Kick galt noch vor wenigen Jahren als aggressiver Herausforderer im Streaming-Markt. Die Plattform lockte Creator mit Mega-Deals, höheren Einnahmen und kreativer Freiheit – und einer der prominentesten Abgänge war Adin Ross, der Twitch verließ, um exklusiv auf Kick zu streamen.
Doch die Stimmung hat sich gedreht: Ross übt nun deutliche Kritik am Partnerprogramm der Plattform und kündigt an, wieder verstärkt auf Twitch aktiv zu sein. Seine Aussagen fallen in eine Phase, in der Kick mit sinkenden Zuschauerzahlen, fragwürdigen Geschäftsentscheidungen und einem deutlich geschwächten Ökosystem kämpft.
„Kein Anreiz mehr“ – Adin Ross erklärt, warum Kick für Creator unattraktiver wird
Ross spricht offen darüber, wie die Überarbeitung des Partnerprogramms seine Einnahmen „um rund 80 Prozent“ reduziert habe. Kick führte 2025 neue Regeln ein, um Bots und künstliche Zuschauerzahlen einzudämmen. Laut Ross habe die Plattform damit aber viele legitime Creator hart getroffen – ihn selbst am stärksten.
Er stellte öffentlich die Frage, warum ein aufstrebender Streamer überhaupt auf Kick streamen sollte, wenn Twitch deutlich bessere Sichtbarkeit, stabilere Monetarisierung und mehr Wachstumsmöglichkeiten bietet.
„Es gibt auf Kick derzeit keinen Anreiz, jemanden zu abonnieren. Warum sollte ein neuer Creator hier anfangen? Twitch gibt dir mehr Reichweite und mehr Stabilität.“
Andere Creator wie Asmongold bestätigten hingegen, dass ihre Einnahmen unverändert geblieben seien – was die Diskussion zusätzlich anheizte.
Ross kündigte daraufhin an, ab sofort regelmäßig wieder auf Twitch zu streamen.
Kick unter Druck: Rückgang der Zuschauerzahlen, Kritik an Inhalten und teure Deals
Kick investierte seit 2023 enorme Summen in Top-Streamer – teils bis zu 50 Millionen Dollar pro Vertrag. Diese Deals wurden überwiegend von Stake, dem Online-Casino-Konzern hinter Kick, finanziert. Doch die Plattform stand immer wieder in der Kritik:
- zu viel Glücksspiel-Promotion
- mangelnde Moderation
- wenig Konsequenzen für kontroverse Creator
- unklare Monetarisierungsrichtlinien
Die Strategie zahlte sich nur kurzfristig aus. 2025 erlebte Kick den größten Rückgang seit Gründung:
- -28 % Zuschauer im Q3 2025
- fast 3 Milliarden weniger Watchtime als Twitch
- YouTube und TikTok wuchsen zweistellig
Kick reagierte mit drastischen Änderungen am Partnerprogramm: niedrigere Einstiegshürden, neue Vergütungsformeln und ein Versuch, mehr Streamer zu halten. Ob das reicht, bleibt fraglich.
Ross fordert Reformen: „Kick braucht ein faireres, motivierenderes System“
In seinen Statements formulierte Ross klar, welche Schritte Kick gehen müsse, um wieder attraktiv zu werden. Seine Vorschläge:
1. Überarbeitung des Partnerprogramms
Zuschauer sollen wieder einen Anreiz bekommen, Creator aktiv zu unterstützen.
2. Einführung eines mehrstufigen Belohnungssystems
Qualität, Engagement und Einfluss sollen messbar belohnt werden, statt nur Zuschauerzahlen.
3. Klare Kriterien für Creator-Bewertung
Transparente Maßstäbe statt uneinheitlicher Entscheidungen.
4. Härteres Vorgehen gegen künstliche Views und Bots
Ein einheitliches Regelwerk sei entscheidend, um Vertrauen wiederherzustellen.
Ross betont, dass Kick nur dann eine Zukunft habe, wenn Motivation, Fairness und Stabilität für Creator wieder im Mittelpunkt stehen.


