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fragstereditorial | Dezember 11, 2021

Activision Blizzard will Mitarbeitern Streiks verbieten

Dieser Artikel ist Teil unserer Weihnachts-Schnitzeljagd (Teil 11).

 

Die Activision Blizzard Workers Alliance hat vor kurzem bekannt gegeben, dass sie vorhaben wieder zu streiken und hat die Mitarbeiter dazu aufgerufen, Union Authorizsation Cards zu unterschreiben. Die Unternehmensleitung von Blizzard hat daraufhin schnell eine E-Mail verschickt und die Mitarbeiter davor gewarnt, sich gewerkschaftlich zu organisieren.

Langsam fragt man sich nur noch warum Activision Blizzard, bzw deren Führungskräfte nicht einmal was richtig machen können. So schwer ist es doch nun wirklich nicht? Eine der Führungskräfte ist Brian Bulatao, der für die Call of Duty-Abteilung zuständig ist. Es verwundert wahrscheinlich niemanden, dass er genauso wie Fran Townsend, früher für Trump gearbeitet hat. Das einzige was wir dieses Jahr auf unserem Wunschzettel stehen haben ist “Gerechtigkeit für Blizzard Mitarbeiter”.

Führungskräfte setzten Angestellte unter Druck

Bulato galt in politischen Kreisen als regelrechter “Bully”. Anscheinend habe Bulatao den früheren Inspector General Steve Linick fast schon gemobbt, als Linick anfing die Trump Administraion und ihren Verkauf von Waffen im Wert von 8 Milliarden an Saudi Arabien zu untersuchen. Auf jeden Fall hat Bulatao eine E-Mail an seine Mitarbeiter geschickt in der er schreibt, dass “Activision Blizzard verpflichtet ist, das Recht der Mitarbeiter zu unterstützen, ihre eigene Entscheidung über eine gewerkschaftliche Organisation zu treffen”.

Danach beweihräuchert sich Bulatao selber ohne Ende und schreibt Lobeshymen, wieviel Blizzard doch seit Beginn des Shitstorms schon alles erreicht hätte, man ja so viel inklusiver, frauenfreundlicher und gender-diverser geworden sei, ach ja und man habe 250 Milliarden für diverse Talente in der Gamingbranche ausgegeben – fragt man sich allerdings was das mit den Mitarbeitern zu tun hat. Kurzum das übliche PR Geplänkel.

Aber leider wars das noch nicht, denn von da an nimmt die Email einen etwas anderen Tonfall an und er droht den Mitarbeitern irgendwie halbschalig vor den vagen Konsequenzen wenn diese die Union Autorization Cards unterschreiben. Er sagt dass das “Rechtsdokument” von den Communications Workers of America, der größten Medien-Gewerkschaft in den USA, “verbindlich ist” und das man sich gut überlegen solle, ob man seine Rechte an diese Leute “abgibt”.

Er betont auch, dass es bessere wäre mit der Firma, also Activision Blizzard selbst über Probleme zu sprechen “anstatt ein von der CWA angebotenes elektronisches Formular zu unterschreiben” und seine Rechte damit “abzugeben”. Die ganze Email stinkt regelrecht zum Himmel. Und es stinkt nach Verzweiflung und Angst, dass sich die Mitarbeiter zusammenschließen könnten und so zu ihrer Macht finden könnten.

Auf einmal geht es schnell

Interessanterweise brauchen die Dinge bei Blizzard oft recht lang wenn sich was ändern soll, aber wehe die Mitarbeiter wollen eine Union gründen, dann wird aber zackig gehandelt. Eine Gewerkschaft bei Blizzard ist dringend überfällig. Die meisten Firmen in der Spieleindustrie außerhalb der USA sind gewerkschaftlich organisiert ist, und Blizzard ist definitiv überfällig was eine Gewerkschaft angeht.

Die Gründung einer Gewerkschaft würde die Verhandlungen mit der Unternehmensleitung einleiten, und während dieser Zeit wäre das Unternehmen nicht in der Lage, “böswillige Entscheidungen zu treffen, die zu Zwangsverhandlungen oder Vergeltungsmaßnahmen gegen Mitarbeiter führen können”.

Offensichtlich müssen sich die Arbeiter wehren wenn sie nicht weiterhin so von Activision behandelt werden wollen. Activision hat übrigens schon länger Angst dass sich die Mitarbeiter gegen die Führungskräfte zusammenschließen könnte. Vor kurzem haben sie eine Firma angeheuert, die bekannt dafür ist, gegen Gewerkschaften aktiv vorzugehen.