Twitch-Streamer Kadeem hat in einer Runde League of Legends mit Tyler1 und xQc eine Statistik produziert, die man erst zweimal lesen muss. Riven in der Toplane, halbe Stunde Spielzeit, 493 Schaden an Champions.
Es gibt Statistiken, bei denen der Zahlenwert allein die Geschichte erzählt. Kadeem Alford, auf Twitch als Kadeem718 unterwegs, spielte gemeinsam mit Tyler1, dem Streamer Dantes Forlini und dem früheren Overwatch-Profi Félix „xQc“ Lengyel eine Runde League of Legends. Er entschied sich blind für Riven in der Toplane. Nach 32 Minuten stand auf dem Scoreboard: 0/8/0 und 493 Schaden an gegnerischen Champions.
Zur Einordnung: Ein Enchanter-Support, dessen ganze Aufgabe darin besteht, andere am Leben zu halten, kommt in dieser Zeitspanne locker auf das Zehn- bis Zwanzigfache. Riven ist ein Nahkampf-Kämpfer, dessen einzige Daseinsberechtigung darin liegt, Schaden zu verursachen.
Der Bauplan als Hauptverdächtiger
Ein Teil der Erklärung liegt in der Ausrüstung. Zum Spielende hatte Kadeem einen Ravenous Hydra, Panzerstahlkappen und die Einzelteile dessen, was einmal Death’s Dance werden sollte. Der Ravenous Hydra zuerst ist dabei die auffälligste Entscheidung – gängige Empfehlungen sehen für Riven Eclipse oder Axiom Arc als ersten Gegenstand vor, der Hydra taucht in den üblichen Bauplänen praktisch nicht auf. Bei 3.300 Gold Anschaffungskosten ist das eine teure Abweichung von der Norm.
Kadeem selbst sah das Problem woanders. Der Gegner habe schlicht zu viel Rüstung gebaut, erklärte er, woraufhin xQc trocken bestätigte, der Mann sei einfach zu robust gewesen. Tyler1 kommentierte die Zahl mit dem gebotenen Sarkasmus, xQc mutmaßte, der Schaden sei vermutlich versehentlich entstanden. Die Runde endete mit der Feststellung, dass Kadeem mehr Schaden eingesteckt hatte als xQc und dessen Support zusammen.
Zwischen Trolling und ernsthaftem Versuch
Wie ernst das Ganze gemeint war, lässt sich schwer sagen – und das ist Teil des Reizes. Kadeem ist für ungewöhnliche Baupläne bekannt und dürfte einen gewissen Anteil bewusster Provokation beisteuern. Andererseits liegt seine dokumentierte Rangliste im untersten Bereich, und auf Riven hat er nach eigener Aussage kaum Erfahrung. „Ich hab dir doch gesagt, ich muss mehr üben“, entgegnete er Tyler1. Er trainiere gerade, weil er mit diesen Gegenständen nicht zurechtkomme.
Dass die Runde trotzdem nicht im Desaster endete, lag schlicht daran, dass der Rest des Teams stark genug war, den Ausfall aufzufangen. Was gleichzeitig der Grund ist, warum diese Herangehensweise in normalen Ranglistenspielen keine gute Idee ist: Dort gibt es keine vier prominente Mitspieler, die den Schaden ausgleichen.
Für alle, die schon einmal am unteren Ende der Schadenstabelle gelandet sind, dürfte die Zahl trotzdem eine gewisse Erleichterung bringen. Es geht immer noch schlechter.

