Das Intel Friday Night Game im Hamburger CCH gehört seit je her zum Reiseplan der ESL Pro Series. Als einer der besucherstärksten Stopps etablierte sich das Hamburger Intel Friday Night Game schnell zu einem der angesagtesten Veranstaltungen während den laufenden Seasons. Bereits die Atmosphäre im Berliner Postbahnhof war grandios und so machte ich mich auf den Weg nach Hamburg.
Du kommst hier nicht rein
11 Uhr – die letzte Chance, einen Bus zum Bahnhof zu erwischen. Mit etwas Verspätung und vom Regen durchnässt erreiche ich den Bus und kurz darauf den Bahnhof. Der Zug ist pünktlich. Die Fahrt ist angenehm ruhig, der Zug stinkt. Man kennt es nicht anders auf dieser Strecke. Kurz vor Hamburg hält der Zug, die Stimme des Schaffners und verkündet, dass er selber keine Ahnung hätte, warum wir hier halten. Er melde sich gleich wieder. Fünf Minuten später war klar, dass die Reise so schnell nicht weitergehen würde, was mich nicht weiter stören würde, wäre dieser Gestank nicht. Mit 50 Minuten Verspätung kam ich dann in Hamburg an. Nicht so cool. Fix ungesund gegessen und dann ab zum CCH. Dort angekommen, etwa drei Stunden vor Einlass, wurde mir gesagt, dass man mich noch nicht in die Presse-Area lassen könne - „Sorry, du bist zu früh.“ Schade – offenbar war kein Platz für einen Rucksack und einen Stuhl. Was in Berlin möglich war, ist hier offenbar noch ein Hindernis. Auf jeden Fall sitze ich jetzt hier und blogge – mehr bleibt ja nicht übrig. In den nächsten Stunden werde ich während der ruhigen Phasen mal wieder schreiben. Vielleicht wird der Tag ja doch noch gut und endet nicht, wie vor wenigen Wochen in Berlin, mit einer Übernachtung auf dem Bahnhof.
Das Warten hat ein Ende – den Eltern sei Dank!
17.15 Uhr – die Warterei hat hoffentlich gleich ein Ende. Seit mehr als zwei Stunden warte ich im Eingangsbereich des CCH auf den Einlass, doch es tut sich nichts. Glücklicherweise höre ich von der Eltern-LAN, die mal wieder vor einem iFNG stattfinden soll und werde mir nun Eintritt verschaffen, um schockierten Eltern bei einigen Runden Counter-Strike über die Schulter schauen zu können. Fünf Minuten später: Ich bin drin! Im Gegensatz zu Berlin findet die Eltern-LAN dieses Mal etwas versteckter statt. Aufgrund der Wartezeit bin ich spät dran, das große Spielen ist nahezu vorüber, doch die Zeit für Pressefragen beginnt gerade. Also klinke ich mich in diverse Gespräche ein und bekomme so mit, was die Eltern bewegt, was sie von der Veranstaltung halten und besonders, inwieweit sie die Voruteile gegenüber bestätigt sehen.
Anschließend stellte sich Daniel Belala den angereisten Eltern vor. Gesprächsthemen waren sein Job als Moderator, seine „Karriere“ als Spieler und Fakten zum elektronischen Sport – lustige Angelegenheit. Genau so lustig, für die Zuschauer jedoch etwas verwirrender, war der Auftritt von HasuObs, der sich kurz nach Eventbeginn (es ist bereits 20 Uhr) den wartenden Eltern stellte und über sein Leben als Pro-Gamer berichtete. Dem mousesports-Akteur war seine Aufregung dabei ins Gesicht geschrieben und auch ich regte mich auf, da meine Kamera genau hier -beim ersten Bild- den Geist aufgab und somit das Festhalten des Events auf Bildern ausfällt. Schade. Zurück im Saal – Counter-Strike: Source. Nein! Zeit zum Essen. Nebenbei bekommt man schon mit, dass mTw nach schwachem Beginn grandios aufholte. Jetzt beginnt die zweite Halbzeit und ich verschwinde kurz aufs Klo. Bis später.
Gespräche und Bahnhöfe
Vom Klo zurück und nach einigen Runden CS:Source ist das Spiel entschieden. Das ist gut, denn jetzt startet WarCraft III. Beide Spieler haben im Vorfed viel trainiert und genau das ist es, was ich sehen will. Hoch motivierte Spieler, die sich richtig reinhängen und Alles geben – und meine Erwartungen wurden erfüllt. HasuObs und yAwS nahmen sich nichts und zeigten ihre besten Spiele. Zwar war jede Map relativ eindeutig, doch die Art und Weise, wie der jeweilige Sieger seinen Gegner dominierte, war faszinierend. Nach dem Sieg von HasuObs stand dann endlich das vereinbarte Interview an, welches sich ohne große Probleme durchführen ließ – abgesehen vom Lärm, da die Presse keinen eigenen Raum gestellt bekam, wie es in Berlin der Fall ist. Naja – Interview erledigt und so nach dem ungeplanten Kameraausfall doch noch etwas Content produziert. Es folgte das CS-Match, dass ich nur im Ticker aktualisiere. Schneller als readmore zu sein ist ja auch ganz fetzig! Nach dem Spiel ging alles schnell. Während der Moderator die Ergebnisse des Abends noch einmal zusammenfasste, jagten die Ordner alle Leute aus dem Saal. Wer hier Content nachbearbeiten musste, hatte Probleme in Form von: war nicht möglich.
Für mich bedeutete dieser 'Rauswurf', dass meine Nacht auf dem Bahnhof länger wurde als angenommen – doch auch interessanter. Auf dem Hamburger Hauptbahnhof angekommen, sucht ich mir den ersten Laden, der mir beim Kauf eines Brötchens gestattet, mich dort einige Stunden aufzuhalten. Was dort um diese Uhrzeit (immerhin von 0:30 bis 3:00 Uhr) für Gestalten rumlaufen, ist verwunderlich und seltsam, aber auch extrem belustigend. Gegen drei Uhr nach Lübeck gefahren, um dort eine weitere Stunde auf einem toten Bahnhof zu verbringen. Durch Zufall einen alten bEkannten getroffen, der es Dank seiner Vorliebe für Techno schaffte, mich auch die letzten vier Stunden wach zu halten.
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