2020 Global StarCraft II Liga: Dark und TY im Code S-Viertelfinale

Die Playoffs der ersten Staffel der Code S Gruppe begannen mit zwei großen Überraschungen, als die einstigen Finalisten des Super-Turniers Maru und Dark von den Außenseitern PartinG und TY eliminiert wurden.

TY ging zwar mit einem düsteren 6: 20 Eins-gegen-Eins-Rekord gegen Dark in Legacy of the Void in sein Viertelfinalspiel, aber er ließ die Vergangenheit hinter sich und gewann mit einem atemberaubenden 3: 0-Sieg. Das hätte nun wirklich niemand vermutet.

In Spiel 1 ging es hauptsächlich ums Scouting – oder eben um das Nicht-Scouting von Dark. TYs Proxy-Baracks-Bunker-Ansturm blieb unentdeckt und ermöglichte ihm, gleich zu Beginn gemütlich mehrere Drohnen-Kills zu erzielen, bevor seine Marines zurückgedrängt wurden. TYs anschließender Hellion Drop blieb ebenfalls unentdeckt und schlich an Overlords vorbei, um seine tödliche Fracht in Darks Hauptbasis abzuliefern. Die Hellions lähmten Darks Mineralien-Einnahmen weiterhin und machten es TY leicht, Dark letztendlich mit einer Streitmacht von Panzern und Marines zu erledigen.

Scouten oder nicht: Das weiß Dark doch nicht!

Dark nahm das Scouting in Spiel 2 auf Eternal Empire diesmal verständlicherweise etwas ernster und schickte einen frühen Overlord mit verbesserter Geschwindigkeit, um einen Opener mit drei Command Centern von TY zu entdecken. Dies hinderte TY jedoch nicht daran, Dark doch zu täuschen – er ergriff die Initiative seinen gierigen Opener mit einem Off-Tempo-Angriff mit einer Marine-Medivac-Hellbat-Streitmacht zu ergänzen und setzte Dark unter Druck, indem er seine vierte Basis zerstörte. In der Zwischenzeit wechselte TY zu Mech, denn er gab vor, sich für eine Bio-Armee zu entscheiden.

TY war zufrieden damit, seinen Vorteil so langsam wie nur möglich auszuweiten (Makro-Turtle-Modus an) und geduldig die Extra-Basen auf seiner Seite der Karte einzunehmen, während er die charakteristischen Scans eines OP-Terraners setzte (um zu scouten) und sich langsam aber sicher ein Nuke-Raketen-Arsenal aneignete.

In seinem anschließenden Gewinnerinterview erklärte TY, dass die begrenzte Anzahl von Mineralfeldern auf Eternal Empire es für Terraner einfacher machte, um gegen Zergs zu bestehen. Das Spiel lief genauso ab, wie TY es sich erhoffte: Während Darks blutende Einheiten sich kaum erholen konnten und seine halbzerstörten Basen ebenso nicht glänzten, konnte TY langsam in sein Territorium eindringen und noch mehr zerstören. Dark machte sogar den unverzeihlichen Fehler, Dutzende von Drohnen an einen Nuklearangriff zu verlieren. Bald darauf wusste er, dass es für ihn keinen Weg mehr ins Spiel zurück gab – gg.

TY liebt Käse: Cheese for the win

Nachdem TY Dark im vorigen Makro-Game besiegte, wechselte er seine Strategie in Richtung Proxy-Barracks, die im dritten Spiel auf Simulacrum heimlich gesetzt wurden. Dark hatte diesmal jedoch kein Problem damit, sich zu verteidigen, da die Kasernen viel weiter von der Zerg-Basis entfernt waren, als im ersten Spiel. Das schien jedoch auch für TY kein Problem zu sein, der einfach mal seinen nächsten Trumpf aus dem Ärmel zog: Hellions über den Landweg und ein Medivac vollbeladen mit Marines, die in Darks Hauptbasis ein wenig für Chaos sorgten. Diese bescheidene Angriffstruppe verursachte überraschend viel Schaden und tötete mehrere Königinnen und Overlords.

Es schien Dark selbstverständlich ein wenig aus dem Gleichgewicht zu bringen, da er auf den dritten Anschlag in TYs Combo völlig unvorbereitet war: Drei Medivacs mit Stim-verbesserten Marines bedeuten immerhin nichts Gutes für einen Zerg. Der Angriff tötete noch mehr Königinnen und mehrere Drohnen: Das Spiel wurde ab diesem Zeitpunkt unwiderruflich zu Gunsten von TY entschieden. Am Ende versuchte Dark trotzdem das Spiel irgendwie doch noch zu gewinnen, aber es war für einen Spieler von TYs Kaliber allzu einfach, seinen großen Vorteil zu nutzen und seinen 3: 0-Sieg zu besiegeln.

Nach dem Match verriet TY, dass seine Zerg-Freunde Rogue und AfreecaTV ihm vor dem Match geholfen hatten, seine Strategien zu üben und vorzubereiten, die wie geplant zu seinem Sieg führten. Er sagte auch, dass er im Halbfinale lieber gegen Maru und nicht PartinG spielen würde.

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