Neueinsteiger schnell den Überblick bekommen. Sein Fokus liegt auf verständlicher Sprache, sauberer Struktur und dem Anspruch, Entwicklungen nicht nur zu melden, sondern auch nachvollziehbar zu erklären. Dabei greift er Trends, Meta-Änderungen und Teamdynamiken genauso auf wie relevante Hintergrundgeschichten.

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